Der siebente Februar 2137 war ein Sonntag.
Und im hinteren Raum der Heilhalle lag seit Freitag niemand mehr, weil dort seit Freitag neun Übungsanker standen.
Ein Übungsanker war ein Haltekreis ohne Menschen.
Und er nahm, was man hineingab, und er gab es gleichmäßig wieder ab, und er hörte damit nicht von selbst auf.
An so etwas konnte man üben. An einem Menschen konnte man das nicht.
Han Da hatte die neun Böcke gebaut, auf denen sie lagen.
Und er hatte am Donnerstag gefragt, ob sie alle gleich hoch sein müssten, und Song Meifeng hatte gesagt, sie müssten gleich hoch sein, und danach hatte er nicht mehr gefragt.
Er hatte sie am Freitag um sechs Uhr morgens hingestellt und um sieben die Späne weggekehrt.
Meifeng hatte sie am Freitag und am Samstag geladen, jeden einzeln und jeden gleich.
Und sie hatte dafür beide Abende gebraucht, nachdem die anderen gegangen waren, und sie hatte an beiden Abenden niemanden dabeigehabt, und das stand in keinem Plan, weil ein Plan für zwei Abende Laden keine Zeile hat.
Tang Shu kam um 07:20 hinein und war die Erste.
Und sie nahm die Treppe mit der Wand, und das tat sie seit Dezember, und sie machte davon keine Sache.
Sie war im neunten Monat, und der Termin lag im März.
Der hintere Raum war neun Schritte lang und sieben breit, und an der Nordseite lief ein Bord entlang, auf dem im Winter die Leinen geprüft wurden.
Auf dem Bord lag an diesem Sonntag nichts.
An einem Sonntag hielten in Songjiang dieselben zwölf Menschen die Punkte wie an jedem anderen Tag, vier gleichzeitig, in drei Schichten zu acht Stunden.
Und kein Punkt war je eine Sekunde ohne Hand, und das stand so im Plan, und der Plan war älter als die Halle.
Han Meiyu war nicht da.
Und sie war vorn in der Halle, und sie hatte an diesem Sonntag drei, und die drei lagen dort, wo Menschen liegen und nicht Böcke.
Auf dem Blatt an der Innentür standen seit Freitag zwei Zeilen, und Meifeng hatte sie geschrieben und darunter ihren Namen und das Datum.
Vorn liegen Menschen. Hinten liegt keiner.
Und Han Meiyu hatte das Blatt am Freitag gelesen und nichts dazu gesagt, und am Samstag hatte sie es noch einmal gelesen.
Vorn an der Wand hing seit Dezember ein Blatt mit einem Datum, und darunter stand, wer es aufgeschrieben hatte.
Und die elf Tage darauf waren am vierten Februar abgelaufen, und Meifeng hatte seitdem bei niemandem hingesehen, und es hatte sie auch niemand darum gebeten.
Um 07:44 kam Xuan Ling mit einem Krug und zwei Bechern.
Und sie brachte Gu Lin Aelir mit, und der ging selbst, und in der linken Hand trug er sein Stück Holz.
Er war am zweiten Februar dreiundzwanzig Monate alt geworden.
Und er hatte das Holz seit dem sechzehnten Januar, und er zeigte es und gab es niemandem, und nachts lag es neben ihm.
Xuan Ling stellte den Krug auf den Boden und nicht auf den Schemel.
Dann schob sie die niedrige Bank so weit vor, dass hinter Tang Shu etwas stand, und setzte sich daneben.
„Nimm den Schemel.“
„Der Schemel steht zu hoch“, sagte Tang Shu.
Gu Tian kam um 07:50 und blieb an der Tür.
„Tian.“
„Shu.“
Meifeng kam um 07:58 und trug nichts.
Und sie war seit Freitag zweimal allein hier gewesen, und beide Male hatte sie nichts angelegt, sondern nur zwischen den Böcken gestanden.
„Frau Tang.“
„Frau Song.“
Gu Tian sah sich den Raum an, und er sah sich das Bord an und die Tür und den Spalt darunter, und dann fing er an.
Abgeschirmt hieß in diesem Haus etwas sehr Bestimmtes.
Und es hieß, dass die Schutzformation über dem Westflügel draußen blieb, und die vordere Halle, und der Weltenbaumanteil, der seit Februar 2135 auf diesem Grundstück in allem lag, was wuchs.
Der abgeschirmte Raum konnte das seit April 2135, und Han Da hatte ihn gebaut und ein Fenster hineingesetzt, das niemand bestellt hatte.
Er stand im Ostbau, und er war vier Schritte breit, und neun Böcke gingen dort nicht hinein.
Also machte es an diesem Sonntag Gu Tian.
Er legte es nicht um den Raum, sondern hinein: in die Nordwand, dann in die Ostwand, dann in den Boden, dann in die Tür und zuletzt in den Spalt unter der Tür, weil ein Spalt keine Wand ist.
Und er ging dabei die Wände ab, und er fasste sie nicht an.
Es sah aus wie nichts.
Und ein Mann, der langsam einen Raum entlanggeht und stehen bleibt und weitergeht, sieht aus wie ein Mann, der einen Raum entlanggeht.
Um 08:11 stellte er sich mit dem Rücken gegen die Tür.
„Es steht“, sagte er.
„Und?“, fragte Xuan Ling.
„Es kommt nichts herein.“
Man sah davon den ganzen Vormittag nichts.
Man hörte nur, dass die Tür anders zuging als am Tag davor.
Tang Shus Uhr hatte an diesem Morgen um 08:11 einen Wechsel.
Und der nächste stand um 10:51, denn ein Umlauf dauerte bei ihr zwei Stunden und vierzig Minuten, und daran hatte sich nie etwas geändert.
Sie schrieb beides auf ein Blatt, das nicht in den Bericht ging.
Um 08:20 legte sie die ersten drei an.
Und sie ging dabei nicht von Bock zu Bock, sondern setzte sich in die Mitte der drei und legte die Hände auf die Knie.
Es lief.
Und es lief so, wie es seit dem zwölften Januar lief, und die drei nahmen zusammen ein Viertel, und in der Mitte hing der Rest.
„Und?“, fragte Xuan Ling.
„Drei Viertel“, sagte Meifeng. „Wie immer.“
Um 08:41 machte sie das Neue.
Und sie legte eine Verbindung von Anker eins nach Anker zwei, und eine von zwei nach drei, und eine von drei nach eins, und keine davon lief durch die Mitte.
Ein Ring gleicht an.
Und er hat keine Stelle, an die der Unterschied hinkann, und deswegen läuft der Unterschied im Kreis, bis alle so tief liegen wie der Unterste.
Ein Stern gleicht nicht an, und dafür geht alles, was er nicht loswird, in die Mitte.
Was Meifeng an diesem Morgen legte, war beides.
Und ein Stern mit Querverbindungen ist kein Ring, weil er eine Mitte hat, an der etwas hängen bleiben kann.
Und er ist auch kein Stern mehr, weil ein Unterschied zwischen zwei Armen nicht mehr durch die Mitte muss, um zum anderen zu kommen.
Um 08:52 zählte niemand irgendetwas, weil in diesem Raum kein Gerät stand.
Und es war abgeschirmt, und ein Gerät hätte darin nichts gemessen, und deswegen hatte auch keins jemand hereingetragen.
Es gab an diesem Vormittag keine Zahl, und es gab auch keine Grundlinie, gegen die man eine hätte halten können.
Tang Shu sah es trotzdem, weil sie es nicht mit einem Gerät sah.
Und sie saß auf der niedrigen Bank und hatte den Blick nicht auf Meifeng, sondern auf die Stelle zwischen dem zweiten und dem dritten Bock, wo etwas hin und her ging, das vorher nur in eine Richtung gegangen war.
„Frau Song, es läuft quer.“
„Ja“, sagte Meifeng.
„Und die Mitte?“
„Die Mitte hat weniger.“
„Wie viel weniger?“
„Weniger“, sagte Meifeng. „Ich habe hier nichts, womit ich es teile.“
Um 09:04 kamen der vierte und der fünfte dazu.
Und bei fünf Ankern gab es zehn Wege zwischen den Ankern und fünf in die Mitte, und Meifeng legte nicht alle zehn, sondern sieben.
Die drei, die sie nicht legte, lagen zwischen Ankern, die dasselbe trugen.
„Und die drei?“
„Zwischen Gleichem läuft nichts“, sagte Meifeng. „Und was nicht läuft, muss man nicht bauen.“
Gu Lin Aelir ging in dieser Zeit zweimal um die Bank herum.
Und beim zweiten Mal legte er das Holz auf den Boden, sah es an, nahm es wieder und ging damit zur Tür.
„Tor auf.“
Gu Tian drehte sich nicht um.
„Tor auf.“
Xuan Ling stellte einen Becher und drei Löffel auf den Boden, einen Schritt von der Bank weg.
Und der Junge kam, und er legte das Holz zu den drei Löffeln, und er legte es so, dass es der vierte war.
Danach sortierte er sie um, und das dauerte lange.
Um 09:26 lagen alle neun an.
Und es lief zwölf Minuten so, wie Meifeng es am Freitag gezeichnet hatte.
Und danach lief es weiter, und danach lief es anders.
Um 09:38 sagte Meifeng, dass es jetzt anders liefe, und sie sagte es so, wie man eine Zeile in einen Bericht sagt.
„Frau Song, hören Sie auf?“
„Nein“, sagte Meifeng. „Es ist noch ein Versuch.“
„Und wann ist es keiner mehr?“
„Wenn ich es nicht mehr zumachen kann.“
Bei neun Ankern und dreiundzwanzig Wegen war die Mitte nicht mehr das Ende von neun Armen.
Und sie war eine Stelle unter vielen, und sie hing tiefer als alle anderen, und tiefer hieß hier, dass alles, was nicht wusste, wohin, dorthin ging.
Um 09:41 suchte das Netz einen zehnten.
Und es gab keinen zehnten in diesem Raum, und deswegen nahm es, was da war, und das war die Wand.
Gu Tian stand weiter mit dem Rücken an der Tür.
„Es drückt“, sagte er.
Er sagte nicht, wie stark, und es fragte ihn auch niemand.
Tang Shu sah zu ihm hin und dann wieder auf den Boden.
Und was von innen an die Wand ging, kam nicht durch, und was von außen an die Wand ging, kam auch nicht durch, und beides war dieselbe Arbeit.
Draußen lagen vierzig Häuser an einem Netz, und neun davon lagen nicht in China, und bei vieren stand nicht einmal, seit wann.
Und vorn in der Halle lagen die drei von Han Meiyu.
Um 09:44 stand Gu Lin Aelir zwei Schritte vor der Tür, und Xuan Ling nahm ihn auf den Arm und setzte ihn bei den Löffeln wieder ab.
Und sie tat das nicht schnell, und sie sagte nichts dabei, und der Junge nahm es hin, weil bei den Löffeln etwas lag, das ihm gehörte.
Der Becher, den Xuan Ling auf den Boden gestellt hatte, stand um 09:47 nicht mehr ganz gerade.
Und niemand hatte ihn angestoßen, und der Boden war eben, und Xuan Ling stellte ihn hin und sah danach zweimal darauf.
Um 09:52 legte Meifeng die Hände auseinander.
Und zum ersten Mal an diesem Vormittag sah man ihr an, dass sie etwas tat.
„Frau Song.“
„Es geht nicht zurück“, sagte Meifeng.
„Und?“
„Das Gefälle geht auch nicht zurück.“
Eine Mitte ist keine Quelle.
Und eine Mitte ist ein Gefälle, und ein Gefälle kann man nicht anschlagen und loslassen, weil es keine Stelle hat, an der man es anfasst.
Das hatte Meifeng am zwölften Januar aufgeschrieben, und zwar als Erstes.
Und in diesem Raum stand es an diesem Sonntag zum ersten Mal ohne einen einzigen Menschen darauf, und es stand trotzdem.
Um 10:02 war es kein Netz mehr, das sie hielt.
Und es war ein Netz, das sich selbst hielt, und es hielt sich an der tiefsten Stelle fest, und die tiefste Stelle saß auf dem Boden und hatte die Hände auf den Knien.
Xuan Ling stand auf und blieb stehen und setzte sich wieder hin.
„Wie lange steht das jetzt?“, fragte sie.
„Zu lang“, sagte Gu Tian.
Und er ging nicht von der Tür weg.
Tang Shu sah, was ein Gerät nicht gesehen hätte.
Und es lief nicht mehr aus den Ankern in die Mitte, sondern aus der Mitte in die Anker, und aus der Mitte in die Wege dazwischen, und aus der Mitte in alles, was in diesem Raum irgendetwas nehmen konnte.
Und es nahm nicht mehr das, was Meifeng gab.
Ein Gefälle fragt nicht, wo das aufhört, was hineinläuft.
Und es läuft, solange oben etwas ist, und oben war an diesem Vormittag ein Mensch, und an einem Menschen steht kein Schild, auf dem bis hierher steht.
Um 10:07 gaben drei der neun Anker mehr ab, als am Freitag hineingegangen war.
Und Meifeng hatte sie gleich geladen, und sie waren zwei Tage lang gleich gewesen, und um 10:07 waren sie es nicht mehr.
Um 10:09 kippte der Becher um, und das Wasser lief bis an den vordersten Bock und nicht darüber hinaus.
Und Xuan Ling wischte es mit dem Ärmel auf, weil kein Tuch da war, und stellte den Becher wieder hin und füllte ihn nicht nach.
Um 10:11 nahm Tang Shu ihre Hand von der Bank.
„Frau Song.“
Nichts.
„Frau Song.“
Nichts.
„Meifeng.“
Meifeng drehte den Kopf.
„Wo zieht es?“
„Überall“, sagte Meifeng.
„Das ist keine Stelle.“
„Nein.“
„Meifeng, wo hören Sie auf?“
Es dauerte, und Tang Shu wartete es aus, und niemand im Raum sagte in dieser Zeit etwas.
„Ich weiß es nicht“, sagte Meifeng.
„Und heute Morgen?“
„Heute Morgen war es unter mir.“
„Und jetzt?“
„Jetzt bin ich es.“
Tang Shu stand von der Bank auf, ging drei Schritte und setzte sich auf den Boden.
Und sie setzte sich in zwei Bewegungen hin, und Xuan Ling schob ihr die zusammengelegte Decke unter, bevor sie unten war.
Der Boden lag tiefer als der Schemel und tiefer als die Bank, und das war der Grund.
Und was zwischen den Böcken lief, lief eine Handbreit über dem Boden, und von einem Schemel aus sah man darauf und nicht hinein.
„Meifeng.“
„Ja.“
„Ich lege Ihnen eine Grenze hin. Sie können nein sagen.“
„Und dann?“
„Dann lege ich sie nicht hin“, sagte Tang Shu.
Xuan Ling machte den Mund auf und wieder zu.
Und Gu Tian stand an der Tür und sagte nichts.
„Legen Sie sie hin“, sagte Meifeng.
Eine Uhr hat zwei Seiten und dazwischen einen Wechsel.
Und der Wechsel ist kein Ort und keine Dauer, sondern die Stelle, an der das eine aufgehört hat und das andere noch nicht angefangen.
Eine Wand hat zwei Seiten und eine Dicke.
Ein Wechsel hat keine Dicke, und was keine Dicke hat, kann man nicht überschreiten, sondern nur erreichen.
Um Meifeng herum wäre er einfach gewesen.
Und ein Kreis um einen Menschen ist eine Wand, und eine Wand hält von zwei Seiten, und sie hält auch das ab, was hineinsoll.
Tang Shu fing damit an und hörte nach ungefähr zwei Sekunden wieder auf.
Und was danach dagelegen hätte, wäre ein Käfig gewesen, in dem eine Heilerin sitzt, die niemanden mehr erreicht.
Tang Shu legte ihn nicht um Meifeng.
Und sie legte ihn auch nicht um das Netz und nicht um die neun Anker.
Sie legte ihn in das Gefälle, an die Stelle, an der aus dem, was Meifeng gab, das wurde, was Meifeng war.
Diese Stelle gab es, und sie lag nicht in der Mitte des Raums und nicht in der Mitte des Netzes, und sie lag auch nicht dort, wo Tang Shu sie am Donnerstag vermutet hatte.
Und sie zu finden war die ganze Arbeit. Sie hinzulegen dauerte danach ungefähr so lange wie ein Atemzug.
Um 10:26 stand sie.
Es wurde nicht heller und nicht dunkler.
Und es wurde auch nicht ruhiger, sondern der Zug blieb genauso stark, wie er um 10:24 gewesen war.
Nur hörte er an einer Stelle auf.
Ein Gefälle ohne Boden ist kein Gefälle.
Und es ist ein Loch, und in einem Loch steht nichts still, weil unten nichts ist, worauf etwas stehen könnte.
Ab 10:26 hatte es einen Boden.
Und was einen Boden hat, findet eine Höhe, und was eine Höhe hat, hört irgendwann auf zu fallen.
Und es dauerte danach noch elf Minuten, bis das Netz das gemerkt hatte.
Tang Shu hielt in diesen elf Minuten ihre eigene Uhr auf die Linie.
Und ein Wechsel, den man hinlegt, ist ein Wechsel, der nicht kommt.
Ihre Uhr lief weiter, und sie lief in der Seite weiter, in der sie den ganzen Vormittag gelaufen war.
Und die Stelle, an der sie hätte umschlagen sollen, lag jetzt unter Meifengs Netz und nicht in ihr.
Der Wechsel stand um 10:51.
Er kam nicht.
Xuan Ling hielt ihr um 10:54 den Becher hin, und Tang Shu trank zwei Schlucke und gab ihn zurück.
Und Xuan Ling stellte ihn neben ihr Knie und nicht neben sich.
Gu Lin Aelir kam um 10:58 mit dem Holz und hielt es Tang Shu vor das Gesicht.
Und er ließ es nicht los, und sie fasste es nicht an, und er stand ungefähr eine halbe Minute so da und ging dann zu den drei Löffeln zurück.
„Kannst du nicht —“, sagte Xuan Ling.
„Nein“, sagte Gu Tian.
„Warum nicht?“
„Was ich anfasse, hört auf.“
„Und wenn es kippt?“
„Dann ist das eine andere Frage“, sagte er. „Hier ist nichts zu schneiden.“
Er ging danach zwei Schritte an der Tür entlang und wieder zurück.
Und das war alles, was er zwischen 08:11 und 11:19 an Bewegung machte.
Um 11:03 stand das Netz.
Es stand nicht so, wie Meifeng es am Freitag gezeichnet hatte.
Und es stand tiefer, und es stand schief, und drei der Wege zwischen den Ankern trugen mehr als die anderen zwanzig zusammen.
Und es stand.
Meifeng saß in der Mitte und sagte von 11:03 bis 11:12 kein Wort.
Und niemand sagte ihr in dieser Zeit etwas.
Tang Shu hielt die Linie, und Xuan Ling hielt den Becher, und Gu Tian hielt die Wände.
Und keiner von den dreien sagte ihr, was sie da sah.
Um 11:12 nahm Meifeng die Hände von den Knien und legte sie flach auf den Boden.
„Es steht auf mir“, sagte sie.
„Und deswegen hält es.“
„Deswegen fällt es.“
Tang Shu sagte dazu nichts.
Und das war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und sie hielt in diesem Augenblick ihre Uhr auf einer Linie und nicht in sich.
Um 11:19 ließ sie sie los.
Die Linie ging nicht kaputt und nicht weg.
Und sie hörte auf, und bei einer Sache ohne Dicke ist das dasselbe.
Das Netz sackte danach nicht ein.
Und es lief drei Minuten weiter auf der Höhe, die es gefunden hatte, und dann wurde es langsamer, und um 11:31 lagen neun Anker so da, wie man neun Böcke ansieht, auf denen nichts liegt.
Und Meifengs Hände blieben auf dem Boden.
Tang Shus Wechsel kam um 11:38.
Und er kam siebenundvierzig Minuten zu spät, und ihre Uhr hatte noch nie siebenundvierzig Minuten zu spät gewechselt.
Und sie zählte danach ihren eigenen Puls, und sie zählte ihn zweimal, weil sie sich beim ersten Mal verzählte.
Yinghua hatte sich seit 10:26 nicht bewegt.
Und um 11:41 bewegte sie sich wieder, zweimal kurz hintereinander, so wie sie es seit dem Januar zweimal am Tag machte.
Tang Shu schrieb sich 11:38 auf und 11:41 daneben, und sie schrieb keine Folgerung darunter.
Xuan Ling sah auf das Blatt und sagte nichts dazu.
Um 11:46 stand Meifeng nicht auf.
„Frau Tang.“
„Ja.“
„Und was haben Sie hingelegt?“
„Eine Grenze“, sagte Tang Shu.
„Zwischen was?“
„Zwischen dem, was Sie geben, und dem, was Sie sind.“
Meifeng sah eine Weile auf ihre eigenen Hände.
„Und die dritte Sache?“
„Welche dritte Sache?“
„Die zwischen den beiden“, sagte Meifeng.
„Ich habe heute nicht geholfen, und ich habe auch nicht gelebt. Ich war dabei, es wegzugeben, und es hat sich von beidem nicht unterschieden.“
„Nein“, sagte Tang Shu. „Von außen nicht.“
„Und von innen?“
„Von innen ist es dieselbe Bewegung“, sagte Tang Shu. „Und eine Grenze weiß nicht, was Sie damit meinen. Sie liegt nur da, wo sie liegt.“
Um 11:52 sagte Meifeng den Satz, der ihr gehörte, und niemand hatte ihn ihr gesagt.
„Ein Gefälle ohne Boden ist keine Mitte.“
„Und in meiner Mitte sitzt jetzt wieder ein Mensch, der nicht loslässt.
Und es ist nicht einmal mehr ich.“
Xuan Ling hielt in der Bewegung an, mit der sie den Krug aufnahm, und stellte ihn dann hin.
„Shu, ich kann mir nicht jeden Tag eine Grenze von Ihnen leihen.“
„Nein“, sagte Tang Shu.
„Und ich weiß jetzt, was falsch ist.“
„Und was richtig ist?“
„Noch nicht.“
Gu Lin Aelir kam um 11:55 zu Meifeng und hielt ihr das Holz hin.
Und er ließ es nicht los, und Meifeng legte die Hand darum und um seine Hand mit, und dann saßen sie beide eine Weile so, und er sagte in dieser Zeit nichts.
Um 12:01 sagte er „Tor auf“, und diesmal sagte er es nicht zur Tür, sondern zu dem Becher mit den drei Löffeln.
Es kommentierte das niemand.
Tang Shu kam nicht allein hoch.
Und Xuan Ling nahm sie unter dem rechten Arm, und Meifeng stand zuerst selbst auf und nahm dann den linken, und es dauerte, und es sagte dabei keine von den dreien etwas.
Um 12:06 fragte Xuan Ling ihren Sohn, ob er jetzt aufhören könne.
„Noch nicht“, sagte er.
Er machte die Wände um 12:14 auf, und danach ging die Tür wieder so zu wie an jedem anderen Tag.
Und er ging als Letzter hinaus.
Vorn in der Halle hatte Han Meiyu an diesem Vormittag drei gehabt, und um zwölf Uhr hatte sie noch eine.
Sie fragte nicht, was hinten gewesen war.
Die neun Übungsanker blieben stehen.
Und acht standen so, wie sie am Freitag gestanden hatten, und der neunte stand sieben Zentimeter tiefer, weil sein Bock in den Boden gegangen war.
Han Da sah es sich am Nachmittag an.
„Neun Stück gleich hoch“, sagte Han Da. „Und einer geht in den Boden.“
„Und?“
„Und ich stelle ihn nicht nach“, sagte Han Da. „Ich habe ihn nicht hineingedrückt.“
Meifeng ging an diesem Sonntag nicht aus der Heilhalle.
Und sie saß um 14:00 wieder auf dem Boden zwischen den Böcken, ohne etwas anzulegen.
Neben ihr lag ein Blatt, und darauf stand eine Zeile.
Es braucht einen Boden, der kein Mensch ist.
Und sie schrieb keine Antwort darunter.