Der erste Februar 2137 war ein Montag, und in Songjiang lag am Morgen Reif auf dem langen Tisch.
Und Fang Xiuying wischte ihn ab, bevor jemand aufstand, und sie machte das den ganzen Winter über jeden Morgen, weil der Tisch im Hof stand und weil die Kohlebecken erst am Abend brannten.
Gu Tian war um neun in Shanghai.
Und der Termin fand in einem Zimmer statt, in dem vier Bündel und ein flacher, verschnürter Kasten auf einem Tisch lagen, und um 11:12 lagen sie nicht mehr dort.
„Herr Gu.“
„Herr Lu?“
„Der Kasten ist übergeben.“
„An wen?“
„Das steht auf einem Blatt“, sagte Lu Chen. „Und das Blatt bekommen Sie nicht.“
„Gut.“
Er wurde an diesem Vormittag zweimal etwas gefragt, und beide Male stand die Antwort schon auf Papier, und beide Male las jemand anderes sie vor.
Und er sagte in diesem Zimmer sieben Sätze, und Fräulein Ma zählte sie nicht, weil sie an diesem Vormittag nichts zu zählen hatte.
Um 11:40 ging er.
Und Fräulein Ma saß noch an der Seite und schrieb, und sie sah nicht auf, und das war kein Versehen, sondern die Reihenfolge, in der sie seit dem vierten Januar arbeitete.
Der Wagen brauchte für die fünfzig Kilometer länger als am Vortag, weil es Montag war.
Und die Baustelle, an der sie am Sonntag zwanzig Kilometer entlanggefahren waren, hatte an diesem Morgen eine Ampel, und die Ampel war neu, und keiner der drei im Wagen sagte etwas dazu.
In Songjiang war es zehn nach zwei, und im Hof stand niemand.
Das Tor war offen, und der Riegel hing an derselben Kette wie im Dezember, und daneben lag ein Stück Holz.
Und es lag nicht auf dem Boden, sondern auf dem unteren Querbalken, wo es jemand hingelegt hatte, der nicht höher kam.
Es war kürzer als eine Hand und an allen Kanten rund, und der Reif war an dieser Stelle weg und daneben nicht.
Gu Tian ließ es liegen.
Han Da kam aus der Werkstatt und hatte einen Hobel in der Hand.
„Junger Herr.“
„Herr Han.“
„Sie sind früher als gesagt.“
„Der Termin war kürzer als gesagt“, sagte Gu Tian.
„Und?“
Han Da sah an ihm vorbei zum Tor.
„Und der Junge legt es immer dorthin“, sagte er.
Der Weg zur Heilhalle war hundertvierzig Schritte lang, und Gu Tian ging ihn nicht.
Er ging in die Halle mit den Leinen, weil dort etwas hörbar war.
Auf zwei Böcken lagen acht Leinen ausgebreitet, und sechs davon waren aufgetrennt, und die siebente war halb aufgetrennt.
Und Tang Shu saß auf einem Hocker davor, und der Hocker war höher als der, auf dem sie im Dezember gesessen hatte.
Und neben dem Hocker stand eine Schale mit Wasser, die keiner angerührt hatte, und daneben lagen die Nadeln in der Reihenfolge, in der sie sie brauchte, und diese Reihenfolge hatte im Dezember noch nicht bestanden.
„Tian.“
„Shu.“
Sie legte die Schere hin und stand nicht auf.
„Setz dich nicht auf die Bank“, sagte sie. „Da liegen die zwei.“
Er setzte sich auf den Boden neben den Bock.
„Wie viele sind zerschnitten?“
„Zwei“, sagte Tang Shu. „Die dritte und die sechste, und beide an derselben Stelle, und das steht in keiner Liste.“
„Hat sie es schon?“
„Seit heute Mittag.“
Sie nahm die siebente Leine wieder auf und trennte weiter, und sie arbeitete langsamer als im Dezember, und sie sagte nichts dazu.
Und sie legte die Schere zwischen zwei Stichen ab und nahm sie wieder auf, und sie machte das öfter als früher, und sie machte es, bevor die Hand es verlangte.
„Wie ist es dir gegangen?“
„Neunter Monat“, sagte Tang Shu. „Seit heute.“
„Und?“
„Ich stehe von dem hier nicht auf, bevor die achte offen ist.“
Gu Tian sagte darauf nichts.
Und er blieb sitzen, bis die siebente offen war, und das dauerte, und er stand danach auf und trug die aufgetrennten Leinen zum zweiten Bock hinüber, weil sie zwei Meter weiter lagen als der Hocker.
Um 15:20 kam Han Meiyu herein und blieb an der Tür stehen.
„Frau Tang, halb vier.“
„Ich weiß.“
„Und?“
Tang Shu legte die Schere quer über die achte Leine.
„Und ich komme“, sagte sie.
Sie ging vor Gu Tian hinaus, und an der Schwelle zur Halle nahm sie die Wand.
Und die Stufe war nicht mehr die, die im Dezember dort gewesen war, und Gu Tian trat einmal daneben, bevor er es merkte.
„Herr Han hat sie geändert.“
„Wann?“
„Am Dienstag vor einer Woche“, sagte Tang Shu. „Und er hat vorher nicht gefragt.“
Song Meifeng war seit dem Vormittag in der Heilhalle.
Und sie hatte zwölf Kerne mitgebracht und eine Liste, und die Kerne lagen um 16:00 in der Tonschale und die Liste lag nicht auf dem Tisch, sondern in ihrer Tasche.
Und sie sah an diesem Tag bei niemandem hin, und der Grund dafür war derselbe wie am achtundzwanzigsten und am neunundzwanzigsten Januar, und sie schrieb ihn nicht wieder auf.
Gu Tian sah sie zum ersten Mal an diesem Tag um 16:40, im Gang zwischen der Halle und dem Hof.
„Ah Tian.“
„Meifeng.“
„Die Leinen sind offen?“
„Bis auf die achte“, sagte er.
„Und die achte?“
„Die macht sie heute Abend nicht mehr.“
Meifeng sah den Gang hinunter.
„Nein“, sagte sie.
Und sie sagte danach nichts weiter, und sie ging nicht weiter, und sie blieb noch etwa vier Sekunden stehen, bevor sie es tat.
Fang Xiuying kochte an diesem Abend für sechsunddreißig.
Und es war nichts dabei, was sie nicht auch am Donnerstag gekocht hätte, und das war so beschlossen worden.
Und sie hatte trotzdem für achtunddreißig gerechnet, weil sie das seit dem April 2134 so machte und weil sie es damals einmal erklärt und seitdem nicht mehr erklärt hatte.
Es war zwei Tage vorher beschlossen worden, über einen Schreibkanal mit achtzig Zeichen je Zeile, und Tang Shu hatte dafür zweiundzwanzig gebraucht.
Und die Zeile hatte gelautet: Kein Fest. Essen wie sonst. Sag es Frau Fang.
Um 18:20 brannten drei von den vier Kohlebecken.
Und Han Da zündete das vierte an, weil sechsunddreißig Leute mehr Rand brauchen als siebzehn.
Gu Tian kam um 18:34 in den Hof, und am Tisch saßen bereits elf Leute und aßen.
Er blieb an der Ecke stehen.
„Tian'er.“
„Mutter.“
Xuan Ling schob ihm eine Schale zu, ohne aufzusehen.
„Wir fangen seit Januar um halb sieben an“, sagte sie.
„Warum?“
„Weil sie um neun schläft.“
„Und?“
Xuan Ling nahm sich vom Kohl.
„Und dann isst sie mit“, sagte sie.
Es hatte ihm niemand geschrieben, und es hatte auch niemand vergessen, es ihm zu schreiben.
Sein Platz war da, und er war einen Platz weiter zur schmalen Seite gerückt, weil Han Meiyu seit dem Januar neben Tang Shu saß.
Und niemand stand auf, und niemand sagte etwas dazu, und Gu Tian setzte sich dorthin, wo sein Platz war.
Der Tisch war im März erweitert worden, und zwar zum zweiten Mal, und an diesem Abend reichte er.
Von der Bank her kam bei jeder Bewegung ein kurzes Geräusch aus dem Boden.
Und das linke hintere Bein stand seit dem dreißigsten Dezember auf nichts, und Han Da hatte in fünf Wochen keinen neuen Keil geschnitten, und niemand hatte ihn danach gefragt.
Und wer an dieser Seite saß, setzte sich inzwischen anders hin, und das hatte auch keiner ausgemacht.
Nightfall saß an der langen Seite, und sie saßen dort in keiner Ordnung.
Und Herr Cai saß am Ende, weil er dort saß, seit es diesen Tisch gab.
Zhou Liangchen saß links von ihm, weil er mit links aß.
Und Kang Zhiyuan saß aufrecht und lehnte sich nicht an, und Herr Cai schob ihm ein zusammengelegtes Tuch hin und sagte nichts dazu, und Kang Zhiyuan legte es sich nicht unter.
„Kang.“
„Frau Han?“
„Mittwoch, Freitag, Sonntag.“
„Das ist die Hand“, sagte Kang Zhiyuan.
„Die Hand ist Mittwoch, Freitag, Sonntag“, sagte Han Meiyu. „Sie sind Donnerstag.“
„Und wie lange?“
„Sechs Wochen“, sagte Kang Zhiyuan.
Han Meiyu nahm sich Reis.
„Und die stehen nicht bei mir, sondern bei den Rippen“, sagte sie.
Deng Yuxian saß gegenüber und aß mit der Uhr auf dem Tisch.
Und die Uhr ging vier Sekunden vor, und sie stellte sie an diesem Abend so wenig wie an allen Abenden davor.
Hu Jinglan hatte die Binden abgewickelt und aß ohne sie, und sie legte sie neben ihre Schale und nicht in die Tasche.
Und Deng Ruozhi saß auf der Seite, auf der niemand ihn am linken Arm anstieß.
Yao Dexin bekam seine Schale von Ren Congzhi, weil der linke Arm im Hemd hing.
Und Ren Congzhi stellte sie ab, ohne hinzusehen, und aß weiter, und die beiden sagten dazu nichts.
Bai Suqing schlief nicht.
Und das war die erste Mahlzeit seit dem vierundzwanzigsten Januar, bei der sie nicht schlief, und Guo Meixin sagte es nicht laut.
Duan Yuhe fragte als Erster.
„Junger Herr.“
„Herr Duan?“
„Wie war es?“
Gu Tian legte die Stäbchen quer.
„Lang“, sagte er.
„Und der Stein?“
„Hart.“
Duan Yuhe wartete.
„Und dann?“
„Und dann sind wir gegangen“, sagte Gu Tian.
Duan Yuhe fragte danach nicht weiter.
Und die drei Antworten waren kleiner als das, wonach er gefragt hatte, und das merkten an diesem Tisch acht Leute und sagten es nicht.
Und von den acht waren sechs dabei gewesen, und die beiden anderen waren Han Da und Fang Xiuying, die nicht dabei gewesen waren und es trotzdem merkten.
Gu Zhong kam um 18:50 mit seinem Buch.
Und er setzte sich an das schmale Ende und schlug es auf und las die eine Zahl vor, die er jeden Abend vorlas.
„Junger Herr, dreihundertsechsundzwanzig.“
„Herr Gu Zhong.“
„Und die Zahl hat sich nicht geändert, seit Sie weg sind“, sagte er.
„Steht der Grund darin?“
„Nein.“
„Und?“
Gu Zhong schlug das Buch zu.
„Und ich schreibe keinen hinein“, sagte er.
Sheilan saß neben Xuan Ling, und sie stritten über den Fisch.
„Frau Xuan, der ist zu lange drin gewesen.“
„Frau Sheilan, das ist der zweite.“
„Und der erste?“
Xuan Ling gab ihr die Schale.
„Und den haben Sie gegessen“, sagte sie.
Gu Lian hielt Gu Lin Aelir auf dem Schoß, und der Junge aß von ihrem Löffel und nicht von seinem.
Und Song Meifeng saß zwei Plätze weiter und sah einmal hin und nahm ihn nicht.
Er hatte das Stück Holz nicht dabei.
Und es lag auf dem unteren Querbalken am Tor, und er wusste, wo es lag, und er hatte an diesem Abend beide Hände am Löffel.
„Zweiundzwanzig Monate“, sagte Xuan Ling zu niemandem.
„Und morgen dreiundzwanzig.“
„Feiern wir es?“
„Wir zählen es“, sagte Tang Shu.
Xuan Ling nickte einmal.
„Und das habe ich schon gehört“, sagte sie.
Luo Shuang saß zwischen Guo Meixin und Fang Weilin und hatte ihr Gerät nicht dabei.
Und das fiel Gu Tian auf, und es fiel ihm auf, weil er es in vierundzwanzig Tagen nicht einmal ohne gesehen hatte.
„Fräulein Luo.“
„Herr Gu?“
„Es liegt drin“, sagte sie, bevor er fragte.
„Und?“
„Und heute läuft nichts, was ich nicht morgen früh auch noch messen kann.“
Fang Weilin lachte einmal kurz und aß weiter.
Chen Ruolan legte drei Blätter neben Gu Tians Schale, mit der beschriebenen Seite nach unten.
„Herr Gu, drei sind entschieden.“
„Frau Chen, von wem?“
„Von mir.“
„Und?“
„Und Sie lesen sie morgen“, sagte Chen Ruolan.
Er schob sie zur Seite, ohne sie umzudrehen.
Um 19:15 war es am Tisch so laut, wie es an diesem Tisch laut wurde, nämlich nicht sehr.
Und in dem Lärm sagte Song Meifeng vier Sätze, und drei davon waren Antworten.
Und in den sechs Wochen davor hatte sie an einem Abend wie diesem so viel gesagt, dass Fang Xiuying zweimal aus der Küche gekommen war, um es zu hören.
„Frau Song.“
„Frau Tang?“
„Zwei sind zerschnitten.“
„Die dritte und die sechste.“
„Doppelt genäht?“
„Ja.“
Und die beiden Anreden standen vorn an einem Wechsel, der sie nicht gebraucht hatte, und sie standen dort wie ein Mantel in einem warmen Raum.
Und keine von beiden nahm ihn ab, und es sagte niemand etwas dazu, und es hörte auch niemand hin.
Tang Shu schob ihr das Salz zu, bevor Meifeng danach sah.
Und Meifeng hatte die Hand schon dort.
Danach sagte Song Meifeng bis 19:40 nichts mehr.
Herr Cai stand um 19:44 auf und ging zur Küchentür und kam mit der zweiten Kanne zurück.
Und er ging dabei an vierzehn Leuten vorbei, und er blieb hinter Zhou Liangchen stehen, bis der seine Schale abgesetzt hatte, und dann schenkte er ein.
„Herr Cai.“
„Junger Herr?“
„Die Scheide.“
„Die ist am siebenundzwanzigsten zurückgegangen“, sagte Herr Cai.
„Und?“
„Und der Rest ist da.“
Er stellte die Kanne ab und setzte sich wieder, und es fragte niemand, welcher Rest.
Gu Lin Aelir rutschte um 19:50 von Gu Lians Schoß.
Und er ging um den halben Tisch herum, und er ging an Sheilan vorbei und an Fräulein Ma vorbei und an der Bank vorbei, die bei jedem Schritt in den Boden knackte.
Er blieb bei Song Meifeng stehen und hob beide Arme.
Und sie hob ihn hoch, und sie setzte ihn sich nicht auf den Schoß, sondern hielt ihn, und das dauerte etwa vier Sekunden, und dann setzte sie ihn sich auf den Schoß.
Es sah an diesem Tisch niemand hin.
Und Xuan Ling sah zweimal hin.
Und Tang Shu sah nicht hin, und sie schob den Teller mit dem Kohl an Gu Lian vorbei bis zu Meifengs Platz, ohne dass jemand danach gefragt hatte.
Um 20:04 nahm Gu Tian den Keil aus der linken Innentasche.
Er war drei Finger lang und aus Kiefer, auf einer Seite gehobelt und auf der anderen nicht, und an der dicken Kante war das Holz ausgerissen, und es war seit dem dreißigsten Dezember nicht weiter ausgerissen.
Er legte ihn auf die Tischkante, dorthin, wo er an jenem Abend gelegen hatte.
Und er legte ihn mit der gehobelten Seite nach oben hin, und das hatte am dreißigsten Dezember jemand anderes so gemacht.
Han Da sah ihn an und nahm ihn nicht.
„Junger Herr.“
„Herr Han?“
„Das Bein kippelt seit fünf Wochen.“
„Ja“, sagte Gu Tian.
„Und?“
Han Da nahm sich zum dritten Mal Fisch.
„Und ich schneide keinen neuen“, sagte er.
Der Junge kam vom Schoß seiner Mutter herunter und ging zum Tor.
Und er brauchte für die Strecke länger als sonst, und er kam mit dem Stück Holz vom Querbalken zurück, und er trug es mit beiden Händen.
Er legte es neben den Keil.
Das Stück war kürzer als eine Hand und rund geschliffen und hatte keine Kante, und der Keil hatte eine.
Und sie lagen nebeneinander auf der Tischkante, und keines von beiden lag auf dem anderen.
„Tor auf“, sagte Gu Lin Aelir.
„Ja“, sagte Gu Tian.
Der Junge nahm sein eigenes Stück wieder und ging damit zurück.
Und den Keil nahm er nicht.
Und der Keil lag den Rest des Abends dort, und wenn jemand die Kanne über den Tisch schob, schob er ihn beiseite und wieder zurück.
Um 20:12 wurde es an der langen Seite leiser, weil Bai Suqing endlich einschlief und Guo Meixin ihr die Schale wegnahm.
„Tian.“
„Shu?“
„Sie ist wach.“
„Seit wann?“
„Seit sieben“, sagte Tang Shu. „Wie jeden Abend seit dem elften Januar.“
„Und?“
„Und du warst nicht da.“
Sie sagte es ohne Vorwurf, und sie sagte es auch nicht so, als sei die Sache damit erledigt.
„Leg die Hand auf das Holz.“
Gu Tian legte die linke Hand flach auf den Tisch.
„Nicht die.“
Er legte die rechte daneben und nahm die linke weg.
Es stand nichts in der Luft, und es leuchtete nichts, und keiner der sechsunddreißig Leute am Tisch hörte auf zu essen.
Und Luo Shuang hätte an diesem Abend ohnehin nichts gemessen, weil ihr Gerät drinnen lag.
Tang Shu machte die Uhr einen Finger breit auf.
Und was über das Holz kam, war kein Bild, sondern ein Takt: zwei kurze und eine lange, dann nichts, dann wieder zwei kurze.
Gu Tian nahm die Hand nicht weg.
„Und?“
„Zwei kurze und eine lange“, sagte Tang Shu.
„Und dann nichts.“
„Und dann fängt sie wieder an“, sagte sie.
Er ließ die Hand noch dort, als der Takt schon dreimal durch war.
„Frau Tang.“
„Frau Han?“
„Im neunten Monat lasse ich die Uhr zu.“
„Ich weiß.“
„Und?“
Tang Shu nahm die Hand nicht vom Tisch.
„Und das hier ist ein Faden und keine Uhr“, sagte sie.
„Frau Tang, es ist Ihre Uhr.“
„Frau Han, es ist meine Uhr“, sagte Tang Shu. „Und ich weiß, wie weit ich sie aufmache, und ich habe es heute Nachmittag schon zweimal gemacht, und Sie waren beide Male im Raum.“
Han Meiyu sah sie etwa vier Sekunden an.
„Dann schreibe ich es auf.“
„Tun Sie das.“
„Und die achte Leine machen Sie morgen“, sagte Han Meiyu.
„Ja“, sagte Tang Shu.
Es sagte niemand am Tisch etwas dazu, und Xuan Ling legte Kohle nach.
Um 20:30 fragte Fang Weilin über den Tisch.
„Frau Song, wie viele lagen zuletzt in der Halle?“
„Zweiundsiebzig“, sagte Meifeng.
„Und jetzt?“
„Das weiß ich nicht.“
„Und die Kerne?“
„Neun sind dort geblieben“, sagte sie. „Zwölf liegen seit heute Mittag in der Schale.“
Es fragte danach niemand, wie viele in der Schale insgesamt lagen, und das hatte in diesem Haus noch nie jemand gefragt.
„In der Halle war eine Reihe, in der—“
Und sie sagte den Rest nicht.
Und es fragte sie niemand, und Fang Weilin aß weiter, und Luo Shuang sah von ihrer Schale auf und sah wieder hinunter.
Gu Tian sah zu ihr hin.
Und er fragte nicht.
Und es war der siebente Satz, den sie an diesem Abend angefangen hatte, und der einzige, den sie nicht zu Ende gesagt hatte.
Er schob ihr die Kanne hin, und sie schenkte sich ein, und sie sagte danke und sonst nichts.
Um 20:41 stand Zhou Liangchen auf, um seine Schale wegzubringen, und bekam sie mit links nicht auf den Stapel.
Und Fang Weilin nahm sie ihm ab, stellte sie hin und setzte sich wieder, und sagte dazu kein Wort.
„Herr Gu.“
„Herr Zhou?“
„Ich fange am Mittwoch wieder an.“
„Womit?“
„Mit dem, was mit links geht“, sagte Zhou Liangchen.
„Und der Rest?“
„Der Rest steht bei Frau Han.“
Gu Tian sah ihn an.
„Dann fangen Sie am Mittwoch an“, sagte er.
Fräulein Ma saß neben Deng Yuxian und schrieb an diesem Abend nichts.
Und sie hatte kein Papier vor sich liegen, und das war seit dem vierten Januar das erste Mal, und sie sagte es niemandem.
Um 20:55 fing das Abräumen an.
Und es fing an, wie es immer anfing, nämlich damit, dass Fang Xiuying aufstand und dass danach vier andere aufstanden und sie es nicht verhinderte.
Gu Zhong ging als Erster hinein, weil er um 21:30 schlief.
Und Sheilan und Xuan Ling gingen zusammen, und sie stritten dabei über etwas Drittes.
Herr Cai brachte die zweite Kanne zurück und stellte sie auf das niedrige Bord an der Ostwand.
Und dort standen sechs Schalen, und eine davon stand nicht mehr in der Reihe, sondern vorn an der Kante, weil ein Kind sie im Januar heruntergeholt und wieder hinaufgestellt hatte.
Gu Tian trug zwei Schalen zur Küchentür.
Und er trug sie, weil er sie in der Hand hatte, und nicht, weil ihn jemand darum gebeten hatte.
An der Tür stand Song Meifeng.
„Ah Tian.“
„Meifeng?“
Sie nahm ihm die obere Schale ab.
„Nichts“, sagte sie.
Und sie ging in die Küche, und Gu Tian ging nicht mit hinein.
Er ging zurück an den Tisch und setzte sich wieder hin, und am Tisch saßen noch neun Leute.
Kang Zhiyuan saß immer noch aufrecht.
Und Herr Cais zusammengelegtes Tuch lag immer noch neben ihm und nicht unter ihm.
Tang Shu stand um 21:06 auf, und sie brauchte dafür beide Hände auf dem Tisch.
Und niemand fasste sie an, und Han Meiyu ging zwei Schritte hinter ihr, und das hatte im Januar jemand so eingerichtet, und es hatte Tang Shu selbst gewesen sein müssen, weil sonst niemand es gedurft hätte.
Gu Lin Aelir schlief um 21:10 auf Gu Lians Schoß ein.
Und Gu Lian trug ihn hinein, und in seiner rechten Faust lag das runde Stück Holz.
Han Da löschte zwei von den vier Kohlebecken.
Und er ging dabei an der Bank vorbei und sah auf das linke hintere Bein und ging weiter.
Um 21:20 saßen noch vier am Tisch, und um 21:31 saßen noch zwei.
„Herr Gu.“
„Fräulein Luo?“
„Ich messe morgen ab sechs.“
„Was?“
„Die Halle“, sagte Luo Shuang. „Und die Leinen, wenn sie fertig sind.“
„Und sonst?“
Sie sah auf ihre leere Schale.
„Und sonst nichts, was ich Ihnen heute sage“, sagte sie.
Gu Tian sah sie an, und der violette Rand um seine Augen lief nicht schneller.
„Fräulein Luo.“
„Herr Gu?“
„Dann sagen Sie es mir, wenn Sie es sagen“, sagte er.
„Ja.“
Sie stand auf und ging hinein, und sie nahm ihre Schale mit und stellte sie auf das Bord und nicht in die Reihe.
Gu Tian blieb allein am Tisch sitzen, und das dauerte etwa eine Viertelstunde.
Und in dieser Viertelstunde stand er nicht auf, und es kam auch nichts, weswegen er hätte aufstehen müssen.
Und aus der Küche kam Geschirr, und aus dem Haus kam einmal eine Tür, und vom Hoftor her kam nichts, weil das Tor offen stand und offene Tore keinen Ton machen.
Der Keil lag auf der Tischkante, drei Finger lang, an der dicken Kante ausgerissen.
Und Gu Tian nahm ihn nicht wieder in die Tasche.
Um 21:48 kam Tang Shu noch einmal in den Hof, weil das Fenster oben offen stand und sie es von innen nicht zubekam.
„Tian.“
„Shu.“
„Es geht nicht zu.“
Er stand auf und ging hinein und zog es zu, und es klemmte nicht, sondern es hing.
Und er hängte es aus und wieder ein, und das dauerte länger als das Zumachen.
Danach standen sie beide im Gang.
Und es war schmal genug, dass einer von beiden sich hätte an die Wand stellen müssen, und keiner von beiden tat es.
„Der fünfundzwanzigste bis siebenundzwanzigste fehlt noch.“
„Ja.“
„Heute nicht“, sagte Tang Shu.
„Nein.“
„Und morgen?“
„Und morgen erzähle ich es dir“, sagte Gu Tian.
Sie ging die Treppe hinauf mit der Wand.
Im Hof brannten noch zwei Kohlebecken, und an der langen Seite lag ein zusammengelegtes Tuch.
Song Meifeng stand an der Küchentür und sah in den Hof, und sie hatte ein Tuch in der Hand und trocknete nichts damit ab.
Und hinter ihr war die Küche leer, und vor ihr war der Hof leer, und sie stand seit einer Weile genau dort, wo beides aufhörte.
„Meifeng.“
Sie sah auf.
„Ah Tian.“
„Es ist kalt.“
„Ja“, sagte sie.
„Und?“
Und sie sagte an diesem Abend nichts mehr, und Gu Tian fragte nicht nach.
Er machte das Tor zu, weil es offen stand.
Und der Riegel ging schwer, und auf dem unteren Querbalken lag nichts mehr.