Aufstieg des Ewigen Dao-Clans · Band 4 · Arc 09
Kapitel 538Leben tragen

Was möchtest du von mir?

3.526 Wörter · Band 4 — Vorhänge vor dem Himmel

Der fünfundzwanzigste Februar 2137 war ein Donnerstag, und es war nicht kalt.

Und Shen Zhaoxi hatte Handschuhe dabei, und sie zog sie an diesem Nachmittag nicht an, und sie trug sie von 15:40 an in der linken Hand.

Sie war seit dem fünfzehnten Februar in Songjiang, und sie wohnte im zweiten Haus hinter dem Forschungsbereich, und sie hatte in diesen zehn Tagen zweimal daran gedacht, früher zurückzufahren.

Und beide Male hatte sie stattdessen eine Reihe wiederholt, und beide Male war dabei dasselbe herausgekommen wie vorher.

Und sie hatte an vier Abenden bis nach zweiundzwanzig Uhr im Bereich gesessen, und an dreien davon hatte sie nichts gemessen.

Sie kam um 15:40 in den Forschungsbereich zurück und ging um 15:52 wieder hinaus.

Und dazwischen legte sie drei Mappen auf ihren Tisch, und sie nahm keine davon wieder mit.

Das war an einem Arbeitstag noch nicht vorgekommen, und es fiel ihr auf, während sie die Tür zuzog.

In ihrer rechten Manteltasche lag ein Blatt.

Und auf dem Blatt stand ein Satz, und er stand viermal darauf, weil sie ihn beim ersten Mal zu lang geschrieben hatte.

Und die ersten drei Fassungen hatten Nebensätze gehabt.

In der vierten stand nur noch, was sie sagen wollte. Das Blatt war die Rückseite eines Messbogens, und auf der Vorderseite standen Werte, die stimmten.

Sie nahm das Blatt an diesem Nachmittag nicht heraus.

Und sie hatte es auch nicht deshalb eingesteckt, sondern weil sie sonst zwei Stunden lang überlegt hätte, wo es liegt.

Sie ging um 15:55 in den Westhof, setzte sich in ihren Wagen und fuhr nicht los.

Und sie sagte den Satz dort viermal, und beim vierten Mal sagte sie ihn ohne Stocken, und danach stieg sie wieder aus und zog die Tür von außen zu.

Und der Wagen stand um 16:06 noch genauso da wie um 15:55.

Sie hatte sich am Vortag eine Uhrzeit vorgenommen, und die Uhrzeit war 16:30 gewesen.

Und sie hielt sie nicht ein, und das war der einzige Punkt ihres Plans, an dem sie sich verspätete, und sie verspätete sich um elf Minuten.

Gu Tian stand um 16:06 am nördlichen Ende des Hofes und hatte den Mantel offen.

Er sah nicht so aus, als hätte er auf etwas gewartet. Das lag daran, dass er nicht gewartet hatte.

„Herr Gu.“

„Fräulein Shen?“

Sie blieb drei Schritte vor ihm stehen und blieb dort auch stehen.

„Ich habe die dritte Reihe seit dem dreiundzwanzigsten viermal gemessen“, sagte sie.

„Und?“

„Und viermal dasselbe.“

„Fräulein Shen, und warum viermal?“

Sie sah auf ihre eigenen Hände.

„Das ist eine gute Frage“, sagte sie.

Er fragte nicht nach.

Und das war seit dem September 2134 seine Art, mit ihren Antworten umzugehen, und sie hatte in zweieinhalb Jahren nicht herausgefunden, ob es Höflichkeit war oder etwas anderes.

„Fräulein Shen, wie lange steht die Reihe?“

„Sechs Minuten je Durchgang.“

„Weiter.“

„Und ich habe überlegt, sie auf zehn zu stellen“, sagte sie.

Gu Tian sah auf den Vorhangkasten, der seit dem einundzwanzigsten Februar im Hof stand und der an diesem Nachmittag zu war.

„Zu kurz“, sagte er.

Und der Kasten war seit dem einundzwanzigsten Februar dreimal geöffnet worden, und sie hatte jedes Mal danebengestanden und jedes Mal mitgeschrieben.

Und beim dritten Mal hatte sie hinterher gemerkt, dass sie nicht auf den Kasten gesehen hatte.

„Sechs oder zehn?“

„Beides.“

Und sie schrieb es sich nicht auf, und sie hatte auch nichts zum Schreiben dabei, und beides war seit dem Oktober 2134 nicht vorgekommen.

Er sah es.

Und er sagte nichts dazu. Sie wusste nicht, ob das besser war als eine Frage, und sie hatte auch keine Zeit, es zu Ende zu denken.

„Herr Gu.“

„Fräulein Shen.“

„Ich möchte nicht im Hof stehen“, sagte sie.

Es blieb einen Moment still.

„Wohin?“

„Zum Baum.“

Und er ging los, und er fragte nicht, warum.

Von der Nordseite des Hofes bis zum Weltenbaum sind es zweihundertzehn Schritte, und sie hatte sie im vergangenen Jahr einmal gezählt und seitdem nicht wieder.

Und sie zählte sie auch an diesem Nachmittag nicht, und das fiel ihr etwa auf der Hälfte auf.

Sie gingen nebeneinander, und sie gingen nicht schnell, und er ging nicht schneller als sie, obwohl er größer ist.

Und keiner von beiden sagte auf diesen zweihundertzehn Schritten etwas.

Und er fragte auf dem Weg nicht nach der dritten Reihe, obwohl sie ihm die Antwort schuldig geblieben war, und sie wartete die ganze Strecke darauf.

Sie hatte den Weg für das Reden vorgesehen gehabt.

Und sie hatte sich vier Sätze zurechtgelegt, mit denen man einen solchen Weg füllt. Sie benutzte keinen davon, und hinterher war sie darüber froh.

Und es war derselbe Weg, den sie seit dem September 2134 genommen hatte, wenn sie mit ihm zum Baum gegangen war, und sie war ihn viermal gegangen.

Beim ersten Mal hatte sie ein Gerät getragen, und beim zweiten und dritten auch, und diesmal trug sie Handschuhe in der linken Hand.

Der Weltenbaum stand da.

Und er stand seit langem da, und er hatte an diesem Donnerstag nichts vor.

Der Boden unter ihm war fest und trocken, und am Nordfuß lag eine Wurzel frei, die eine Handbreit über den Boden ging.

Dahinter fing der Weg zum Osttor an, und auf dem Weg war an diesem Nachmittag niemand, und der Weg ist von der Wurzel aus bis zum Tor einzusehen.

Sie blieb einen Schritt vor der Wurzel stehen und drehte sich um.

Und Gu Tian blieb ebenfalls stehen, und er stellte sich nicht so hin, dass sie ihn ansehen musste, und sie sah ihn trotzdem an.

Vor dreizehn Monaten hatte sie im Hof um vier Minuten gebeten, und sie hatte damals gesagt, sie brauche sie, und sie hatte sie gebraucht.

Und diesmal bat sie um nichts.

Sie sah auf ihre Uhr.

Und es war 16:41.

„Gu Tian, ich liebe dich.“

Sie sagte nicht Herr Gu.

Und sie sagte es nicht schnell und nicht langsam, und sie sagte es ein Viertel zu früh, weil sie es viermal geübt hatte.

Und dann war es 16:41 und still.

Gu Tian sagte nichts.

Er sah sie an, und er sah nicht weg.

Er sah sie so an, wie er ein Blatt ansieht, auf dem etwas steht, das jemand aufgeschrieben hat und nicht zurücknimmt.

Sie hatte am Abend zuvor entschieden, den Satz nicht zweimal zu sagen.

Und sie hielt sich daran, und es war ihr am Abend zuvor leichter vorgekommen.

Hinter dem Osttor fuhr ein Wagen vorbei, und er wurde nicht langsamer.

Und danach war die Straße wieder leer, und man hörte, dass sie leer war.

Sie hatte in zweieinhalb Jahren oft neben ihm gestanden, während er nichts sagte.

Und jedes Mal war es Arbeit gewesen, und jedes Mal hatte am Ende eine Auskunft gestanden, und sie hatte jede einzelne davon aufgeschrieben.

Der violette Rand um seine Iris lief.

Und er lief so, wie er lief, wenn er stand und nichts tat.

Sie kannte diese Geschwindigkeit.

Sie hatte sie einmal aufgeschrieben, und sie wusste, in welchem Heft es steht und auf welcher Seite, und sie wusste auch, wie es aussieht, wenn er hinsieht.

Es sah nicht so aus.

Und sie fing an zu zählen.

Sie hörte nach dem zweiten Umlauf damit auf. Danach sah sie auf seine Schulter und nicht mehr auf seine Augen, und sie sah zweimal wieder hin und beide Male zu kurz, um etwas zu zählen.

Seine linke Hand ging an die Innentasche des Mantels.

Und sie kam leer wieder heraus, und sie blieb danach an seiner Seite, und er machte auch sonst nichts mit ihr.

Und sie hörte ihren eigenen Mantel, wenn sie atmete, und sonst hörte sie nichts.

Sie hätte sagen können, seit wann.

Und sie sagte es nicht, weil das eine Zahl gewesen wäre und weil an diesem Nachmittag keine Zahl gefehlt hatte.

Sie hätte sagen können, dass sie nie damit gerechnet habe, es auszusprechen.

Und das wäre nicht wahr gewesen, und er hätte es ihr wahrscheinlich geglaubt, und das war der Grund, es nicht zu sagen.

Sie hätte sagen können, dass es nichts ändern müsse.

Das wäre eine Höflichkeit gewesen, und sie hatte gerade eben aufgehört, höflich zu sein.

Sie hätte sagen können, dass sie es zurücknimmt.

Und das wäre die einzige gewesen, die sofort geholfen hätte, und es wäre auch die einzige gewesen, die er ihr nicht geglaubt hätte.

Sie hätte fragen können, ob er es gehört hatte.

Und er hatte es gehört.

Sie sah auf die Uhr, und es war 16:42.

Sie hatte gedacht, es sei später.

Und danach sah sie nicht mehr auf die Uhr, und sie ließ die Hand mit der Uhr hängen, damit sie nicht doch hinsah.

Über ihnen fiel nichts herunter.

Der Wind kam um 16:43 aus derselben Richtung wie um 16:20, und er wurde nicht stärker und nicht schwächer, und der Baum tat gar nichts.

Weit weg im Hof schlug jemand zweimal auf Holz und dann nicht mehr.

Und im Westen stand die Sonne, wo sie im Februar um diese Zeit steht, und das Licht auf dem Weg zum Osttor wurde in diesen Minuten nicht anders.

Und es wurde nicht dunkler und nicht heller.

Sie hatte erwartet, dass sich irgendetwas ändern würde, und es war nichts da, an dem sich etwas hätte ändern können.

Gu Tian setzte sich auf die freiliegende Wurzel.

Er tat es ohne Ankündigung, und er tat es so, wie man sich hinsetzt, wenn man vorhat, eine Weile dort zu sitzen.

Sie blieb stehen.

Sie hatte ihn zweimal so sitzen sehen, und beide Male hatte danach jemand anders lange geredet.

Und diesmal redete niemand.

Und der Abstand zwischen ihnen war seit 16:41 derselbe.

Keiner von beiden hatte ihn verändert, und sie hatte im Stehen zweimal das Gewicht verlagert und beide Male auf dieselbe Seite.

Weit weg im Hof rief jemand etwas, und es war kein Name, und es war nicht für sie.

Ihre rechte Hand ging an die Rinde und kam wieder weg.

Die Rinde war weder warm noch kalt, und sie hatte an keiner Stelle etwas anderes erwartet, und sie legte die Hand danach nicht noch einmal hin.

Und sie hatte diesen Baum zweimal vermessen und über ihn zweiundzwanzig Seiten geschrieben, und keine davon half ihr an diesem Nachmittag.

Er sah einmal an ihr vorbei auf den Weg zum Osttor.

Und dann sah er wieder sie an, und das war in diesen Minuten alles, was er tat und was nicht Sitzen war.

Sie dachte daran zu gehen.

Und sie zählte die Schritte bis zum Tor nicht, weil sie sie kannte.

Und sie ging nicht.

Sie war mit zwei Möglichkeiten hergekommen, und sie hatte beide am Vortag durchgesehen.

Bei beiden hatte sie sich vorgestellt, wie sie danach zum Wagen ginge, und beide Male war sie in ihrer Vorstellung zum Wagen gegangen und hatte die Tür von innen zugezogen.

Um 16:44 sah sie beide Möglichkeiten noch einmal durch.

Und die eine war zu kurz und die andere zu leicht, und keine von beiden dauerte so lange wie das hier.

Sie fing an, den Satz noch einmal zu sagen.

„Gu –“

Und sie hörte auf.

Und er wartete, bis sie mit dem fertig war, was sie nicht sagte.

Er wartete es ganz ab, und er fing nicht in der Lücke an.

Dann sagte er es.

„Was möchtest du von mir?“

Es war 16:45.

Er hatte du gesagt.

Und er hatte es davor an diesem Nachmittag nicht gesagt, und er sagte danach nichts anderes mehr.

Und sie hatte auf diese Frage nichts vorbereitet.

Es war keine Prüfung.

Und sie hatte in ihrem Leben genug Fragen gestellt bekommen, die welche waren, und sie erkannte sie seit langem an der zweiten Hälfte, und diese Frage hatte keine zweite Hälfte.

Sie hatte den Satz vorbereitet, und sie hatte ihn im Wagen viermal gesagt, und beim vierten Mal hatte sie ihn ohne Stocken gesagt.

Für das, was danach käme, hatte sie zwei Antworten gehabt, und es waren ja und nein gewesen.

„Gu Tian.“

„Ja.“

„Ich bin wieder mit zwei Möglichkeiten hergekommen“, sagte sie.

„Und?“

Sie sah ihn an.

„Und es ist wieder keine davon.“

Er sagte darauf nichts, und er sah sie weiter an.

Es war keine Aufforderung, weiterzureden, und es war auch keine, aufzuhören. Sie fand für diese Art, jemanden anzusehen, an diesem Nachmittag kein Wort und suchte auch nicht lange.

„Ich möchte“, sagte sie, und dann hörte sie auf.

„Sag es zu Ende.“

„Nein“, sagte sie.

„Warum nicht?“

Sie legte die Handschuhe auf die Wurzel neben ihn.

„Weil es nicht wahr gewesen wäre“, sagte sie.

„Was wäre nicht wahr gewesen?“

„Dass ich etwas möchte, das du mir geben kannst.“

Es blieb einen Moment still.

„Gu Tian, ich verlange keine Stellung.“

„Ich weiß.“

„Und ich verlange auch keine Zusage“, sagte sie.

„Was ändert sich, wenn ich nichts sage?“

Sie überlegte, und sie überlegte nicht kurz, und sie sah dabei nicht weg.

„Nichts“, sagte sie.

„Und wenn ich nein sage?“

„Dann fahre ich morgen nach Fujian und arbeite weiter.“

„Und?“

Sie sah auf den Weg zum Osttor.

„Es wäre nicht dasselbe, und ich würde trotzdem weiterarbeiten“, sagte sie.

„Und wenn ich ja sage?“

Und da sagte sie eine Weile nichts.

„Dann hätte ich es nicht deshalb gesagt“, sagte sie.

Und sie sagte es sofort, und es war die einzige der drei Antworten, für die sie nicht überlegen musste.

Gu Tian nickte einmal.

Und er nickte nicht so, wie man nickt, wenn man etwas bestätigt bekommt, sondern so, wie man nickt, wenn eine Zeile stimmt.

„Hast du das geplant?“

„Ja.“

„Und?“

„Und seit Dienstag“, sagte sie.

„Der Baum auch?“

„Seit gestern Abend.“

„Warum der?“

„Und weil man von dort bis zum Tor sieht“, sagte sie.

„Seit wann?“

„Das sage ich dir nicht.“

„Warum nicht?“

Sie sah auf ihre eigenen Hände.

„Weil ich es weiß und weil es dann eine Zahl wäre“, sagte sie.

Er fragte nicht noch einmal.

Und sie hatte damit gerechnet, dass er es tut, und sie hatte sich für diesen Fall eine Antwort zurechtgelegt, und die konnte sie nun auch nicht brauchen.

„Hast du hingesehen?“

„Nein.“

„Und?“

„Und ich sehe auch nicht hin“, sagte er.

Sie sah auf.

„Warum nicht?“

„Weil ich dann wüsste, was du hast.“

„Und?“

„Und nicht, was du willst“, sagte er.

Es blieb still.

„Gu Tian, das ist nicht dasselbe.“

„Nein.“

„Du glaubst mir also.“

Er sah sie an.

„Ja“, sagte er.

Sie hatte drei Sätze dafür bereitgehabt, dass er es anders machen würde.

Sie brauchte keinen davon. Und sie merkte in diesem Augenblick, dass sie sie sich zurechtgelegt hatte, und sie fand das an sich selbst nicht schön.

„Ich sage dir jetzt trotzdem, was ich möchte“, sagte sie.

„Sag es.“

„Dass du es weißt.“

„Und?“

„Und mehr davon nicht.“

„Ist das alles?“

Sie schüttelte den Kopf.

„Nein“, sagte sie.

„Dann sag den Rest.“

Und sie sagte den Rest, und sie sagte ihn ohne Pause davor.

„Dass du ab heute nicht anfängst, höflich zu sein.“

Es blieb einen Moment still unter dem Baum.

„Gu Tian, du warst es dreizehn Monate lang nicht.“

„Nein.“

„Und danach warst du es auch nicht, und dazwischen warst du weg“, sagte sie.

„Fräulein –“

Und er sagte es nicht zu Ende.

„Ich habe in dieser ganzen Zeit von dir kein einziges Mal gehört, was ich hören wollte.“

„Nein.“

„Und ich bin trotzdem jedes Mal wiedergekommen“, sagte sie.

„Ich weiß.“

„Und?“

„Und wenn ich ab heute höflich werde, hast du weniger als vorher“, sagte er.

Sie sah ihn an.

„Ja.“

Und dann sagte er etwas, das sie nicht erwartet hatte.

„Es wäre leichter, wenn du etwas verlangt hättest.“

„Leichter für dich?“

„Ja.“

„Warum?“

„Weil ich es dir dann geben oder nicht geben könnte.“

Und sie sah zu, wie er die Hände auf die Knie legte.

„Und beides wäre eine Antwort gewesen“, sagte er.

„So ist es keine.“

„Nein.“

„Was ist es dann?“

Er sah eine Weile nicht sie an, sondern die Stelle, an der die Wurzel in den Boden geht.

„Es ist schwerer“, sagte er.

„Das wollte ich nicht.“

„Ich weiß.“

„Und ich mache es auch nicht rückgängig“, sagte sie.

„Nein.“

Und er sagte es ohne Betonung, und es war keine Aufforderung dazu, es doch zu tun.

Sie stand immer noch, und ihre Füße waren seit 16:41 an derselben Stelle.

Sie merkte es erst jetzt. Und sie setzte sich trotzdem nicht, weil sie nicht wollte, dass die Bewegung wie etwas aussah.

„Gu Tian, ich habe an einer Sache gearbeitet“, sagte sie.

„An welcher?“

„Daran, dass ich es sage und danach nichts erwarte.“

„Hat es funktioniert?“

Sie sah auf die Handschuhe auf der Wurzel.

„Nein“, sagte sie.

„Was hast du erwartet?“

„Eine Antwort.“

„Und die hast du nicht bekommen.“

„Nein“, sagte sie.

Und dann sagte sie den Rest davon auch.

„Ich habe gezählt, wie lange du nichts gesagt hast, und ich habe nach dem zweiten Umlauf aufgehört, und danach habe ich die Uhr abgelesen.“

„Wie lange war es?“

„Vier Minuten“, sagte sie.

Er sagte darauf nichts.

Er sagte auch nicht, dass es vier Minuten gewesen waren, und er hatte in diesen vier Minuten nicht ein einziges Mal auf eine Uhr gesehen.

„Warum so lange?“

Und da antwortete er sofort.

„Weil die Frage stimmen musste“, sagte er.

„Welche Frage?“

„Die, die ich dir gestellt habe.“

Sie sah ihn an.

„Und es gab keine kürzere?“

„Nein“, sagte er.

„Und eine falsche wäre schneller gegangen.“

„Ja.“

„Und?“

„Und du hättest sie beantwortet“, sagte er.

„Ich habe noch etwas“, sagte sie.

„Sag es.“

„Und es ist kleiner als das andere.“

„Sag es.“

„Und ich möchte, dass du es mir sagst, wenn ich zu oft komme“, sagte sie.

„Das sage ich dir.“

„Wann?“

„Und am selben Tag“, sagte er.

Es blieb einen Moment still unter dem Baum.

„Gu Tian, ich habe geglaubt, du weichst aus.“

„Nein.“

„Und ich habe es nach dem zweiten Umlauf nicht mehr geglaubt“, sagte sie.

Der Wind kam weiter aus derselben Richtung.

Über ihnen fiel nach wie vor nichts herunter, und auf dem Weg zum Osttor kam nach wie vor niemand, und es war immer noch nicht kalt.

Und danach sagten beide eine Weile nichts, und diesmal war es keine Pause, sondern nur die Zeit, die zwischen zwei Sachen liegt.

Und auf der Straße hinter dem Osttor fuhr wieder ein Wagen, und diesmal hörte sie ihn nicht.

„Jetzt sage ich dir etwas“, sagte er.

„Sag es.“

„Und es ist keine Antwort.“

„Ich weiß.“

„Zhaoxi.“

Und sie sagte dazu nichts, und sie sah ihn an und wartete, und sie merkte sich die Uhrzeit nicht.

„Es gibt eine Grenze, und die gilt für alles, was daraus wird.“

„Und wenn nichts daraus wird?“

„Dann gilt sie auch“, sagte er.

„Nenn sie.“

„Du kannst es zurücknehmen.“

Sie schüttelte den Kopf.

„Ich nehme es nicht zurück“, sagte sie.

„Und trotzdem kannst du es.“

„Gu Tian –“

„Und ich sage dir jetzt, was es kostet“, sagte er.

Sie wartete.

„Nichts.“

„Nichts?“

„Du behältst deine Arbeit hier, und du behältst deinen Zugang zu allem, was du heute liest, und an Fujian ändert sich nichts.“

„Und wenn ich morgen fahre und nicht wiederkomme?“

„Dann bleibt es genauso.“

„Wer entscheidet das?“

Er sah sie an.

„Ich“, sagte er.

Und sie hatte sich vor dem Kommen überlegt, was es kosten würde. Sie hatte drei Posten aufgeschrieben, und den vierten hatte sie nicht zu Ende gebracht.

Sie stand einen Moment und sagte nichts.

„Ist das eine Regel des Clans?“

„Nein.“

„Was ist es dann?“

„Meine“, sagte er.

„Das ist eine Grenze für dich und nicht für mich.“

„Ja.“

„Warum sagst du sie mir dann?“

„Weil du sonst rechnest.“

Und sie sah auf ihre eigenen Hände, und sie war nicht sicher, ob sie es abgestritten hätte, und sie stritt es nicht ab.

Und in ihrem Beruf ist Rechnen keine schlechte Eigenschaft, und sie hatte es an diesem Nachmittag zum ersten Mal als eine gehört.

„Ich hätte gerechnet“, sagte sie.

„Ich weiß.“

„Und du hast es nicht vermutet, sondern gewusst.“

„Ja“, sagte er.

„Woher?“

„Weil du seit dem dreiundzwanzigsten viermal dasselbe gemessen hast“, sagte er.

Und sie sagte darauf eine Weile nichts.

Sie hatte an diesem Nachmittag zweimal gedacht, dass er etwas nicht gemerkt habe. Sie hatte sich beide Male geirrt, und das eine lag zwei Stunden zurück und das andere zwei Jahre.

„Gu Tian, dann bist du an einer Stelle schneller geworden.“

Und darauf sagte er nichts.

„Das ist es also“, sagte sie.

„Nein.“

Sie sah auf.

„Nein?“

„Das ist das, was gilt, bevor irgendetwas gilt.“

„Und der Rest?“

„Und der Rest ist länger“, sagte er.

Er sagte es nicht so, als kündige er etwas Schweres an, sondern so, wie man ansagt, dass eine Liste mehr als eine Zeile hat.

Sie nahm die Handschuhe von der Wurzel und nahm sie in die linke Hand und zog sie nicht an.

„Wie lang?“

„Länger als das hier“, sagte er.

„Sagst du ihn mir heute?“

„Ja.“

„Warum nicht in einem Satz?“

Er stand von der Wurzel auf.

„Weil es kein Satz ist“, sagte er.

Und sie merkte, dass sie ihm zum ersten Mal an diesem Nachmittag nicht zusah, sondern zuhörte.

Sie sah auf die Uhr, und dann sah sie wieder weg, und sie sagte die Uhrzeit nicht.

„Ich gehe jetzt nicht“, sagte sie.

„Nein.“

„Und?“

Über ihnen stand der Baum, und er hatte den ganzen Nachmittag nichts getan.

„Und ich habe noch nicht angefangen“, sagte er.

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