Der einundzwanzigste Januar 2137 war ein Donnerstag.
Und Luo Shuang ging an diesem Morgen nicht als Erste an die Kante, sondern setzte sich mit dem Rücken an den Westrand des vierten Ankers und schlug ihr eigenes Heft auf.
Und sie schlug es nicht in der ersten Spalte auf.
Um 05:40 las Deng Yuxian von der mittleren Schale herüber ab, und die Zahl kam über einhundertvierzig Meter, und danach kam sie noch einmal aus dem Wasser.
„Einhundertneunundfünfzig."
„Gestern Abend?"
„Einhunderteinundsechzig", sagte Deng Yuxian. „Und vorgestern Abend einhundertsechsundsechzig."
Zwei in der Nacht, so wie in den acht Nächten davor.
Und drei am Tag, und die drei standen auf Luo Shuangs Blatt neben vier Uhrzeiten und neben nichts sonst.
Herr Cai las um 05:44 das Lot ab.
„Sechzehn."
„Den Spalt."
„Sechsundzwanzig", sagte Herr Cai.
Und es war der siebente Tag, an dem beide Zahlen dieselben waren.
Am Mittwoch hatten sie es dreimal versucht, und Luo Shuang hatte jedes Mal die Uhrzeit danebengeschrieben.
Fang Weilin hatte elf elf Minuten lang ohne Lücke gehalten, weil ein Grad je gehaltener Minute das Gesetz war, das den zweiten und den dritten Anker gebrochen hatte.
Sechzehn.
Und dann hatten zwei gleichzeitig von zwei Rändern gegeben, weil die Schale nur den Größten von zweien nimmt und weil Lu Chen wissen wollte, ob dieser Stein anders rechnete.
Sechzehn.
Dann hatte Yao Dexin von der mittleren Schale aus gegeben, und Deng Yuxian hatte Nord, Ost, Süd und die fünfte Ruine um je eins heraufkommen sehen.
West null.
Und zum vierten Mal null, und diesmal hatte niemand mehr gefragt, ob es sich um einen Ablesefehler handeln könne.
Am Abend hatte Lu Chen auf dem Blatt mit der Überschrift vierter eine sechste Zeile eingetragen, und danach hatte er das Feld daneben wieder leer gelassen.
Luo Shuang hatte in dieser Nacht zwei Stunden geschlafen und die übrige Zeit gerechnet, und am Morgen wusste sie eine Sache, die sie am Vortag nicht gewusst hatte.
Und sie hatte an der falschen Zahl gemessen.
„Herr Lu."
„Fräulein Luo?"
„Ich hätte gern eine Viertelstunde, und ich hätte sie gern, bevor jemand etwas hinausgibt."
„Sie haben sie", sagte Lu Chen und setzte sich hin.
Sie legte drei Blätter nebeneinander, so wie sie am fünften Januar drei Blätter nebeneinandergelegt hatte, und sie schrieb auf jedes ein Wort.
Taub.
Gespeist.
Sonst.
„Das erste Wort", sagte Lu Chen.
„Taub heißt, dass er nicht antwortet", sagte Luo Shuang. „Dass zwischen dem, was wir geben, und dem Stein etwas liegt, das nichts durchlässt."
„Und?"
„Dann kommt bei jeder Stärke dasselbe heraus, und das ist genau das, was wir sehen."
„Sie glauben es nicht."
„Ich habe es gestern geglaubt", sagte sie. „Bis 21:10."
Um 21:10 hatte sie in der zweiten Spalte des Vortags eine Zeile gefunden, die niemand bestellt hatte.
Und Fräulein Ma hatte am zwanzigsten Januar um 11:20 mit der Latte am Rand gestanden, während Fang Weilin hielt, und sie hatte den Spalt in elf Minuten zweiundzwanzig Mal abgelesen.
Zweiundzwanzig Mal sechsundzwanzig.
„Was ist daran falsch?"
„Und daran ist nichts falsch", sagte Luo Shuang. „Daran ist etwas zu genau."
Und sie hielt den Daumen an die Kante des Blattes.
„Ein Stein, der etwas nimmt und es zurückgibt, geht hinunter und kommt herauf, und dazwischen liegen sechs Sekunden. Fräulein Ma hat alle dreißig Sekunden abgelesen. Wenn er hinuntergegangen wäre und wiedergekommen, hätte sie es zweiundzwanzig Mal verpassen können."
„Und?"
„Ein Stein, der taub ist, geht überhaupt nicht hinunter", sagte sie. „Und beides sieht in zweiundzwanzig Ablesungen gleich aus."
Lu Chen sah auf das erste Blatt und ließ die Hand darauf liegen.
„Dann streichen Sie es nicht."
„Ich streiche es nicht", sagte Luo Shuang. „Ich lege es beiseite, weil ich es nicht prüfen kann, ohne durchgehend abzulesen, und weil ich dafür einen zweiten Menschen brauche, den Sie mir heute geben müssen."
Und er gab ihr Guo Meixin, und Guo Meixin las von 06:12 bis 07:00 ohne Unterbrechung ab, achtundvierzig Minuten, im Wechsel mit Herrn Cai alle vier Minuten, damit kein Auge müde wurde.
Und Fang Weilin gab in dieser Zeit dreimal elf, jedes Mal zwei Sekunden lang, mit sechs Minuten dazwischen.
„Sechsundzwanzig", sagte Guo Meixin. „Sechsundzwanzig. Sechsundzwanzig."
„Während er gibt?"
„Und während er gibt sechsundzwanzig", sagte Guo Meixin. „Und ich habe nicht geblinzelt, und Herr Cai hat auf die Uhr gesehen und nicht auf die Latte."
Luo Shuang schrieb es auf und schrieb die Namen beider Ableser daneben.
Und danach zog sie den Strich durch das zweite Blatt und nicht durch das erste.
„Das zweite Wort", sagte Lu Chen.
„Gespeist heißt, dass er nimmt, was wir geben, und dass ihm etwas anderes im selben Augenblick dasselbe zurückgibt", sagte Luo Shuang. „Und das ist die Erklärung, die auf Ihrem Blatt steht, seit der dritte gefallen ist."
„Auf meinem Blatt steht keine Erklärung."
„Und unter Ihren sechs Zeilen steht nimmt aus dem Portal", sagte sie. „Und darunter haben Sie ein Fragezeichen gesetzt, und ich rede über das, was über dem Fragezeichen steht."
Lu Chen nahm das Blatt und las die Zeile und sagte nichts dazu.
„Warum streichen Sie es?"
„Weil etwas, das zurückgibt, ankommen muss", sagte Luo Shuang. „Und alles, was an diesem Ort ankommt, braucht dafür Zeit. Sechs Sekunden auf dem eigenen Stein, zweiundzwanzig auf die entfernteste Ruine, ein Drittel einer Sekunde für ein Wort."
„Hier?"
„Und hier ist zwischen Geben und Zurückgeben keine Zeit. Nicht sechs Sekunden. Nicht ein Drittel."
„Das können Sie nicht messen."
„Nein", sagte Luo Shuang. „Und deshalb sage ich es andersherum: Ich habe achtundvierzig Minuten lang keinen Augenblick gefunden, in dem er unten war. Und wenn etwas zurückgibt, ist irgendwann etwas unten."
Deng Yuxian stand am Rand und hatte die Liste in der Hand.
„Fräulein Luo, ich habe am neunzehnten gesagt, dass die Summe tot ist."
„Ja."
„Heute wollen Sie mir eine Summe verkaufen."
Luo Shuang legte den Stift hin, bevor sie antwortete, und sie antwortete langsamer als sonst.
„Sie haben gesagt, dass die Summe der vier Spalte tot ist. Dreihundertvierundzwanzig. Und die war es, und wir haben es vier Tage lang teuer bezahlt."
„Und?"
„Das war eine Summe aus Steinen", sagte Luo Shuang. „Und ich rede über eine Summe aus Zügen."
„Das ist dasselbe Wort."
„Und das ist mein Fehler und nicht Ihrer", sagte Luo Shuang. „Ich habe kein zweites."
Und Deng Yuxian sah sie an und schrieb es auf, und sie schrieb es wörtlich auf, weil sie die Ableserin war.
Sie fragte danach noch etwas, und sie fragte es, ohne die Stimme zu heben.
„Können Sie mir beweisen, dass die beiden Summen nichts miteinander zu tun haben?"
„Nein", sagte Luo Shuang.
Sie trug es in die dritte Spalte ein, unter die Überschrift, die dort seit Fujian stand.
Zwei Summen. Kein Strich dazwischen.
Um 07:20 ging sie zurück zu Herrn Cais acht Zahlen.
Und am neunzehnten Januar um 16:12 hatte Fang Weilin am vierten Anker vier Minuten gehalten, und Herr Cai hatte in diesen vier Minuten acht Mal abgelesen.
Achtmal sechzehn.
Und dieselben acht Ablesungen standen auf Lu Chens Blatt in der zweiten Zeile, und sie standen dort als Beleg dafür, dass hier nichts funktionierte.
„Herr Cai."
„Fräulein Luo?"
„Was haben Sie an diesen acht Stellen abgelesen?"
„Das Lot", sagte Herr Cai. „Sechzehn Grad."
„Wohin hat es gezeigt?"
Und Herr Cai stand einen Augenblick still.
„Das habe ich nicht aufgeschrieben."
„Nein", sagte Luo Shuang. „Und ich."
Sie schrieb an jedem Ort, an dem sie ein Lot aufhängte, zwei Zahlen und nicht eine, und sie tat es seit dem sechsten Januar, und sie hatte nie eine Verwendung dafür gehabt.
Die erste Zahl war der Grad, um den es aus der Senkrechten stand.
Und die zweite war die Richtung, in die es dabei zeigte.
Sie schlug die zweite Spalte auf und legte den Finger auf vier Zeilen.
14. Januar, 18:20: sechzehn Grad, zweihundertsechsundzwanzig.
15. Januar bis 19. Januar 08:30: sechzehn Grad, zweihundertelf.
19. Januar, 08:44: sechzehn Grad, einhundertsiebenundneunzig.
19. Januar, 14:31: sechzehn Grad, einhundertachtundachtzig.
Lu Chen las sie zweimal und sagte danach vier Wörter.
„Die Zahl hat gestanden."
„Ja."
„Die Richtung nicht."
„Und die Richtung nicht", sagte Luo Shuang.
Und sie legte die Uhrzeiten daneben, und sie legte sie so daneben, dass er sie nicht suchen musste.
Der zweite Anker war am neunzehnten um 08:36 gefallen, und um 08:44 stand die Richtung vierzehn Grad weiter westlich.
Und der dritte war um 14:20 gefallen, und um 14:31 stand sie noch einmal neun Grad weiter.
„Der fünfzehnte?"
„Und am fünfzehnten ist der erste Anker gefallen", sagte Luo Shuang. „Und seitdem stand sie auf zweihundertelf. Fünfzehn Grad."
Fräulein Ma schrieb es mit, und sie fragte dabei die Frage, die auf der Hand lag, und sie fragte sie laut, weil Lu Chen sie nicht fragte.
„Fünfzehn, vierzehn, neun. Wird es kleiner?"
„Ja."
„Und was heißt das?"
„Das weiß ich nicht", sagte Luo Shuang und schrieb die drei Zahlen in die dritte Spalte.
Lu Chen stand auf und ging drei Schritte an den Rand und kam zurück.
„Sagen Sie mir, was Sie daraus lesen. Und sagen Sie es in der Reihenfolge, in der Sie es gerechnet haben."
„Wenn ein Lot an einem Zug hängt, und Sie nehmen den Zug weg, dann fällt das Lot in die Senkrechte", sagte Luo Shuang. „Die Zahl geht auf null. Sie ist nicht auf null gegangen."
„Also nicht einer."
„Also nicht einer."
„Wenn es an zweien hängt, und Sie nehmen einen weg, dann hängt es am anderen. Es zeigt dorthin, wo der andere ist, und es steht so weit aus der Senkrechten, wie der andere stark ist."
„Und?"
„Dann springt beides, die Zahl und die Richtung", sagte Luo Shuang. „Die Zahl ist dreimal nicht gesprungen."
„Bei dreien?"
„Und bei dreien springt die Zahl weniger, und sie springt", sagte sie. „Ich habe dreimal null gemessen, und ich habe dreimal auf dieselbe Weise gemessen, und einmal davon acht Mal in vier Minuten."
Sie nahm ein leeres Blatt und zeichnete darauf einen Punkt und um den Punkt herum sieben Striche, die nach außen liefen, und sie zeichnete sie ungleich lang.
Und dann zeichnete sie einen achten Strich, der kürzer war als jeder von den sieben.
„Das ist die Sechzehn", sagte sie und legte den Stift auf den kurzen Strich.
„Der kleinste?"
„Und der kleinste."
„Erklären Sie es."
„Und sieben Züge, die in sieben Richtungen ziehen, heben einander fast auf", sagte Luo Shuang. „Und was nicht aufgehoben wird, steht am Lot. Sechzehn Grad."
Und Lu Chen sah auf das Blatt.
„Dann ist sechzehn nicht das, was da ist."
„Nein", sagte Luo Shuang. „Sechzehn ist nicht die Summe. Sechzehn ist der Rest."
Es sagte eine Weile niemand etwas.
Und das Wasser gab die letzten drei Wörter zurück, und danach war es still, und Guo Meixin schrieb sie doppelt ab.
„Jetzt sagen Sie mir, warum nichts gewirkt hat", sagte Lu Chen.
„Weil da nichts ist, worauf man geben kann", sagte Luo Shuang. „Ein Stein nimmt. Eine Summe nimmt nicht, eine Summe wird ausgeglichen."
„Fräulein Bais einhundertsiebenundvierzig?"
„Und die sind hineingegangen und verteilt worden, so wie elf auf der mittleren Schale in vier und zwei und zwei und eins und eins und eins zerfallen. Und dann stand wieder der Rest da."
„Der Rest ist sechzehn."
„Und der Rest ist sechzehn", sagte Luo Shuang. „Und er ist es seit dem fünfzehnten Januar, weil sich seit dem fünfzehnten Januar an den Zügen nichts geändert hat außer zweimal."
Sie schrieb den Satz, der daraus folgte, in die erste Spalte, und sie schrieb ihn in einer Zeile.
Der vierte Anker steht nicht auf Stein. Er steht auf dem Gleichgewicht sämtlicher Adern.
Aiko Taira war um 06:40 über den Westweg gekommen und stand seit 07:44 an der Nordkante.
Und sie hatte nichts gesagt, seit Luo Shuang mit den vier Zeilen angefangen hatte, und sie sagte auch jetzt nichts, sondern kam zwei Schritte näher und sah auf das Blatt mit den acht Strichen.
„Frau Taira."
„Fräulein Luo?"
„Sie haben am neunzehnten gesagt, dass Sie unter dem vierten nichts sehen."
„Ja."
„Sie haben es unterschieden."
„Und ich habe gesagt, dass es etwas anderes ist als ein Fehlen", sagte Aiko Taira.
„Ich habe es in die dritte Spalte geschrieben", sagte Luo Shuang. „Und es gehört in die erste."
„Warum?"
„Und weil unter ihm nichts liegt, was man sehen könnte", sagte Luo Shuang. „Was ihn hält, liegt nicht unter ihm. Es liegt überall sonst."
Und Aiko Taira sah eine Weile auf das Wasser.
„Dann sind es die, die ich sehe."
„Wie viele sehen Sie?"
Sie zählte sie nicht auf einmal auf, sondern ging dafür an vier Stellen der Kante und legte sich an zweien davon hin, und Fräulein Ma hielt ihr beide Male den Fuß.
Und sie brauchte von 08:20 bis 09:06 dafür.
„Neun", sagte sie danach.
„Sie sind sicher, dass es neun sind?"
„Ich bin sicher, dass ich neun sehe", sagte Aiko Taira. „Und ich sage Ihnen nicht, dass es keine zehnte gibt."
Luo Shuang schrieb neun und schrieb dahinter gesehen und schrieb den zweiten Satz wörtlich darunter.
Sie nahm danach für jede eine Richtung auf, und sie nahm sie vom Mittelpunkt des vierten Ankers aus, weil sie einen Punkt brauchte und weil dieser Punkt der einzige war, der seit dem fünfzehnten Januar stillstand.
Und Aiko Taira zeigte, und Herr Cai legte die Schnur, und Deng Yuxian las den Grad ab.
Für neun Richtungen brauchten sie eine Stunde vier.
„Zweiundzwanzig", sagte Deng Yuxian. „Siebenundvierzig. Sechzig. Achtundachtzig. Einhundertvierundsiebzig. Zweihundertdrei. Dreihundert. Dreihunderteinunddreißig. Dreihundertneunundvierzig."
Und Luo Shuang trug sie auf das Blatt mit dem Punkt ein und zeichnete den kurzen Strich noch einmal, auf einhundertachtundachtzig.
Und danach legte sie das Lineal quer über den Punkt, so dass es senkrecht auf dem kurzen Strich stand, und sie zog die Linie durch.
„Das ist die Querlinie", sagte sie.
„Und?"
„Und alles, was auf dieser Seite liegt, zieht gegen den Rest", sagte Luo Shuang und legte die Hand auf die Nordhälfte des Blattes. „Und alles, was auf der anderen Seite liegt, zieht mit ihm."
Lu Chen sah auf die Linie und danach auf die neun Striche.
„Was passiert, wenn Frau Taira eine schneidet, die gegen ihn zieht?"
„Dann wird der Rest größer."
„Und wenn sie eine schneidet, die mit ihm zieht?"
„Und dann wird er kleiner", sagte Luo Shuang.
„Wenn er auf null geht?"
„Dann steht das Lot senkrecht", sagte sie. „Und danach fällt es auf die andere Seite, und was dann kommt, steht auf keinem meiner Blätter."
Lu Chen schrieb es mit und setzte kein Fragezeichen dahinter.
Und danach fragte er über einhundertvierzig Meter, und er fragte es so, wie er die Zahlen ansagte.
„Herr Gu."
„Herr Lu?"
„Wenn das Gleichgewicht kippt, statt aufzugehen. Was passiert dann?"
„Dann fällt der Anker nicht", sagte Gu Tian. „Und ein Tor, das nicht zufällt, fällt hinunter, und darunter liegt der Biwa-See."
Er sagte es sofort, und er sagte es einmal, und er sagte es nicht lauter als die Zahlen davor.
Und Fräulein Ma schrieb es in eine eigene Zeile, und niemand sagte etwas dazu, und Lu Chen las es nicht noch einmal vor.
Um 10:40 kam die Frage, die Luo Shuang seit 09:06 erwartet hatte.
„Fräulein Luo, wie stark ist jede einzelne?"
„Das weiß ich nicht."
„Sie haben neun Richtungen."
„Und ich habe neun Richtungen und keine einzige Länge", sagte Luo Shuang. „Ich weiß, wo jede zieht. Ich weiß nicht, wie fest."
„Können Sie es messen?"
„Und dazu müsste ich eine schneiden lassen und danach ablesen", sagte sie. „Und ein Schnitt kostet vierundachtzig, und Frau Taira hat am neunzehnten einen gemacht und danach gesagt, dass sie an diesem Tag keinen zweiten macht."
Und Lu Chen sah zu Aiko Taira, und er fragte sie und nicht Luo Shuang.
„Wie viele schaffen Sie an einem Tag?"
„Das weiß ich nicht."
„Was wissen Sie?"
„Ich weiß, dass ein Schnitt je Stelle geht", sagte Aiko Taira. „Und dass ich danach elf Sekunden stehe, und dass in diesen elf Sekunden niemand hinter mir steht."
„Ein zweiter an derselben Stelle?"
„Nein."
„Am neunzehnten war nach einem Schluss."
„Ja."
„Heute?"
„Und heute weiß ich es nicht", sagte Aiko Taira. „Und ich sage es Ihnen nach dem dritten, und ich sage es Ihnen, bevor Sie es sehen."
Lu Chen schrieb beides mit, und er schrieb auch das ich weiß es nicht mit, und er schrieb es zweimal.
„Fräulein Luo, wenn wir Länge nicht haben, was haben wir?"
„Die Richtung", sagte Luo Shuang. „Und die Richtung reicht für die Reihenfolge und nicht für den Plan."
„Erklären Sie den Unterschied."
„Ich kann Ihnen sagen, welche als Nächste geschnitten werden darf", sagte sie. „Ich kann Ihnen nicht sagen, wo die Querlinie danach steht."
„Wer sagt das?"
„Und das sagt das Lot", sagte Luo Shuang. „Nach jedem Schnitt."
Sie stellte es danach in vier Sätzen auf, und Lu Chen ließ sie es zweimal sagen, und beim zweiten Mal schrieb Guo Meixin mit.
„Erstens: geschnitten wird nur, was nördlich der Querlinie liegt."
„Zweitens: nach jedem Schnitt lese ich Grad und Richtung ab, und ich lese sie doppelt ab."
„Drittens: die Querlinie wird neu gelegt, bevor der nächste Schnitt angesagt wird."
„Und viertens: steht der Rest kleiner da als vor dem Schnitt, hört es auf, und zwar sofort."
„Wenn es aufhört?"
„Und dann stehen wir da, wo wir stehen", sagte Luo Shuang. „Und ich weiß nicht, ob das ein Ort ist, an dem man stehen kann."
Sie legte um 11:30 die erste Reihenfolge fest, und sie legte sie auf dem Blatt mit dem Punkt fest und nicht auf dem Stein.
Und von den neun lagen sieben nördlich der Querlinie und zwei südlich.
Die zwei südlichen waren die auf einhundertvierundsiebzig und die auf zweihundertdrei, und sie schrieb neben beide dasselbe Wort.
Nicht.
Und daneben schrieb sie eine Zeile, um die niemand gebeten hatte.
Sieben ziehen nach Norden, zwei nach Süden, und der Rest steht im Süden.
„Und?", fragte Lu Chen.
„Dass die zwei zusammen mehr ziehen als die sieben", sagte Luo Shuang. „Und mehr sagt es nicht. Nicht wie viel mehr, und nicht, ob es zwei gleiche sind."
„Nie?"
„Und das habe ich nicht gesagt", sagte Luo Shuang. „Ich habe gesagt, heute nicht, und ich habe daneben geschrieben, dass die Linie sich dreht. Eine von beiden kann später nördlich liegen."
„Welche?"
„Und das weiß ich nach dem vierten Schnitt."
Die sieben schrieb sie in einer Reihe untereinander, und neben jede schrieb sie die Richtung und die Entfernung, die Aiko Taira genannt hatte.
Zweiundzwanzig, sechs Meter.
Dreihundertneunundvierzig, einundzwanzig Meter.
Dreihunderteinunddreißig, neun Meter.
Siebenundvierzig, vierunddreißig Meter.
Sechzig, elf Meter.
Dreihundert, siebzehn Meter.
Achtundachtzig, sechsundzwanzig Meter.
„Warum in dieser Reihenfolge?"
„Weil die erste am weitesten gegen den Rest zieht und die letzte am wenigsten", sagte Luo Shuang. „Und weil das die einzige Reihenfolge ist, in der der Rest nach jedem einzelnen Schnitt größer ist als vorher."
„Wenn wir die dritte vor der zweiten nehmen?"
„Dann geht es nach dem zweiten Schnitt um sieben Grad zurück, und danach rechne ich nicht mehr mit."
Und Lu Chen ging die sieben Zeilen mit dem Finger ab und blieb bei der vierten stehen.
„Wo kann man stehenbleiben?"
Luo Shuang hatte es vorbereitet, weil er es am achtzehnten Januar bei Aiko Taira genauso gemacht hatte.
„Nach dem dritten und nach dem fünften", sagte sie. „Und dazwischen und danach nicht."
„Warum nicht dazwischen?"
„Und weil der Rest zwischen dem dritten und dem fünften über die Richtung geht, in der der zweite Anker gestanden hat, und weil ich nicht weiß, was ein gefallener Anker in dieser Richtung tut."
Sie schrieb es auf und schrieb ich weiß nicht dahinter, und danach machte sie zwei dicke Striche auf das Blatt, einen unter die dritte Zeile und einen unter die fünfte.
Und Herr Cai sah auf die sieben Zeilen und rechnete es zum ersten Mal laut.
„Sieben mal vierundachtzig."
„Ja."
„Die Schale steht auf einhundertneunundfünfzig."
„Und die Kante steht auf sechsundzwanzig", sagte Luo Shuang. „Und zwischen beiden liegen einhundertdreiunddreißig."
„Sieben mal vierundachtzig sind mehr."
„Und sie sind nur dann mehr, wenn zwei davon aufeinanderliegen", sagte sie. „Die Schale nimmt den Größten und nicht die Summe, und ein Stein ist nach sechs Sekunden oben, und draußen läuft es zweiundzwanzig."
Lu Chen hob den Kopf.
„Zweiundzwanzig zwischen zwei Sachen. Das ist meine Regel vom dreizehnten."
„Und sie steht", sagte Luo Shuang. „Und heute steht noch etwas anderes daneben: elf Sekunden, in denen niemand hinter Frau Taira steht."
„Das sind zusammen dreiunddreißig."
„Und dazu die Ablesung", sagte Luo Shuang. „Doppelt. Und ich brauche für doppelt fünfzig Sekunden."
Lu Chen rechnete es einmal durch und sagte danach die Zahl nicht, sondern schrieb sie auf.
Und er zog danach einen Strich unter etwas anderes und stellte die Frage, die den Vormittag beendete.
„Was passiert mit dem, was frei wird?"
„Und das ist die zweite Hälfte", sagte Luo Shuang. „Wenn eine Ader zugeht, geht ihr Zug nicht weg. Er geht an die anderen."
„Das ist Ihre Summe."
„Und das ist meine Summe."
„Wenn die anderen ihn nicht tragen?"
„Und dann kommt er dorthin, wo Platz ist", sagte sie. „Und Platz ist da, wo eine Ruine über ihrem Bild steht."
Und Lu Chen sah nach Norden, wo sechs Steine über sechs Bildern hingen.
„Wenn eine von denen auf ihr Bild kommt?"
„Und dann geht dort eine neue Ader auf", sagte Luo Shuang. „Und dann habe ich zehn statt neun, und die zehnte steht in keiner Reihenfolge, und wir wissen es erst, wenn Frau Taira sie sieht."
Er gab die Anordnung um 12:20 aus, und sie hatte fünf Teile, und er sagte jeden Teil einmal.
„Sieben Stellen. Auf jeder steht jemand, und jeder gibt elf auf Ansage."
Und die sieben Stellen waren die mittlere Schale, der zweite, der dritte, die fünfte Ruine, die sechste Ruine, der Westrand und der vierte Anker selbst.
„Wer gibt, gibt erst, wenn sein Name gefallen ist."
Und dazu sagte er die Reihenfolge der Namen nicht, weil sie an jedem Schnitt anders sein würde und weil Luo Shuang sie erst nach der Ablesung haben konnte.
„Zwischen zwei Ansagen liegen zweiundzwanzig Sekunden."
„Zwei stehen bei Frau Taira und keiner hinter ihr."
Und das war die Zahl, die er am achtzehnten Januar gerechnet hatte, und er rechnete sie nicht noch einmal.
„Ich zähle."
Deng Ruozhi fragte es über den Kanal, und er fragte es sachlich, und er hatte den rechten Arm dabei an der Latte, weil der linke seit dem sechsten Januar gebrochen war.
„Herr Lu, warum nicht Fräulein Luo? Sie hat die Zahlen."
„Weil ich einen Takt brauche und nicht zwei", sagte Lu Chen.
„Und?"
„Und weil ein Wort hier nach einem Drittel einer Sekunde wiederkommt. Wenn zwei zählen, zählt der zweite gegen das Echo des ersten, und nach vier Ansagen stehen sie eine Sekunde auseinander."
„Eine Sekunde?"
„Und eine Sekunde ist die Zahl, mit der wir am dreizehnten schon einmal gerechnet haben", sagte Lu Chen.
Danach sagte er nichts mehr dazu.
Und Luo Shuang schrieb es auf, und sie schrieb dahinter, dass sie ansagen würde, was gemessen war, und dass die Ansage an Lu Chen ginge und nicht an den Stein.
Eine Stimme. Ein Takt.
Um 13:10 fragte Lu Chen über einhundertvierzig Meter nach dem Kern.
„Herr Gu, können Sie den Kern schneiden, bevor die Adern durch sind?"
„Nein."
„Warum?"
„Weil er dann in die Waage geht wie alles andere", sagte Gu Tian.
„Und was heißt das?"
„Dass es verteilt wird, bevor es ankommt."
„Wann geht es?"
„Wenn nichts mehr zurückkommt."
Lu Chen sah auf Luo Shuangs Blatt und danach nach Süden, wo seit dem siebzehnten Januar um 13:47 ein Kopf nach Norden stand.
„Dann warten Sie."
„Ja", sagte Gu Tian.
Und danach sagte er nichts weiter, und es fragte ihn auch niemand, und seine linke Hand stand am Nordrand der mittleren Schale auf Brusthöhe, wo sie seit dem neunzehnten Januar um 05:56 gestanden hatte.
Um 13:30 ließ Lu Chen die Frage stellen, die er selbst nicht stellte.
„Herr Gu, haben Sie hingesehen?"
„Nein", sagte Gu Tian.
„Und?"
„Und deshalb sage ich nichts dazu."
Fräulein Ma schrieb es auf und ließ die Spalte daneben leer.
Und Lu Chen las die sieben Zeilen noch einmal und entschied danach, und er entschied es auf einem Blatt mit neun Strichen und einer Querlinie und ohne ein zweites Wort von Norden.
„Wir machen es morgen."
Am Nachmittag räumten sie den Weg, und das war die Arbeit, die keine Zahl hatte.
Und Duan Yuhe und Fang Weilin banden die Leiter am Westweg neu, weil sie oberhalb von vierzig nicht mehr stehen würde und weil niemand sagen konnte, was in dieser Nacht mit dem Lot geschah.
Zhou Liangchen schrieb mit der linken Hand, weil die rechte seit dem neunzehnten in der Schlinge lag.
Und Kang Zhiyuan saß am Rand und las ab, weil ein Mensch mit drei gebrochenen Rippen ablesen kann und nicht tragen.
Bai Suqing stand um 15:20 auf und fragte es, weil es sonst niemand fragte.
„Herr Lu, was mache ich morgen?"
„Sie halten die Leinen."
„Meine Zahl?"
„Und Ihre Zahl ist morgen die falsche", sagte Lu Chen.
Und sie nickte und ging an die Leinen.
Aiko Taira legte um 16:00 die Klinge auf den Stein und maß den Verschleiß selbst, wie sie es an jedem Tag seit dem siebzehnten getan hatte.
Neun Handbreit.
„Wie gestern", sagte sie.
Und Luo Shuang schrieb es auf und schrieb dahinter, dass sie es nicht gemessen habe.
Um 16:40 las Guo Meixin das Lot zum letzten Mal an diesem Tag ab, und sie las es doppelt ab, weil es ab morgen doppelt abgelesen werden würde und weil Übung billiger ist als eine Ansage, die zu spät kommt.
„Sechzehn", sagte sie. „Einhundertachtundachtzig."
„Noch einmal."
„Sechzehn. Einhundertachtundachtzig."
Achtundvierzig Sekunden.
„Zwei zu wenig", sagte Luo Shuang.
„Morgen?"
„Und morgen sind es fünfzig, weil ich zwei dazulege und weil ich nicht weiß, wofür."
Um 17:20 stand Lu Chen an der Nordkante und sah nach Süden über einhundertvierzig Meter Wasser.
Und der General stand am Südrand der mittleren Schale, wo er seit dem siebzehnten Januar gestanden hatte, und er hatte an diesem Tag nichts gesagt.
Luo Shuang trug das ein, und sie trug es in die erste Spalte ein.
Einundzwanzigster Januar: kein Wort vom Südrand.
Und in die dritte Spalte trug sie drei Wörter ein.
Er zählt mit.
Um 19:20 gingen vier Zeilen hinaus, und Lu Chen schrieb sie selbst und ließ sie doppelt abschreiben.
In der ersten stand, dass der vierte Anker nicht aus Stein bestehe, sondern aus dem Gleichgewicht der Adern, und dass er deshalb auf keine Stärke reagiere.
Und in der zweiten stand das Verfahren in achtzig Zeichen: Adern in fester Reihenfolge trennen. Ablesen nach jedem Schnitt. Eine Stimme zählt.
In der dritten stand die Zahl, die Luo Shuang zweimal geprüft hatte, und daneben stand das Wort Rest.
Und in der vierten stand sieben Schnitte, und daneben stand Zahl nicht bestätigt.
Und um 19:48 kam eine Zeile herein.
Verstanden. Sieben nicht bestätigt. Nichts anderes eingetragen.
Lu Chen nahm danach das Blatt mit der Überschrift vierter und schrieb unter die sechs Zeilen, die seit dem neunzehnten und dem zwanzigsten dort standen, eine siebente.
Sechzehn ist der Rest.
Und in das Feld daneben schrieb er zum ersten Mal seit dem neunzehnten Januar etwas hinein, und er schrieb ein einziges Wort.
Reihenfolge.
Danach legte er ein neues Blatt an, und über dieses schrieb er zweiundzwanzigster, und das Feld daneben blieb leer.
Um 20:00 standen zwei Anker auf sechsundzwanzig, und die mittlere Schale stand auf einhundertsiebenundfünfzig, und das Lot unter dem vierten stand auf sechzehn Grad und zeigte auf einhundertachtundachtzig.
Und die Rinne unter der mittleren Schale schwoll acht Mal in der Minute um drei Millimeter, so wie sie es seit dem neunzehnten Januar um 15:36 getan hatte.
Luo Shuang schrieb den letzten Eintrag des Tages im Stehen.
Und sie schrieb ihn in die erste Spalte, und in der ersten Spalte stand nur, was sie belegen konnte.
Neun Richtungen. Keine Länge.
Sieben nördlich, zwei südlich, eine Querlinie, die sich dreht.
Und wir wissen nach jedem Schnitt genau so viel, wie wir vor dem nächsten brauchen, und keinen Grad mehr.
Sie klappte das Heft zu und sah über das Wasser nach Süden.
Und in dem Wasser hing der vierte Anker über seinem eigenen Bild, sechsundzwanzig Zentimeter darüber, und er hatte sich an diesem Tag nicht bewegt, und zum ersten Mal seit sechs Tagen war das kein Rätsel mehr, sondern eine Zahl.