Aufstieg des Ewigen Dao-Clans · Band 4 · Arc 04
Kapitel 478Der erste Vorhang

Das Recht, Nein zu sagen

3.927 Wörter · Band 4 — Vorhänge vor dem Himmel

Die Halle im Ostflügel wurde selten geheizt.

Und am vierten Dezember 2136 wurde sie es seit 07:00, und das lag nicht an der Sitzung, sondern daran, dass Han Da am zweiten Dezember gesagt hatte, dieser Boden brauche zwei Tage Vorlauf, sonst ziehe es an den Knöcheln, und danach höre niemand mehr zu.

Der Clan zählte an diesem Tag dreihundertsechsundzwanzig Leute.

Und zu einem Vormittag wie diesem kamen nie alle, sondern die, die etwas zu sagen hatten, und die, die es hinterher ausführen mussten.

Der Tisch in der Mitte der Halle hatte kein Kopfende, und das war seit dem März 2135 so, und es war eine Entscheidung gewesen und kein Zufall.

An der Nordwand standen elf Stühle.

Neun davon waren besetzt, und keiner von den neunen sagte an diesem Vormittag ein Wort.

Gu Tian kam um 08:52 und setzte sich auf die Fensterseite.

Und Han Da kam um 08:55 mit einem Eimer Kohle herein, kippte die Hälfte nach und ging wieder hinaus, und die Tür ließ er offen, weil sie beim Schließen schlug.

Um 09:00 lagen auf dem Tisch drei Blätter, ein Buch und eine Kanne.

Das Buch gehörte Gu Zixuan, und es war das Abgangsbuch, und es stand beim zweihunderteinundachtzigsten Blatt.

„Bruder."

„Zixuan."

„Ich habe drei mitgebracht und nicht siebenundzwanzig", sagte sie.

„Warum drei?"

„Weil vierundzwanzig davon Werbung sind, Höflichkeit oder eine Sache, die eine Kreisstelle allein kann."

„Und für keines von den vierundzwanzig brauche ich einen Namen", sagte sie.

Gu Tian sah die drei Blätter an und nahm keines hoch.

„Und?"

„Die drei sind echt", sagte Zixuan.

Er sagte an diesem Vormittag als Erstes einen Satz, der keine Frage war.

„Es wird heute nicht abgestimmt."

Lu Chen saß ihm gegenüber und hatte die Ellbogen auf dem Tisch.

„Was wird dann?"

„Jeder von Ihnen sagt mir, was seine Seite kostet", sagte Gu Tian. „Nicht, was er will. Was es kostet."

„Dann?"

„Und dann sage ich vier Sätze, und danach gehen wir essen."

Lu Chen fing an, weil er am nächsten an der Tür saß und weil das seit dem Sommer so ging.

„Ich habe vierzehn Leute, die am sechsten Oktober auf der Erdseite gestanden haben."

„Ich weiß."

„Und zwei davon sind seitdem in keinem Ring mehr gewesen, und einer von den zweien wird es im Januar sein und der andere nicht", sagte Lu Chen.

„Die übrigen zwölf?"

„Die übrigen zwölf haben seit dem dritten Oktober zusammen elf Nächte im eigenen Bett geschlafen."

„Und ich habe das zweimal nachgerechnet, Herr Gu. Beim ersten Mal, weil ich es nicht glauben wollte, und beim zweiten Mal, weil es stimmte."

Und er nahm das oberste der drei Blätter, sah es nicht an und legte es zurück.

„Herr Gu, was ein Einsatz im Ausland kostet, ist nicht die Reise."

„Was ist es?"

„Ortskenntnis", sagte er. „Und zwar die kleine."

„Erklären Sie."

„Ich weiß in Fujian, wo das Wasser ist."

„Und ich weiß, welche Straße bei Regen wegbricht, und ich weiß, wer den Schlüssel zum Umspannwerk hat, und ich weiß seit dem elften November, dass der Weg zur Steinplatte siebzehn Sekunden dauert und nicht zwanzig", sagte Lu Chen.

„Woanders?"

„Woanders weiß ich es am vierten Tag", sagte Lu Chen. „Und die ersten drei sind die, in denen es passiert."

Und Zixuan schrieb vier Tage an den Rand ihres Blattes und zog keinen Strich darunter.

„Herr Lu, was noch?"

„Die Meldewege."

„Und?"

„Und Herr Cao hat im November gesagt, ein Rang sei eine Telefonnummer. Er hat recht gehabt, und es gilt in beide Richtungen: Wenn ich die Nummer nicht kenne, die um 03:12 abnimmt, dann ist mein Rang dort nichts wert."

„Ist das alles?"

„Nein."

Und Lu Chen sah kurz zu den neun Stühlen an der Wand und dann wieder zurück.

„Seit dem siebenundzwanzigsten November wissen wir, was Nightfall ist, und seitdem wissen es auch dreißig andere Stellen, und keine von den dreißig hat den sechsten Oktober gesehen."

„Und daraus folgt?"

„Dass jede von den dreißig glaubt, sie wisse, wen sie fragt", sagte Lu Chen. „Und dass keine von ihnen weiß, wen sie tatsächlich fragt."

„Und?"

„Sie glauben, ein S-Rang heiße, wir hätten am sechsten Oktober gewonnen."

„Und?"

„Und wir haben nicht gewonnen. Wir haben gehalten, und das ist ein anderes Wort, und es steht in der Akte, und es liest keiner."

„Wenn in einer Anfrage steht, dass wir zur Begleitung kommen?"

„Dann kommen wir nicht."

„Und wenn es nicht drinsteht, aber gemeint ist, kommen wir auch nicht", sagte er.

„Wie erkennen Sie, was gemeint ist?"

„Am Feld vier", sagte er.

Es sagte niemand etwas dazu.

Und das lag daran, dass an diesem Tisch vier Leute wussten, was in Feld vier stand, und dass die anderen es nicht wissen mussten.

Zixuan war die Zweite.

„Bruder, meine Seite kostet nichts."

„Das glaube ich nicht."

„Doch", sagte sie. „Und das ist das Problem."

Und sie legte die Hand flach auf das Abgangsbuch.

„Ich schreibe ein Ja und ein Nein gleich schnell."

„Und beides ist ein Blatt, und beides geht mit demselben Kurier, und beides steht in zwei Wochen in dreißig Archiven, die ich nicht kenne."

„Und?"

„Der Unterschied liegt nicht im Schreiben, sondern vorher. Ich kann keine Grenze aufschreiben, die es nicht gibt."

Und Gu Tian nickte einmal.

„Was brauchst du?"

„Einen Satz", sagte Zixuan. „Einen einzigen, immer denselben, für jede Absage. Gleiche Länge, gleiche Wörter, gleiche Reihenfolge."

„Warum gleich?"

„Weil ein fremdes Amt aus vier Zeilen mehr liest als aus zwei", sagte Zixuan. „Und weil zwischen einer Absage und einer Vertröstung im Papier nur die Länge steht."

„Und wenn du beim einen kurz bist und beim anderen ausführlich?"

„Dann habe ich gerechnet, ohne es zu wollen", sagte sie. „Und dann kann jeder, der beide Briefe nebeneinanderlegt, sehen, welchen von beiden wir bedauert haben."

„Und wenn jemand nachfragt?"

„Dann bekommt er denselben Satz noch einmal."

Luo Shuang hatte bis dahin nichts gesagt und ihre Mappe nicht aufgemacht.

„Fräulein Luo."

„Herr Gu."

„Und?"

„Ich habe für Fujian von Juni bis November gebraucht", sagte Luo Shuang.

„Wofür?"

„Für die Grundlinie."

„Erklären Sie das für den Tisch."

Und sie machte die Mappe jetzt doch auf und drehte sie nicht um.

„Der Eigenwert des Tals liegt zwischen null Komma zwei und null Komma vier, und zwar an jedem Tag, auch ohne Portal."

„Woher wissen Sie das?"

„Nicht, weil ich klug bin", sagte Luo Shuang. „Sondern weil Herr Deng seit dem achten Oktober ein Heft führt, und weil ich Kurven aus drei Jahren übereinandergelegt habe, und weil ich am einundzwanzigsten November gemerkt habe, dass ich bis dahin das Falsche gemessen hatte."

„An einem fremden Ort?"

„Dort gibt es kein Heft."

„Wie lange bräuchten Sie?"

„Für eine Zahl: drei Tage. Und für eine Zahl, hinter die ich mich stelle: sechs Wochen."

„Und wenn Sie die drei Tage nehmen müssen?"

Sie sah auf das Blatt und nicht auf ihn.

„Dann gebe ich eine Schwankung heraus und kann nicht sagen, ob sie eine Drift ist."

„Und den Unterschied sehe ich nicht daran, wie die Zahl aussieht, sondern daran, wie oft sie wiederkommt, und dafür brauche ich Tage, die ich nicht habe."

„Und?"

„Weil danach jemand eine Entscheidung darauf stellt", sagte Luo Shuang. „Und weil eine Schwankung eine Entscheidung nicht trägt, aber auch nicht sofort umfällt. Sie fällt am vierten Tag um."

„Was kostet Ihre Seite?"

„Zeit oder Wahrheit", sagte sie. „Man kann sich eines von beidem aussuchen, und beide Male zahlt jemand anderes."

Shen Zhaoxi hatte ihre Mappe wie immer verkehrt herum vor sich liegen.

„Fräulein Shen."

„Herr Gu."

„Wie viele Vorhänge haben wir?"

„Einen", sagte sie. „Und er hängt an einem Berg."

„Erklären Sie."

„Er ist auf null Komma sieben kalibriert, und das Arbeitsfenster ist zwei Zehntel breit, und diese null Komma sieben sind der Granit dort und nicht der Granit überhaupt."

„Also nicht übertragbar."

„Das Verfahren ist übertragbar. Der Vorhang nicht", sagte Zhaoxi.

„Und wer den Aufbau mitnimmt und nicht die dreiundzwanzig Tage, bekommt den sechzehnten November noch einmal, nur ohne Umspannwerk und ohne einen Anruf aus der Kreisstadt um 17:40."

Sie schob die Mappe zwei Zentimeter nach rechts und ließ die Hand darauf liegen.

„Und es gibt eine zweite Sache, die ich nicht mitnehmen kann."

„Welche?"

„Und zwar das Wort Abbruch."

Es wurde an diesem Tisch still, und zwar nicht lange.

„Warum nicht?", sagte Gu Tian.

„Weil ich es am sechzehnten November um 14:29 sagen konnte, ohne mich zu erklären", sagte Zhaoxi. „Und das lag nicht an dem Wort. Es lag daran, dass ich vorher siebzehn Tage an derselben Kante gestanden habe."

„An einem fremden Ort?"

„Dort hätte ich ein Wort und nichts dahinter."

„Und ein Wort ohne etwas dahinter benutzt man einmal zu spät oder zweimal zu früh", sagte Zhaoxi.

„Wenn wir Sie trotzdem schicken?"

„Dann steht in Fujian ein Vorhang, den Herr Ye bedienen kann und niemand gebaut hat", sagte sie. „Und der zweite Ort bekommt eine Frau, die dort dreiundzwanzig Tage braucht, die er nicht hat."

„Und was kostet Ihre Seite?"

„Meine Seite kostet einen zweiten Ort oder den ersten", sagte Zhaoxi.

„Und es gibt keine dritte Rechnung. Ich habe sie zweimal aufgestellt, und beide Male kam dasselbe heraus."

Sie sagte an diesem Vormittag nichts über eine Zusage und nichts über ein Versprechen, und es fragte niemand danach.

Song Meifeng saß neben dem Ofen.

Und sie hatte die Hände in den Ärmeln, obwohl die Halle seit 07:00 geheizt war.

„Ah Tian."

„Meifeng."

„Ich habe eine Zahl mitgebracht, und sie ist unangenehm."

„Sag sie."

„Im November sind zweihundertelf Leute in die Heilhalle gekommen", sagte Meifeng.

„Und einhundertsiebenundsechzig brauchten einen Verband und Ruhe, und vierunddreißig brauchten mehr, und zehn brauchten jemanden, der hinsieht."

„Wie viele können hinsehen?"

„In Songjiang arbeiten neun Leute in der Heilhalle."

„Und drei von den neunen können mehr als verbinden."

„Von den dreien?"

Meifeng antwortete nicht sofort.

„Von den dreien kann eine bei einem Riss durch den Beckenboden hinsehen, ohne dass es hinterher schlimmer aussieht als vorher", sagte sie.

Sie sagte nicht, welche.

Und niemand am Tisch fragte, und das war nicht Rücksicht, sondern es war die Art, wie man in diesem Haus mit Zahlen umging, die eine Person meinten.

„Ein Einsatz im Ausland nimmt zwei von den dreien mit", sagte Meifeng. „Er nimmt sie mindestens neun Tage mit."

„Und er nimmt sie in einen Ring, in dem niemand weiß, wo bei uns die Grenze liegt."

„Hier?"

„Hier bleibt eine", sagte Meifeng. „Und an einem gewöhnlichen Dienstag reicht eine."

„An einem ungewöhnlichen?"

„An einem ungewöhnlichen reicht sie nicht, und dann geht sie trotzdem hin", sagte Meifeng. „Das ist der Punkt, den ich gern auf diesen Tisch legen möchte."

Und sie nahm eine Hand aus dem Ärmel und legte sie flach neben die Kanne.

„Ein Kämpfer kann zurückweichen. Er kann Boden aufgeben und danach noch da sein, und Herr Lu hat am sechsten Oktober genau das getan."

„Ja", sagte Lu Chen.

„Ein Heiler kann das nicht", sagte Meifeng. „Und ein Heiler weicht nicht zurück, ein Heiler hört auf, und dazwischen liegt nichts."

„Und?"

„Wer hinsieht, sieht am dritten Tag das dritte Mal nicht mehr richtig", sagte sie. „Und wer hinsieht, ohne es zu merken, macht den Schaden größer und schreibt hinterher auf, es sei gut gegangen."

Han Meiyu führte über solche Sachen ein zweites Buch.

Und dieses Buch lag nicht auf dem Tisch, und Meifeng erwähnte es nicht, und Gu Tian sah nicht zu ihr hin, als es hätte erwähnt werden können.

„Hilfe ohne Grenze verbraucht Menschen", sagte Meifeng. „Und sie verbraucht Heiler schneller als Kämpfer, weil ein Kämpfer merkt, wann er leer ist, und ein Heiler merkt es erst an dem, was er hinterlässt."

„Und wie lange dauert ein einziges Hinsehen?"

„Das Hinsehen dauert zwölf Minuten."

„Und danach?"

„Danach ist die, die hingesehen hat, zwei Stunden lang zu nichts zu gebrauchen, das Hände braucht", sagte Meifeng. „Und in einem Ring gibt es nichts, das keine Hände braucht."

„Was ist deine Grenze?", sagte Gu Tian.

„Ein Einsatz", sagte Meifeng. „Und nicht zwei nebeneinander, und danach elf Tage nichts."

„Warum elf?"

„Weil neun zu knapp sind."

„Und weil vierzehn niemand einhält."

Und Zixuan schrieb ein Einsatz, elf Tage in ihre Zeile und zog diesmal einen Strich darunter.

Tang Shu saß auf dem Stuhl mit der Lehne, den Han Da am achten November aus dem Ostflügel geholt hatte und der seitdem nicht zurückgegangen war.

Und sie saß seit 09:00 so, wie man im sechsten Monat auf einem harten Stuhl sitzt, und sie hatte es zweimal geändert und beide Male nichts damit gewonnen.

„Tian."

„Shu."

„Ich habe vier Fragen und keine Zahl."

„Frag."

Sie zählte sie nicht an den Fingern ab, weil sie das nie tat.

„Wer haftet. Wer räumt. Wer trägt die Toten."

„Und wer darf abbrechen, und ab welcher Minute."

„Das steht auf keinem der drei Blätter?"

„Auf einem steht alles vier. Auf einem steht zwei", sagte Tang Shu. „Und auf dem dritten steht das Wort gemeinsam, und das ist kein Wort, das ist ein Loch."

Und Zixuan sah kurz auf.

„Warum diese vier, Frau Tang?", sagte Lu Chen.

„Weil wir sie in Fujian hatten", sagte Tang Shu. „Und weil wir es nicht gemerkt haben."

„Wir hatten sie?"

„Am sechsten Oktober um 05:31 hat ein Mann einen Rückruf angeordnet", sagte Tang Shu. „Und er hat ihn falsch angeordnet, und Sie haben ihn abgelehnt, und beides steht in einer Akte, und der Mann hat einen Namen."

Und Lu Chen sagte darauf nichts, und Gu Tian sah ihn an und sagte auch nichts.

„In einem fremden Land ist das anders."

„Wie anders?"

„Dort gibt es um 05:31 eine Stimme in einer Sprache, die keiner von uns spricht", sagte sie.

„Und hinterher gibt es kein Blatt, auf dem steht, wem die Stimme gehört hat."

„Wenn dort einer liegen bleibt?"

„Dann will ich vorher wissen, wer ihn heraufholt", sagte Tang Shu.

„Und wer den Brief schreibt. Und in welcher Sprache der Brief bei seiner Mutter ankommt."

Sie sagte diesen Satz genauso ruhig wie die davor.

Und das war bei ihr seit Jahren so, sobald es um Tote ging, und es war keiner am Tisch mehr davon überrascht.

„Und es gibt eine fünfte Frage, die ich nicht stelle", sagte Tang Shu.

„Warum nicht?"

„Weil ich die Antwort kenne. Sie lautet: Wenn dort nichts geregelt ist, machen wir es."

„Und wir machen es gut, und deswegen fragt beim nächsten Mal niemand mehr."

„Ich habe am sechzehnten Oktober die Zeile herausgegeben", sagte Tang Shu. „Achtzehn Umläufe, offen, an jede Stelle, die sie haben wollte."

„Ich weiß."

„Zwei Stellen haben sie geübt."

„Die anderen haben sie abgeheftet."

„Und?"

„Und wer eine Zeile abheftet und dann um Hilfe bittet, bittet nicht um Hilfe", sagte sie. „Der bittet darum, dass ich komme."

„Kommst du?"

„Bis März gehe ich nirgendwohin", sagte Tang Shu. „Das ist keine Antwort auf die Frage. Das ist eine Zahl für die Liste."

Und Zixuan trug sie ein.

Dann sagte Meifeng etwas, das nicht zu Gu Tian ging.

„Frau Tang."

„Frau Song?"

„Eine Zuständigkeit heilt niemanden."

Tang Shu drehte sich auf dem Stuhl so weit, wie es ging, und das war nicht weit.

„Frau Song, eine Grenze, die nur wir kennen, ist keine Grenze."

„Sie ist meine."

„Ja", sagte Tang Shu. „Und in vier Wochen ist sie die Zahl, an der ein fremdes Amt ausrechnet, wie viel es noch verlangen kann, ohne dass wir absagen."

„Dann rechnet es falsch."

„Nein, Frau Song. Dann rechnet es richtig, und deswegen sage ich es."

Und Meifeng nahm die zweite Hand aus dem Ärmel.

„Ihre vier Fragen bringen mir am neunten Tag keine dritte Heilerin, Frau Tang."

„Nein", sagte Tang Shu. „Sie bringen Ihnen am neunten Tag jemanden, der aufhören darf, ohne dass es sein Fehler ist."

Es sagte darauf niemand etwas.

Und Gu Tian sagte dazu nichts.

„Herr Gu."

„Herr Lu?"

„Eine Frage, und sie ist unhöflich."

„Stellen Sie sie."

Und Lu Chen nahm die Ellbogen vom Tisch.

„Wenn meine vierzehn Nein sagen und Sie gehen trotzdem — was ist unser Nein dann wert?"

„Genauso viel wie vorher", sagte Gu Tian.

„Das glaube ich nicht."

„Ich weiß."

Lu Chen wartete, und Gu Tian ließ ihn warten, und dann sagte er es doch.

„Wenn ich gehe, gehe ich allein."

„Und ich frage niemanden, ob er mitkommt, und ich lasse niemanden fragen, und wer trotzdem kommt, kommt ohne Auftrag."

„Wenn einer trotzdem kommt?"

„Dann ist es seiner", sagte Gu Tian. „Und nicht meiner und nicht Ihrer."

„Und wenn keiner kommt?"

„Dann komme ich allein zurück oder nicht."

Und Zixuan hörte auf zu schreiben und fing wieder an.

Und er stand um 10:41 auf und ging zum Fenster und wieder zurück.

Es waren neun Schritte hin, und die neun zurück lagen anders, weil der dritte Stuhl an der Nordwand inzwischen vorgerückt stand.

Dann sagte er die vier Sätze.

„Erstens. Eine Anfrage ohne benannte Zuständigkeit kommt nicht auf diesen Tisch. Wer haftet, wer räumt, wer trägt die Toten, wer bricht ab und ab welcher Minute. Shu schreibt die Liste, Zixuan schickt sie hinaus, und wer sie nicht ausfüllt, bekommt keine Prüfung, sondern den Satz."

„Zweitens. Was auf diesen Tisch kommt, wird gefragt und nicht zugeteilt. Auch von mir nicht."

„Drittens. Jedes Ja ist freiwillig. Jedes Nein ist legitim."

„Viertens. Ein Nein wird nicht begründet, nicht vermerkt und nicht nachgefragt."

Luo Shuang hob den Kopf bei nicht vermerkt.

„Herr Gu, ich führe Listen."

„Ich weiß."

„Und in einer Liste ist ein leeres Feld auffälliger als ein volles."

„Dann ist es auffällig", sagte Gu Tian.

Und Zixuan sagte einen halben Satz und keinen ganzen.

„Das wäre das zweite."

Sie meinte Blatt einhundertvierundsiebzig, und sie erklärte es nicht, und Gu Tian antwortete darauf nicht.

Dann kam der Teil, der ihn etwas kostete.

„Und die Grenze der Heilhalle ist die Grenze des Clans", sagte Gu Tian. „Ein Einsatz. Danach elf Tage nichts. Auch wenn am elften Tag etwas passiert."

Meifeng sah ihn an und sagte nichts.

„Und die Heilhalle sagt Nein wie alle anderen", sagte er.

„Ja", sagte Meifeng.

„Eine Sache noch."

„Wer Nein gesagt hat, wird am nächsten Morgen behandelt wie am Morgen davor. Gleiche Arbeit, gleicher Ton, gleicher Platz am Tisch."

„Und wer das nicht kann, sagt es jetzt."

Es sagte in dieser Halle eine Weile niemand etwas.

Und dann sagte Lu Chen etwas.

„Ich kann es für mich."

„Für vierzehn?"

„Für vierzehn kann ich es nicht versprechen, Herr Gu."

„Dann ist das Ihre Arbeit", sagte Gu Tian.

„Ja."

Und Zixuan legte das dritte Blatt in die Mitte des Tisches, ohne dass jemand sie darum gebeten hatte.

„Bruder, dann fangen wir bei diesem an."

„Lies."

„Stufe vier, seit dem neunundzwanzigsten November offen. Alle vier Angaben ausgefüllt. Haftung benannt. Räumung benannt und begonnen. Die Toten trägt die dortige Provinzstelle."

„Abbruch beim Einsatzführer, ab der ersten Minute."

„Und?"

„Und im inneren Ring standen am zweiten Dezember noch eintausendneunhundert Leute, weil die Straße nach Norden seit dem Regen weg ist."

Es war alles ausgefüllt, was Tang Shu verlangt hatte.

Und es war sauber ausgefüllt, und es fehlte nichts, und niemand am Tisch konnte etwas daran finden.

„Herr Lu."

„Herr Gu?"

„Das ist eine Frage und kein Auftrag."

Und Lu Chen sah das Blatt an, und diesmal nahm er es hoch.

Er hielt es länger, als man braucht, um zwölf Zeilen zu lesen.

„Nein", sagte er.

„Und der Grund ist—"

„Herr Lu."

„Ja?"

„Nein ist genug", sagte Gu Tian.

Und Lu Chen legte das Blatt zurück, und der Grund blieb bei ihm, und er behielt ihn den ganzen Tag.

„Bruder, in welches Feld schreibe ich es?"

„In keines."

„Der Satz?"

„Der Satz geht morgen früh hinaus", sagte Gu Tian. „Und immer derselbe."

Zixuan trug auf Blatt zweihunderteinundachtzig zwei Sachen ein: dass gefragt worden war und dass geantwortet worden war.

Und das Feld dazwischen ließ sie leer.

Danach sah niemand Lu Chen an.

Und das war nicht Höflichkeit und keine Anstrengung, sondern es war die neue Regel, sechs Minuten alt, zum ersten Mal in Gebrauch.

„Herr Gu."

„Herr Lu?"

„Die Nachtläufe in Fujian."

„Was ist damit?"

„Ich hätte gern zwei zusätzliche in dieser Woche, und zwar bei Regen und nicht an trockener Kante."

„Dann machen Sie zwei zusätzliche", sagte Gu Tian.

„Die Zeiten?"

„Geben Sie sie Fräulein Luo, wie immer."

Und Luo Shuang machte einen Haken in ihre Spalte, und es war derselbe Haken, den sie am Montag gemacht hatte.

Zixuan schob die beiden anderen Blätter nicht weg.

„Die bleiben liegen, Bruder."

„Wie lange?"

„Bis die Liste heraus ist und die Antworten zurück sind."

„Und wenn die Antworten nicht kommen?"

„Dann kommen sie nicht", sagte Zixuan.

Sie machte das Abgangsbuch zu und legte die Hand darauf und sagte dann doch noch etwas.

„Bruder, seit heute früh liegt bei mir ein viertes."

„Von wem?"

„Es ist noch keine Anfrage."

„Was ist es?"

„Eine Voranfrage", sagte sie. „Und sie hat keine Stufe darin und keine Zahl, sondern eine Frage."

„Dann liegt es", sagte Gu Tian.

Und Zixuan trug es nicht ein und legte es auf keinen der drei Stapel.

Die Sitzung war um 11:08 zu Ende, und es hatte niemand die Hand gehoben.

Von den neun Leuten an der Nordwand ging einer nicht sofort hinaus.

Und er blieb stehen, bis Zixuan aufsah, und dann sagte er ihr einen Satz, den Gu Tian nicht hörte, und Zixuan schlug das Buch noch einmal auf und trug etwas ein.

Es war kein Grund und kein Feld, sondern ein Name und eine Uhrzeit.

Shen Zhaoxi ging als Erste, weil sie um 12:20 einen Wagen nach Fujian hatte.

Und Luo Shuang ging mit ihr, und die neun von der Nordwand standen auf und gingen hinaus, und Han Da kam mit dem Eimer herein und ging an den Ofen.

Gu Tian blieb am Tisch stehen und ordnete die drei Blätter.

Und er tat es länger, als drei Blätter brauchen.

Tang Shu stand um 11:12 auf.

Sie brauchte dafür länger als im Oktober, und sie hielt sich an der Tischkante fest und nicht an der Lehne, weil die Lehne mitging.

Dann griff sie nach dem Stuhl, um ihn an die Wand zu schieben.

Meifeng war schon an der Tür.

Und sie ging nicht hinaus.

„Shu."

Tang Shu ließ den Stuhl los.

„Meifeng."

„Den schiebt Han Da."

„Er steht im Weg."

„Dann steht er im Weg", sagte Meifeng.

Die Halle hatte zwei Stufen hinunter in den Hof, und die untere war ausgetreten.

Und Meifeng ging vor und drehte sich um und hielt die Hand hin.

„Nicht auf die Kante. Treten Sie in die Mitte."

Tang Shu nahm die Hand und stieg herunter.

Sie gingen über den Hof und redeten dabei über den Stuhl.

Gu Tian stand am Tisch mit den drei Blättern in der Hand, und er hörte beides.

Er trug die Blätter in den Ostflügel und legte sie dort auf den Schrank, so wie er es immer tat.

Um 11:30 saßen achtundzwanzig Leute beim Essen.

Und der Stuhl mit der Lehne stand um 11:30 noch mitten in der Halle, und Han Da schob ihn am Nachmittag an die Wand und sagte nichts dazu.

Am Abend fragte Gu Lin Aelir nach dem Ofen und bekam dieselbe Antwort wie am Morgen.

Lu Chen fuhr um 14:00 nach Fujian.

Er sagte auf der Fahrt nichts über den Vormittag, und der Fahrer fragte nicht, weil man an diesem Tag im Haus schon wusste, dass man nicht fragte.

Und der Grund, den er nicht hatte sagen dürfen, war ein einfacher: Er hätte die vierzehn geführt, und er hätte am dritten Tag nicht gewusst, wo das Wasser ist, und er hätte es am vierten gewusst.

Er sagte ihn niemandem, und er schrieb ihn nicht auf.

Und am fünften Dezember um 06:00 stand er da, wo er am dritten gestanden hatte, und es sah ihn niemand an.

Das war der ganze Unterschied, und er war teuer.

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