Han Da hatte am zweiundzwanzigsten Dezember um 06:00 angefangen zu heizen.
Und er tat das nicht, weil ihm jemand gesagt hatte, dass am vierundzwanzigsten eine Sitzung sei, sondern weil dieser Boden zwei Tage Vorlauf braucht, und weil er das seit dem vierten Dezember jedem sagte, der danach fragte, und den meisten, die es nicht taten.
Zixuan kam am vierundzwanzigsten Dezember 2136 um 08:31 in die Halle im Ostflügel.
Und sie brachte zwei Bücher mit und drei Blätter, und eines der drei Blätter war leer.
Und das leere hatte oben eine Zeile, und in dieser Zeile standen fünf Wörter, und sie hatte sie am Abend vorher geschrieben.
Name. Wo. Wofür. Gefragt. Antwort.
Es gab keine sechste Spalte.
Und das war keine Auslassung, sondern dasselbe wie am vierten Dezember, und wer die Regel kannte, sah es an der Breite des Papiers.
Über die fünf Wörter schrieb sie um 08:34 einen Satz, der da eigentlich nicht hingehörte.
Aufstellung für den Fall einer Annahme. Keine Zusage.
Sie unterstrich das Wort Fall und nicht das Wort keine.
Denn das Wort keine würde in drei Tagen falsch sein oder richtig bleiben, und beides ging sie an diesem Vormittag nichts an.
Der Tisch in der Mitte hatte kein Kopfende.
Und an der Nordwand standen elf Stühle, und an diesem Vormittag saß auf keinem davon jemand, und das war das erste Mal seit dem Sommer.
„Bruder, ich habe die Nordwand leer gelassen."
„Warum?"
„Weil auf dem Blatt heute Namen stehen und keine Zahlen", sagte Zixuan.
Gu Tian sah die elf leeren Stühle an und setzte sich auf die Fensterseite.
„Wer nicht hier ist, erfährt es wie?"
„Von dem, der auf dem Blatt steht", sagte sie. „Und in derselben Woche."
Um 08:52 waren sie zu siebt.
Und Lu Chen saß am nächsten an der Tür, weil das seit dem Sommer so ging. Luo Shuang hatte ihre Mappe zu, Shen Zhaoxi hatte ihre wie immer verkehrt herum vor sich liegen.
Song Meifeng saß neben dem Ofen und hatte die Hände nicht in den Ärmeln.
Und Tang Shu saß auf dem Stuhl mit der Lehne, den Han Da am achten November aus dem Ostflügel geholt hatte und der seitdem zweimal an der Wand gestanden hatte und zweimal wieder nicht.
„Frau Tang."
„Frau Song?"
„Der Stuhl steht schief."
„Er steht so, wie ich ihn brauche, Frau Song", sagte Tang Shu.
Meifeng nickte einmal und sagte dazu nichts weiter.
Und Zixuan schrieb 08:54 an den Rand, weil sie Uhrzeiten an den Rand schrieb, und nicht deswegen.
Um 09:00 legte sie das zweite Blatt in die Mitte des Tisches.
Und es war nicht das leere, sondern eines, das sie am einundzwanzigsten Dezember gemacht hatte, und es hatte zwei Spalten.
„Bruder, das hier ist keine Aufstellung."
„Was ist es?"
„Es ist die Frage davor", sagte Zixuan.
Links standen elf Zeilen, und jede Zeile war eine Arbeit und kein Mensch.
Rechts stand, wer diese Arbeit macht, wenn der, der sie macht, nicht da ist.
„Und?"
„In vier von elf Zeilen ist die rechte Spalte leer", sagte Zixuan.
Sie las die vier nicht vor.
Denn drei davon saßen am Tisch und wussten es, und die vierte war sie selbst, und ein Name in einer Spalte ist etwas anderes als ein Name in einem Mund.
„Was folgt daraus?", sagte Lu Chen.
„Dass vier leere Felder nicht durch dieselbe Tür gehen."
„Alle vier nicht?"
„Zwei dürfen", sagte Zixuan.
„Und drei ist die Grenze, ab der ich nicht mehr weiß, wer am nächsten Morgen aufschließt."
Lu Chen sah eine Weile auf die rechte Spalte und dann auf die linke.
„Fräulein Gu, das ist keine Vorsicht."
„Nein."
„Das ist eine Rechnung."
„Ja", sagte Zixuan. „Und ich habe sie dreimal aufgestellt, und beim dritten Mal habe ich sie mit Bleistift aufgestellt, damit ich mich nicht schäme, wenn sie anders ausgeht."
„Ging sie anders aus?"
„Nein", sagte sie.
Gu Tian nahm das Blatt nicht hoch.
„Dann fangen wir an", sagte er. „Und es wird heute gefragt und nicht zugeteilt, auch von mir nicht."
Zixuan drehte das leere Blatt zu sich und nahm den Stift.
Und sie hatte an diesem Vormittag sieben Namen einzutragen, und einer davon war ihr eigener, und sie wusste seit dem einundzwanzigsten Dezember, in welcher Zeile er stehen würde.
„Herr Lu."
„Fräulein Gu?"
„Das ist eine Frage."
„Ich weiß, wie das hier läuft", sagte Lu Chen.
„Wenn am siebenundzwanzigsten Ja gesagt wird — führen Sie Team eins?"
„Ja."
Zixuan zählte nichts, weil es nichts zu zählen gab.
Und das war das Erste, was sie sich an diesem Vormittag merkte, und es kam ihr nicht auf das Blatt.
„Mit wie vielen?"
„Vierzehn", sagte Lu Chen.
„Und die Zahl ist bis zum siebenundzwanzigsten weich."
„Erklären Sie."
„Ich habe neunzehn gefragt."
„Die Frage lautete wie?"
„Sie lautete: für den Fall", sagte Lu Chen.
„Und ich habe es so gesagt, und ich habe es zweimal so gesagt, damit niemand hinterher behaupten kann, er habe etwas anderes gehört."
„Vierzehn haben Ja gesagt."
„Ja."
„Die fünf?"
Lu Chen legte die Hände flach auf den Tisch.
„Die fünf haben Nein gesagt", sagte er. „Und mehr steht mir nicht zu."
Zixuan schrieb vierzehn und schrieb keinen Strich für die fünf und keine Klammer und kein Wort.
Und sie schrieb überhaupt nichts, wo die fünf gestanden hätten, und das war der Unterschied zwischen einem leeren Feld und keinem Feld.
„Zwei von den vierzehn haben etwas verlangt", sagte Lu Chen.
„Was?"
„Dass ich sie am achtundzwanzigsten noch einmal frage."
„Und?"
„Ich habe Ja gesagt, weil sie recht haben", sagte er. „Eine Frage für den Fall ist keine Frage für die Sache."
„Herr Lu, ich trage die vierzehn ein und daneben das Wort vorläufig."
„Tun Sie das."
Es sagte niemand etwas dazu, und Gu Tian am wenigsten.
Und Zixuan sah, dass Luo Shuang bei dem Wort vorläufig den Kopf hob und ihn wieder senkte, und auch das kam nicht auf das Blatt.
„Herr Lu, eine zweite Frage."
„Ja?"
„Fräulein Xu."
Und Lu Chen antwortete darauf schneller, als er auf alles andere geantwortet hatte.
„Sie hat zum fünften Mal gefragt, und ich habe zum fünften Mal Nein gesagt."
„Mit Begründung?"
„Mit derselben wie beim vierten Mal", sagte er. „Und die war ins Gesicht und nicht schriftlich."
„Bekommt sie etwas anderes?"
„Sie bekommt die Meldewege", sagte Lu Chen.
„Und zwar von hier aus, weil sie schon zweimal gemerkt hat, dass eine Nummer nicht abnimmt, bevor ich es gemerkt habe."
Zixuan trug es in keine Zeile ein, weil es keine Zeile dafür gab.
Und sie machte stattdessen unten am Blatt einen Strich und schrieb darunter Meldewege China, Xu.
„Fräulein Luo."
„Fräulein Gu."
„Das ist eine Frage. Kommen Sie mit?"
Luo Shuang machte die Mappe nicht auf.
Und es dauerte danach eine Weile, und Zixuan zählte diese Weile, weil sie alles zählte, was sich in einer Reihe bewegte, und weil ein Schweigen sich in einer Reihe bewegt.
Es waren sechs.
„Ja", sagte Luo Shuang.
„Und?"
„Und ich habe für den Biwa-See keine Grundlinie, und ich werde dort auch keine haben."
„Wie lange bräuchten Sie?"
„Das Gleiche wie immer", sagte sie. „Drei Tage für eine Zahl."
„Und sechs Wochen für eine, hinter die ich mich stelle."
„Was geben Sie dann heraus?"
„Eine Schwankung", sagte Luo Shuang.
„Und ich werde jedes Mal dazusagen, dass es eine ist, und beim vierten Mal hört es keiner mehr."
Sie schob die Mappe zwei Zentimeter nach vorn und ließ sie zu.
„Und es gibt eine zweite Sache, und die betrifft nicht Japan."
„Sagen Sie sie."
„Die Reihe hier steht still, solange ich weg bin."
„Die zwölf?", sagte Zixuan.
„Elf", sagte Luo Shuang.
„Und die elf hätten im Januar zum zweiten Mal drangehen sollen, und der Abstand ist die Hälfte des Werts."
„Wenn er nicht eingehalten wird?"
„Dann habe ich zwei Punkte und keine Kurve", sagte sie.
„Fräulein Luo, wer kann es statt Ihnen?"
„Die beiden Leser können es ablesen."
„Und entscheiden?"
„Entscheiden kann es niemand", sagte Luo Shuang.
„Und deswegen entscheide ich es jetzt und schreibe es auf, bevor ich fahre."
Sie sagte danach den Satz, den sie am elften Dezember unter ein anderes Vorblatt gesetzt hatte, und sie sagte ihn genauso trocken.
„Und darunter kommt, dass die Entscheidung meine ist und dass sie kostet."
Zixuan trug ein: Luo Shuang. Japan. Messung, Kern, Rohwerte. Gefragt 24.12. Ja.
Und daneben, in derselben Zeile, ein Wort, das in keiner anderen stand: Verfahrensblatt vor Abreise.
„Fräulein Shen."
„Fräulein Gu?"
„Steht auf Ihrem Blatt eine Spalte für den Rang der Aufgabe?"
Zixuan sah auf.
„Nein."
„Gut", sagte Shen Zhaoxi. „Dann können wir weiterreden."
„Das ist eine Frage. Bleiben Sie in Fujian?"
„Ja."
Zixuan zählte drei.
„Und?"
„Der Vorhang läuft seit dem zweiten Dezember ohne Aufsicht", sagte Zhaoxi. „Täglich elf Minuten, drei Zahlen, eine Wache."
„Das ist so vorgesehen."
„Das ist so genehmigt", sagte sie. „Das ist etwas anderes."
„Erklären Sie es für den Tisch."
Und Zhaoxi drehte ihre Mappe zum ersten Mal seit Oktober richtig herum.
„Das Arbeitsfenster ist zwei Zehntel breit. Wer drei Zahlen abliest, sieht, ob wir noch darin sind. Er sieht nicht, wohin wir wandern."
„Und wohin wandern wir?"
„Das weiß ich nicht", sagte Zhaoxi. „Und das ist die Antwort, für die ich hierbleibe."
Und sie legte die Hand auf die Mappe und nahm sie nicht wieder weg.
„Und es gibt zwei Vorgänge, bei denen das Feld Ursache leer ist."
„Der fünfundzwanzigste November und der zehnte Dezember", sagte Zixuan.
„Ja."
„Fünfzehn Tage."
„Fünfzehn Tage sind kein Abstand", sagte Zhaoxi. „Zwei Punkte sind kein Abstand. Es sind zwei Punkte."
„Und wenn ein dritter kommt?"
„Dann ist es ab dem dritten etwas, das man messen kann", sagte sie.
„Und dafür muss vorher jemand danebenstehen und nicht hinterher."
„Mit laufender Uhr."
„Mit laufender Uhr, mit einer Skala neben der Kante, und mit einem Blatt, auf dem vorher schon steht, was ich erwarte", sagte Zhaoxi.
„Und das ist seit dem zehnten Dezember angeordnet, und es hat es bisher niemand gebraucht."
Und Zixuan schrieb Fujian, Vorhang, laufende Uhr und schrieb nichts über eine Zuordnung.
Denn auf Blatt einhundertvierundsiebzig stand nichts, und was dort nicht stand, stand auch hier nicht.
„Fräulein Shen, es gibt einen zweiten Teil."
„Ja", sagte Zhaoxi. „Und der ist der Grund, warum ich nicht warten kann, bis jemand im Februar zurückkommt."
„Sagen Sie ihn."
„Der Wächter ist am sechsten Oktober zerfallen."
„Ich weiß."
„Der Wert fällt seitdem von allein", sagte Zhaoxi. „Niemand tut etwas dazu. Er wird jede Woche kleiner."
„Und?"
„Und was von allein kleiner wird, gibt mir keine zweite Gelegenheit", sagte sie. „Es gibt vier Wächterfamilien und einen Ort, an dem einer gefallen ist. Wenn ich das im Februar messe, messe ich, was übrig ist, und nicht, was war."
Lu Chen sah zu ihr hinüber.
„Fräulein Shen, wie lange haben Sie noch?"
„Das ist die Frage, an der ich sitze", sagte Zhaoxi. „Und ich beantworte sie nicht mit einem Gefühl."
Zixuan trug ein: Shen Zhaoxi. Fujian. Vorhang und Wächterforschung. Gefragt 24.12. Ja.
Und sie schrieb daneben nichts über den Rang der Aufgabe, weil es die Spalte nicht gab.
Und es war 09:58, und der Ofen brauchte Kohle, und Han Da kam herein und kippte nach und ging wieder hinaus und ließ die Tür offen.
„Frau Song."
„Fräulein Gu."
„Das ist eine Frage."
„Fragen Sie", sagte Meifeng.
„Führen Sie die medizinische Basis?"
„Ja."
Zixuan zählte nichts.
Denn diese Antwort war zwei Tage alt, und sie war am zweiundzwanzigsten Dezember in der Heilhalle gegeben worden, und heute wurde sie nur eingetragen.
„Frau Song, gehen Sie in die Portalwelt?"
„Nein", sagte Meifeng.
„Und zwar an keinem Tag und aus keinem Grund."
„Soll ich das so schreiben?"
„Schreiben Sie es so, dass es auch jemand liest, der mich nicht kennt", sagte Meifeng.
Zixuan schrieb: Basis. Kein Eintritt.
Und sie schrieb es in dieselbe Spalte wie die Aufgabe und nicht in eine Bemerkung, weil eine Bemerkung sich löschen lässt.
Dann sagte Tang Shu etwas, das nicht zu Zixuan ging.
„Frau Song."
„Frau Tang?"
„Wer entscheidet dort, wer zuerst behandelt wird?"
„Die Stelle, die die Basis führt."
„Und wenn Sie die Basis führen?"
„Dann ich", sagte Meifeng.
„Nach welcher Regel?"
Meifeng antwortete nicht sofort.
„Nach der, die ich dort vorfinde, Frau Tang."
„Das ist keine Regel."
„Nein", sagte Meifeng. „Das ist es nicht."
„Dann ist das die Frage, die ich Ihnen mitgebe", sagte Tang Shu.
„Ich nehme sie."
Zixuan schrieb weiter und sah nicht auf.
„Frau Song, es gibt eine zweite."
„Ja?"
„Gilt Ihre Grenze in Japan?"
„Ein Einsatz und danach elf Tage", sagte Meifeng. „Ja, sie gilt."
„Wer stellt sie fest, wenn Sie dort sind?"
Und es blieb an dieser Stelle kurz still, und es war nicht dieselbe Stille wie bei Luo Shuang, sondern eine, in der jemand rechnet.
„Niemand", sagte Meifeng.
„Frau Song, das ist die Grenze, die auf diesem Tisch steht, seit dem vierten Dezember."
„Ich weiß, Frau Tang."
„Und in vier Wochen ist sie das, was eine fremde Stelle für eine Höflichkeit hält."
„Dann ist sie das."
„Nein", sagte Tang Shu. „Dann ist sie weg."
Und Meifeng legte beide Hände auf den Tisch.
„Ich schreibe sie auf, bevor ich fahre", sagte sie. „Mit Datum."
„Und mit dem, was mich vorher aufhält, und nicht erst mit dem, was mich hinterher aufhält."
„Wer bekommt das Blatt?"
„Sie, Frau Tang", sagte Meifeng.
„Ich nehme es."
„Gut."
Zixuan trug die Zeile zu Ende und trug in derselben Zeile ein zweites Mal ein Wort ein, das sonst nirgends stand.
Grenzblatt bei Tang Shu.
Sie sah dabei nicht auf, und es sah auch sonst niemand auf, und der Ofen zog gut, weil Han Da seit zwei Tagen heizte.
„Frau Tang."
„Fräulein Gu?"
„Das ist eine Frage."
„Sie brauchen sie nicht zu stellen", sagte Tang Shu. „Ich reise nicht mit."
„Soll ich fragen, warum?"
„Nein. Ich sage es."
Und sie saß so, wie man im siebten Monat auf einem harten Stuhl sitzt, und sie hatte es an diesem Vormittag einmal geändert.
„Ich bin im siebten Monat. Das ist keine Krankheit und kein Argument, und ich sage es als Erstes, damit es niemand hinter mir sagen muss."
„Und?"
„Am vierten Dezember habe ich in diesem Raum gesagt, dass ich bis März nirgendwohin gehe", sagte Tang Shu. „Fräulein Gu hat es eingetragen. Es steht seit zwanzig Tagen auf einem Blatt, und heute macht niemand eine Fürsorge daraus."
Lu Chen sah kurz auf und sagte nichts.
Und Zixuan wusste, in welcher Zeile es stand, und sie sagte es nicht, weil es nicht gefragt worden war.
„Es gibt einen zweiten Grund", sagte Tang Shu.
„Sagen Sie ihn", sagte Zixuan.
„Ab dem siebenundzwanzigsten stehen sechzehn Leute von uns in japanischen Unterlagen."
„Sechzehn?"
„Vierzehn und zwei", sagte Tang Shu. „Und Frau Song steht in einer anderen."
„Und?"
„Und wer drinsteht, fragt nicht mehr", sagte sie. „Er fragt zwei Wochen lang und dann nicht mehr, weil er inzwischen dazugehört und weil Fragen dann unhöflich ist."
„Sie stehen nirgends."
„Ich stehe nirgends", sagte Tang Shu.
„Und deswegen kann ich am zwölften Januar dieselbe Frage stellen wie am zweiten, und niemand dort weiß, dass es dieselbe ist."
Gu Tian sah sie an und sagte immer noch nichts.
„Frau Tang, was ist Ihre Aufgabe?"
„Zwei", sagte sie.
„Und beide sind Papier, und das eine ist das schlechtere."
„Das erste?"
„Die Zuständigkeitsliste bleibt offen", sagte Tang Shu. „Wer haftet, wer räumt, wer trägt die Toten, wer bricht ab und ab welcher Minute."
„Die ist beantwortet."
„Sie ist datiert beantwortet", sagte Tang Shu.
„Und eine Antwort mit Datum ist eine Antwort, die sich ändern kann, ohne dass jemand es sagt."
„Und Sie merken es."
„Ich lege die alte neben die neue", sagte sie. „Das kann jeder."
„Und es tut es keiner, der drüben steht, weil er sich an die neue erinnert."
Zixuan schrieb Liste offen halten und zog einen Strich darunter, und der Strich war für sie selbst.
„Und die fünfte Frage?", sagte Zhaoxi.
Und Tang Shu drehte sich so weit auf dem Stuhl, wie es ging, und das war nicht weit.
„Wer darf wieder herunter", sagte sie. „Die steht auf keinem Formblatt der Welt, und ich stelle sie trotzdem jede Woche."
„Und das zweite?", sagte Zixuan.
„Wenn dort einer liegen bleibt, schreibe ich den Brief."
Es sagte darauf niemand etwas.
„In welcher Sprache?", sagte Lu Chen.
„In der, in der die Mutter ihn liest", sagte Tang Shu.
„Und wenn ich sie nicht kann, lasse ich ihn übersetzen und lege beide bei, und darunter steht mein Name und nicht der eines Amtes."
Sie sagte diesen Satz genauso ruhig wie die davor.
Und das war bei ihr seit Jahren so, sobald es um Tote ging, und es war keiner am Tisch mehr davon überrascht.
Zixuan trug ein: Tang Shu. Songjiang. Zuständigkeitsliste, Briefe. Reist nicht.
Und sie schrieb in dieser Zeile in die Spalte Gefragt nichts hinein, weil nicht gefragt worden war, sondern gesagt.
Es war 10:26.
„Bruder."
„Zixuan."
„Das ist eine Frage."
„Frag."
„Gehst du mit?"
„Ja", sagte Gu Tian.
Zixuan zählte nichts.
Und sie hatte an diesem Vormittag bei sechs Fragen zweimal etwas zu zählen gehabt, und bei dieser nicht, und sie behielt das ebenfalls für sich.
„Als was?"
„Als zusätzlicher Kernspezialist", sagte er.
„Und nicht als etwas anderes."
„Herr Gu."
„Herr Lu?"
„Eine Frage, und sie ist unhöflich."
„Stellen Sie sie."
Und Lu Chen nahm die Ellbogen vom Tisch.
„Wenn ich Sie zurückrufe — kommen Sie?"
„Ja."
„Auch am Kern?"
„Am Kern entscheide ich, ob ich hineingehe", sagte Gu Tian. „Ob ich draußen stehe, entscheiden Sie."
„Und wenn ich mich irre?"
„Dann irren Sie sich, und ich stehe draußen."
Und Lu Chen sah ihn eine Weile an.
„Ich will das schriftlich."
„Fräulein Gu schreibt es", sagte Gu Tian.
Und Zixuan schrieb es, und sie schrieb es in zwei Zeilen und nicht in acht, weil sie am vierten Dezember gelernt hatte, was Länge in einem fremden Archiv bedeutet.
„Herr Gu, es gibt eine zweite unhöfliche."
„Ja?"
„Dort steht in jeder Zeitung, wen sie holen."
„Ich weiß", sagte Gu Tian.
„Und mein Verband ist nicht Ihre Begleitung."
„Nein."
„Sagen Sie das dort auch?"
„Ich sage dort gar nichts", sagte Gu Tian. „Sie sagen es."
Lu Chen legte die Hände wieder flach hin und sagte darauf nichts mehr.
Und es blieb an diesem Tisch ein Satz ungesagt, den sechs von sieben Leuten kannten, und er wurde nicht gesagt, und er fehlte auch nicht.
Zixuan trug ein: Gu Tian. Japan. Kern. Führung Lu Chen ausgenommen Kern. Gefragt 24.12. Ja.
Dann war noch eine Zeile leer, und es war die siebte.
„Zixuan."
„Bruder."
„Das ist eine Frage."
„Ich weiß", sagte sie.
„Bleibst du hier und machst die Auswertung?"
Zixuan zählte.
Und es waren vier, und sie wusste es, weil sie seit ihrem siebten Lebensjahr alles zählte, was sich in einer Reihe bewegte, und weil eine Pause vor einer Antwort sich in einer Reihe bewegt, auch wenn sie die eigene ist.
„Ja", sagte sie.
„Und?"
„Ich habe drei Gründe, und zwei davon sind gut."
„Sag alle drei."
„Der erste ist der vierundzwanzigste November", sagte Zixuan.
Es fragte niemand nach, weil vier Leute am Tisch dabei gewesen waren.
Und sie sagte es trotzdem, weil das Blatt von den anderen dreien gelesen werden würde.
„Ein fremdes Netz sitzt nicht auf dem Berg. Es sitzt in einem Zimmer mit Tabellen, zweitausend Kilometer weiter."
„Und?"
„Und wer unsere Zahlen von außen lesen will, sitzt genauso", sagte sie. „Also sitze ich da auch."
„Was liegt in diesem Zimmer?"
„Drei Jahre Fujian. Das Heft von Herrn Deng. Die zwischen elf Staaten getauschten Tabellen", sagte Zixuan.
„Und siebzehn Aktenmeter, die nicht mitreisen."
„Der zweite Grund?"
„Der Vergleich", sagte sie. „Fräulein Shen markiert dort, was anders ist als in Fujian, und ich habe hier, wogegen sie es hält."
„Und der dritte?"
Zixuan legte den Stift quer über das Blatt.
„Der dritte ist der schlechte", sagte sie. „Ich sitze zweitausend Kilometer weiter und bin weder müde noch erschrocken."
„Und?"
„Und man wird mir zu schnell glauben."
Luo Shuang hob den Kopf.
„Fräulein Gu, das lässt sich einrichten."
„Wie?"
„Sie schreiben zuerst und sagen es dann", sagte Luo Shuang. „Wie die beiden Leser."
„Und dazu die Uhrzeit."
„Wenn die Leitung steht?"
„Dann steht die Leitung", sagte Luo Shuang. „Und Echtzeit ist ein Wort, das keine Leitung kennt, die über Wasser geht."
Zixuan schrieb die siebte Zeile.
Gu Zixuan. Songjiang. Auswertung, Vergleich, Abgang. Gefragt 24.12. Ja.
Und die Zeile sah aus wie die sechs darüber.
Und sie hatte dieselbe Länge, dieselben Wörter in derselben Reihenfolge, und sie war nicht kürzer und nicht ausführlicher, und das hatte Zixuan am vierten Dezember selbst verlangt.
Es war 10:51, als das Blatt voll war.
Gu Tian stand auf und ging zum Fenster und wieder zurück.
Dann sagte er drei Sätze.
„Erstens. Auf diesem Blatt steht keine Zusage. Es steht dort, was wir tun, falls am siebenundzwanzigsten Ja gesagt wird, und wer bis dahin Nein sagt, sagt Nein wie jeder andere."
„Zweitens. Drei von uns gehen durch dieselbe Tür und vier nicht. Das ist keine Vorsicht und keine Höflichkeit. Fräulein Gu hat es ausgerechnet, und es ist so und nicht anders."
„Drittens. Wer hierbleibt, bleibt nicht zurück. Wer den Satz nicht sagen kann, sagt es jetzt."
Es sagte in dieser Halle niemand etwas.
Und Zixuan wusste, dass das nichts bedeutete, weil es am vierten Dezember genauso still gewesen war und weil sechs Minuten später Lu Chen Nein gesagt hatte.
Und die Sitzung war um 11:04 zu Ende, und es hatte niemand die Hand gehoben.
Lu Chen ging als Erster, weil er um 12:00 einen Wagen hatte und weil er zwei Leute am achtundzwanzigsten noch einmal fragen wollte und dafür wissen musste, wo sie waren.
Shen Zhaoxi blieb am Tisch sitzen und drehte ihre Mappe wieder um.
Und Song Meifeng ging an den Ofen und legte die Hände darauf und nahm sie nach einer Weile wieder weg.
Luo Shuang wartete, bis die Tür zu war, und ging dann zu Zixuan an das Ende des Tisches.
„Fräulein Gu, der Schlüssel."
„Ja."
„Ich nehme ihn nicht mit."
„Nein", sagte Zixuan. „Und Sie geben ihn auch niemandem."
„Dann geht der Schrank vier Wochen nicht auf."
„Dann geht er vier Wochen nicht auf", sagte Zixuan.
„Und wenn etwas hineinmuss?"
„Dann liegt es davor", sagte Zixuan.
„Und zwar bei mir im Zimmer, mit Datum und Uhrzeit, und es geht hinein, wenn Sie zurück sind."
Und Luo Shuang sah sie an.
„Das ist unsauber."
„Ja", sagte Zixuan.
„Und es ist sauberer als ein zweiter Schlüssel."
Luo Shuang nickte einmal und ging und ließ ihre Mappe auf dem Tisch liegen und kam nach vier Schritten zurück und holte sie.
Zixuan blieb am Tisch stehen und ordnete die drei Blätter.
Und sie tat es länger, als drei Blätter brauchen.
Sie hatte an diesem Vormittag sechsmal gefragt und einmal nicht.
Und sie hatte zweimal gezählt und einmal sich selbst, und keine der drei Zahlen stand auf einem Papier, und sie würde sie in einem Jahr noch wissen.
Han Da kam mit dem Eimer und ging an den Ofen.
Und er sah die elf leeren Stühle an der Nordwand an und sagte dazu nichts, und am Nachmittag standen sie anders.
Tang Shu stand um 11:11 auf.
Und sie hielt sich an der Tischkante fest und nicht an der Lehne, weil die Lehne mitging, und sie brauchte dafür länger als am vierten Dezember.
Gu Tian war am Tisch geblieben.
„Tian."
„Shu."
„Ich habe eine Frage, und sie steht auf keinem Blatt."
„Frag."
„Wie oft schreibst du?"
„Wie oft willst du es?"
„Jeden Abend", sagte Tang Shu. „Auch wenn nichts war."
„Dann jeden Abend."
Und Zixuan stand am Schrank und hatte das Abgangsbuch in der Hand, und sie schlug es nicht auf.
„Wie?"
„Was war", sagte Gu Tian. „Nicht, wie es ausgeht."
„Sag es genauer."
„Ohne Deckel", sagte er.
Und Tang Shu ließ die Tischkante los.
„Tian, weißt du, was du mir damit gibst?"
„Ja."
„Sag es."
„Einen Abend, an dem du einen Satz liest und bis zum Morgen nichts tun kannst", sagte Gu Tian. „Und zwar allein und die ganze Nacht."
„Und ein beschönigter Bericht?"
„Der spart dir die Nacht", sagte er.
„Und er nimmt dir den nächsten Tag, weil du dann nicht mehr weißt, welchen Satz du glauben sollst."
Tang Shu sagte darauf eine Weile nichts.
„Ich nehme die Nacht."
„Ich weiß."
„Und wenn an einem Abend nichts kommt?"
„Dann ist an dem Abend etwas", sagte Gu Tian.
„Ja."
Er sagte danach den Teil, der ihn etwas kostete, und er sagte ihn ohne Umweg.
„Und ich schreibe ihn, bevor ich weiß, wie es ausgeht", sagte er. „Am Abend weiß es niemand. Am Abend weiß man nur, was passiert ist, und das ist das Schlechteste, was man aufschreiben kann."
„Warum das Schlechteste?"
„Weil es keinen Schluss hat", sagte er.
„Und ein Bericht mit Schluss ist tröstlich und meistens falsch."
Und Tang Shu legte eine Hand auf den Tisch, dahin, wo das Blatt gelegen hatte.
„Dann schick mir die ohne Schluss."
„Jeden Abend."
„Auch wenn nichts war", sagte sie.
„Auch dann."
Sie gingen nicht zusammen hinaus, weil Tang Shu langsamer war und weil sie das nicht anders wollte.
Und Gu Tian ging vor bis zur oberen Stufe und blieb dort stehen, bis sie da war, und dann gingen sie beide hinunter.
Zixuan schrieb das Blatt am Abend des vierundzwanzigsten Dezember ins Reine.
Sieben Zeilen, gleiche Länge, gleiche Wörter, gleiche Reihenfolge, und oben darüber der Satz mit dem unterstrichenen Fall.
Und sie trug es nicht auf Blatt dreihundertsiebzehn ein und schickte es an niemanden.
Denn es ging noch nirgendwohin hinaus, und am siebenundzwanzigsten würde ein einziges Wort entscheiden, ob dieses Blatt etwas ist oder Papier.
Und ganz unten, unter dem Strich, standen zwei Sachen, die keine Zeile hatten.
Meldewege China, Xu. Und: Grenzblatt bei Tang Shu.
Was sie nicht hinschrieb, war der Rest.
Vier Sekunden. Sechs. Drei. Und dass Herr Lu bei seiner Frage überhaupt nicht gezögert hatte, und dass das kein besseres Ja war, sondern nur ein schnelleres.
Und den Satz über die Berichte schrieb sie auch nicht auf.
Er gehörte nicht dem Haus.