Der innere Hof war gepflastert, und die Pflastersteine lagen seit 2133 dort, und im Sommer wuchs zwischen ihnen Gras, und im Oktober wuchs es nicht mehr.
Und im Osten stand die Küche, und im Westen der Westflügel, und im Süden lief eine Mauer, über der man das Süddach sah.
Auf dem Süddach lag seit dem Vormittag etwas Armlanges und bewegte sich nicht.
Gu Tian hatte an diesem zweiten Oktober 2136 um 05:40 seine Form gemacht.
Und sie hatte zweiundzwanzig Minuten gedauert, so wie sie seit dem Frühjahr zweiundzwanzig Minuten dauerte, und die Verschleierung hatte dabei eine Handbreit offen gestanden.
Danach war nichts geschehen, und das war seit dem achtundzwanzigsten September der Normalfall.
Luo Shuang hatte ihm um 15:00 eine Zeile geschickt.
Die Prüfstelle steht ab morgen um 07:00 bereit. Neun Punkte innen, sechs außen.
Und darunter stand kein Vorschlag und keine Frage, und das war seit dem ersten September ihre Art, mit ihm zu reden.
Er hatte um 16:20 entschieden, an diesem Nachmittag nicht hinüberzugehen.
Und die Entscheidung hatte ihn nichts gekostet, und er merkte das erst, als sie schon getroffen war.
Im Juni hätte sie ihn etwas gekostet.
Shen Zhaoxi hatte ihm am dreißigsten September zwei Sätze geschrieben.
Der nächste Lauf ist der letzte, den ich vorbereiten kann. Danach weiß ich nicht mehr, wofür ich vorbereite.
Und er hatte zwei Tage lang nicht geantwortet, und das war keine Unhöflichkeit gewesen, sondern die einzige ehrliche Antwort, die er hatte.
Er saß um 16:52 auf der Stufe vor dem Westflügel.
Und er hatte nichts in den Händen, und er hatte nichts vor, und Han Da stand acht Meter weiter auf einer Leiter und schraubte eine Regenrinne fest, die seit dem einundzwanzigsten September schief hing.
Han Da fluchte dabei zweimal, und beide Male leise, weil er wusste, wer auf der Stufe saß.
„Junger Herr."
„Herr Han?"
„Und ich habe sie im März schon einmal festgemacht."
„Ja."
„Und sie hält nicht, weil das Holz arbeitet", sagte er.
Gu Tian sah zu ihm hoch.
„Was hilft?"
„Und nichts hilft. Man macht sie jedes Jahr wieder fest", sagte Han Da.
Tang Shu kam um 17:04 aus der Halle.
Und sie ging seit dem vierzehnten September langsamer, und das lag nicht an ihrem Zustand, sondern daran, dass Meifeng ihr an diesem Tag drei Zeilen aufgeschrieben hatte und Tang Shu sich an zwei davon hielt.
Sie setzte sich neben ihn auf die Stufe, ohne zu fragen, ob sie dürfe.
„Tian."
„Shu."
„Du bist nicht drüben."
„Nein."
„Warum nicht?"
Gu Tian sah auf den Hof.
„Weil ich heute nichts von mir will", sagte er.
Tang Shu sagte darauf zuerst nichts.
Und dann sagte sie etwas, das nach nichts klang und keines war.
„Das ist derselbe Satz wie am ersten September."
„Ja."
„Und damals hat Fräulein Shen ihn dir aufgeschrieben", sagte sie.
„Heute?"
„Heute hat ihn niemand aufgeschrieben."
Tang Shu sah zur Leiter hinüber, an der Han Da stand.
„Tian, und das ist der ganze Unterschied", sagte sie.
Im Hof war es an diesem Nachmittag so wie an jedem anderen.
Und aus der Küche kam seit 16:30 Rauch, und aus der Heilhalle kam um 17:00 eine Frau mit einem Arm in einem Tuch, und über der Mauer hörte man den Bus, der um 17:10 fuhr.
In der Verwaltung stritt jemand mit einem Lieferanten über Reis, und zwar über den Preis und nicht über die Menge.
Song Meifeng kam um 17:16 über den Hof.
Und sie kam aus der Heilhalle, und sie hatte um 16:00 vierzig Minuten lang hingesehen, und ihre Hände waren deswegen kalt, und sie würden nach der Rechnung, die Han Meiyu seit vierzehn Monaten führte, gegen 18:00 wieder warm sein.
Sie hielt sie beim Gehen nicht in den Ärmeln, weil sie das seit dem Sommer nicht mehr tat, seit Tang Shu es einmal bemerkt hatte.
„Ah Tian."
„Meifeng."
„Sitzt ihr hier?"
„Ja."
Und Meifeng setzte sich auf die dritte Stufe, eine über den beiden, und legte die Hände auf die Knie.
„Frau Song."
„Frau Tang?"
„Ihre Hände."
„Und sie sind kalt, und das ist normal", sagte Meifeng.
Gu Lin Aelir kam um 17:29 um die Ecke der Küche.
Und er kam schnell, weil er seit dem einundzwanzigsten Mai schnell ging, und er hatte in beiden Händen Steine, und einer war zu groß für seine Hand und fiel ihm zweimal herunter.
Beide Male hob er ihn wieder auf, und beide Male sah er dabei niemanden an.
An der Südmauer stand ein Gestell aus Restbrettern.
Und es hatte vier Fächer, und es war schief, und es war schief, weil ein Junge am zweiten Juli mitten in einem Schnitt das Brett angehoben hatte.
Und drei Fächer waren voll, und das vierte war seit Juli leer, und niemand im Haus wusste, warum.
Er räumte die Steine ein.
Und er räumte sie ins zweite Fach, und er ordnete sie dabei, und die Ordnung war jeden Tag eine andere, und an diesem Tag lagen die hellen links.
Er war am zweiten Oktober neunzehn Monate alt geworden, und zwar an diesem Morgen.
Und er hatte im August fünfzehn Wörter gehabt, und seitdem waren zwei dazugekommen, und keins davon war ein Name.
Um 17:38 änderte sich etwas.
Und es änderte sich nicht im Hof, und es änderte sich nicht in der Luft, und Gu Tian saß auf einer Stufe und merkte als Erster, dass er sich anders hielt als eine Minute vorher.
Und er hatte nichts getan.
Seit dem zweiundzwanzigsten Juni gab es in ihm eine Stelle.
Und sie war nicht groß, und sie war nicht schmerzhaft, und sie lag dort, wo das Zurückhalten in das Loslassen überging, und man merkte sie nur, wenn man sich dort bewegte.
Und Shen Zhaoxi hatte sie am ersten September auf einem Papier eine Tür genannt, und Luo Shuang hatte sie nie gemessen bekommen, und Gu Tian hatte sie jeden Tag benutzt.
Diese Stelle machte nicht auf.
Sie machte zu.
Es dauerte ungefähr vier Sekunden.
Und Gu Tian zählte sie nicht, und er zählte sie deshalb nicht, weil ihm in der ersten dieser vier Sekunden klar war, dass er sich nicht bewegen durfte.
Und in der vierten war die Stelle nicht mehr da.
Es war 17:41 am zweiten Oktober 2136.
Und der Himmel über Shanghai wurde violett.
Nicht am Rand.
Han Da stand auf der siebten Sprosse und hielt einen Schraubenzieher.
Und er stieg nicht herunter.
Fang Xiuying kam aus der Küche und hatte nasse Hände.
Und sie trocknete sie nicht ab.
Gu Zhong stand in der Tür zur Verwaltung, und unter seinem Arm lag das Buch mit der Mitgliederspalte, in die nur eintrug, wer sich selbst entschieden hatte.
Und er stellte es nicht ab.
Im Hof standen nach ungefähr dreißig Sekunden vierzehn Leute.
Und nach ungefähr einer Minute waren es sechsundzwanzig, und danach zählte niemand mehr.
Und es sagte keiner ein Wort.
Es war nicht die Stille, die entsteht, wenn Leute erschrecken.
Es war die Stille, die entsteht, wenn sechsundzwanzig Leute gleichzeitig merken, dass sie nichts zu sagen haben, was dazu passt.
In der Heilhalle standen um 17:42 neun Betten, und in acht davon lag jemand.
Und Han Meiyu ging von einem zum anderen und sah nicht aus dem Fenster, und sie sah deshalb nicht hinaus, weil das ihre Arbeit war.
Und sie merkte um 17:43, dass seit zwei Minuten niemand mehr um etwas gebeten hatte.
Auf dem Boden bewegte sich nichts.
Und das war das Erste, was Gu Tian auffiel, und es fiel ihm auf, weil er den ersten September im Kopf hatte: kein Staub, keine Kreise, kein Steinstaub, der eine Handbreit aufsteht und anders wieder herunterkommt.
Und die Pflastersteine lagen, wie sie seit 2133 lagen.
Über ihnen stand ein Himmel, den drei Millionen Menschen gleichzeitig ansahen.
Er hörte die Stadt.
Und Songjiang war an einem Freitagabend nicht leise: eine Straße im Norden, eine Baustelle im Westen, ein Bus, der um 17:40 an der Mauer vorbeifuhr.
Und um 17:41 hörten die Hupen auf.
Ungefähr zwanzig Sekunden später fingen sie wieder an, und sie klangen anders, weil sie nicht mehr Verkehr waren.
Xingchen kam um 17:41 vom Süddach.
Und sie kam nicht über die Mauer, sondern über den Hof, und sie war armlang, und sie blieb armlang.
Und sie legte sich vier Schritte neben die Stufe auf die Pflastersteine und legte den Kopf ab.
Sie sah dabei nicht zu Gu Tian.
Meifeng hatte um 17:16 kalte Hände gehabt.
Und um 17:41 waren sie warm.
Und sie waren nicht ein wenig wärmer geworden, sondern warm, und Meifeng drehte sie um und sah sie an, und danach sah sie nicht mehr auf die Hände, sondern nach Norden über den Hof hinaus.
Denn im Norden, zweihundert Meter weit, stand seit Februar 2135 etwas, das auf diesem Grundstück in allem lag, was wuchs.
Und es antwortete.
Und es antwortete nicht auf sie.
Tang Shus Umlauf endete um 17:41.
Und der Wechsel zwischen der ziehenden und der tragenden Seite dauerte bei ihr seit ihrem vierzehnten Lebensjahr ungefähr vier Herzschläge.
Und an diesem Abend dauerte er länger.
Sie hörte hin.
Und sie zählte nicht.
Und das war eine Entscheidung, und sie hatte sie am vierzehnten September getroffen und seitdem achtzehn Tage lang eingehalten, und sie hielt sie auch in diesem Wechsel ein.
Sie legte während dieser Zeit ihre Hand nicht auf sich selbst.
Denn sie hatte am vierzehnten September gesagt, dass eine Hand auch eine Messung sein kann, wenn man dabei nachzählt.
Die vier Wächter antworteten zwischen 17:41 und 17:42.
Und Gu Tian hörte sie so, wie man vier Leute in vier Zimmern denselben Satz sagen hört, und er wusste in diesem Moment nicht, wo die Zimmer waren.
Und er wusste nur, dass es dieselbe Tonfolge war wie im September.
Im September waren es zwei Töne gewesen.
An diesem Abend waren es fünf.
Er hätte hinsehen können.
Und die Dao-Sicht hätte ihm in vier Sekunden gezeigt, was der Weltenbaum tat und was die Uhr tat und wo die vier Stellen lagen, von denen die Töne kamen, und er hatte das seit zwei Jahren jedes Mal getan, wenn er etwas nicht verstand.
Und er sah nicht hin.
Der Grund dafür war einfach.
Denn vier Schritte vor ihm stand ein Junge an einem schiefen Gestell und sah in einen violetten Himmel, und wenn Gu Tian in diesem Moment hingesehen hätte, hätte er zuerst seinen Sohn gesehen.
Und er hatte am vierzehnten September zugehört, als Tang Shu über Grenzen gesprochen hatte.
Der Himmel blieb vier Minuten und zwanzig Sekunden violett.
Und Tang Shu wusste das ohne Uhr.
Um 17:45 und zwanzig Sekunden ging es zurück.
Und es ging langsamer zurück, als es gekommen war, und über der Baustelle im Westen hielt sich der Rand am längsten, und danach war der zweite Oktober wieder ein Abend im Herbst.
Und die Stille blieb.
Sie blieb ungefähr hundert Sekunden.
Und in diesen hundert Sekunden bewegte sich im inneren Hof niemand, und im ganzen Haus fiel nichts um, und in der Küche kochte Wasser über, und Fang Xiuying stand vier Schritte von der Tür entfernt und ging nicht hinein.
Und dann ging der Junge über den Hof.
Er ging vier Schritte, und er ging sie so schnell wie jeden anderen Weg an diesem Tag.
Und niemand hielt ihn auf.
Und das war nicht, weil niemand es wollte.
Er stellte sich vor die Stufe.
Und er nahm die Hand seines Vaters.
„Da", sagte er.
„Ja", sagte Gu Tian.
Und danach war es vorbei.
Im Hof fing es um 17:48 wieder an.
Und es fing damit an, dass Fang Xiuying in die Küche ging und der Topf aufhörte, und danach sagte jemand am Nordtor einen Satz zu jemand anderem, und danach redeten alle gleichzeitig.
Und Han Da kam von der Leiter herunter und stellte sich unten hin und sah nach oben, und die Regenrinne hing wieder schief, weil er den letzten Schlag nicht gemacht hatte.
„Junger Herr."
„Herr Han?"
„Und ich mache sie morgen fertig."
„Ja."
„Und heute nicht", sagte er.
Gu Tian blieb sitzen.
Und Lin Aelir stand vor ihm und hielt seine Hand fest, und nach ungefähr einer Minute ließ er sie los und ging zurück zum Gestell und räumte die hellen Steine nach rechts.
Meifeng sprach als Erste.
„Ah Tian."
„Meifeng."
„Deine Hand."
„Ja."
„Und sie ist genauso warm wie meine", sagte sie.
„Und?"
Meifeng antwortete darauf nicht sofort.
„Ich weiß seit Jahren, wie sich der Baum anfühlt, wenn er etwas wiedererkennt", sagte sie.
„Und?"
„Er hat heute nicht mich wiedererkannt."
Es blieb einen Moment still auf der Stufe.
„Meifeng."
„Ja?"
„Stört dich das?"
Und sie sah ihn an, und sie brauchte für die Antwort etwa vier Sekunden.
„Nein", sagte sie.
Tang Shu sagte danach etwas, das keine Frage war.
„Tian."
„Shu."
„Es waren vier Minuten und zwanzig Sekunden."
„Woher weißt du das?"
Und Tang Shu sah über den Hof.
„Und weil ich genau weiß, wie lange das ist", sagte sie.
Er fragte nicht nach.
Und sie sagte auch nichts über den Wechsel, und sie sagte es an diesem Abend niemandem, und sie schrieb es auch nicht in ihre eigene Zeile unter Meifengs vier Zeilen.
Xingchen stand um 17:56 auf.
Und sie ging drei Schritte und blieb wieder stehen, und sie sprach in der Reihenfolge, in der sie immer sprach: erst der Name, dann die Sache.
„Gu Tian."
„Xingchen?"
„Ich bin nicht wegen dir heruntergekommen."
„Weswegen?"
Und sie sah zum Gestell an der Südmauer.
„Und weil der Junge im Hof stand", sagte sie.
„Was hättest du getan?"
„Nichts."
„Und?"
Und Xingchen legte sich wieder hin, und sie legte sich diesmal zwischen die Stufe und die Südmauer.
„Und ich wäre trotzdem dagewesen", sagte sie.
Gu Zhong bekam den ersten Anruf um 18:31.
Und er nahm ihn im Verwaltungszimmer an, und er hielt dabei das Buch mit der Mitgliederspalte noch unter dem Arm, weil er es seit 17:41 nicht abgestellt hatte.
Und das Gespräch dauerte zwei Minuten und vierzig Sekunden.
Er kam danach in den Hof und blieb höflich zwei Schritte vor der Stufe stehen.
„Junger Herr."
„Herr Gu?"
„Die Bezirksstelle Songjiang."
„Und?"
„Und sie fragen, ob wir etwas beobachtet haben", sagte er.
„Was haben Sie geantwortet?"
„Dass wir es gesehen haben wie alle anderen auch."
„Und?"
Gu Zhong nahm das Buch endlich unter dem Arm hervor und hielt es vor sich.
„Und das war die Wahrheit, Junger Herr, und ich sage ungern etwas anderes", sagte er.
„Herr Gu."
„Ja?"
„Wenn sie morgen genauer fragen?"
Und Gu Zhong dachte etwa vier Sekunden nach.
„Und dann sage ich denselben Satz noch einmal und werde dabei langsamer", sagte er.
Luo Shuang kam um 19:40 aus Songjiang herüber.
Und sie kam mit zwei Kisten, und sie hatte sie nicht gepackt, sondern sie standen seit dem achtundzwanzigsten September gepackt bereit, und sie fragte nicht, was gewesen war.
Und sie fing im Hof an zu messen, bevor sie jemanden begrüßte.
Sie maß bis 21:10.
Und sie maß mit elf Geräten an sechzehn Punkten, und sie maß auch die Pflastersteine, und sie maß auch die Stufe, und sie legte am Ende ein Blatt auf den langen Tisch, auf dem sehr wenig stand.
„Fräulein Luo."
„Herr Gu?"
„Und?"
„Und nichts."
„Was heißt nichts?"
Und Luo Shuang setzte sich, und sie setzte sich zum ersten Mal an diesem Abend hin.
„Und es heißt, dass sechzehn Punkte im Hof heute genau dasselbe gemessen haben wie gestern."
„Die Stufe?"
„Nichts."
„Die Luft?"
„Nichts."
„Die Steine?"
Sie schob das Blatt zwei Zentimeter zu ihm hinüber.
„Und der Staub liegt da, wo er gestern lag, und ich habe ihn zweimal gesucht", sagte sie.
Es blieb einen Moment still am Tisch.
„Fräulein Luo, und am ersten September?"
„Und am ersten September hat mein bestes Gerät auf dem Fußboden gelegen."
„Heute?"
Luo Shuang antwortete darauf ehrlich, und es kostete sie diesmal weniger als im September.
„Heute liegt es zweitausend Meter über Shanghai, und ich komme nicht ran", sagte sie.
Am langen Tisch saßen an diesem Abend zweiundzwanzig Leute.
Und Fang Xiuying kochte seit dem sechsundzwanzigsten August für zweiundzwanzig, und an diesem Abend reichte es zum ersten Mal seit Wochen nicht, weil vier Leute mehr kamen, die sonst in den Hallen aßen.
Und sie sagte dazu einen Satz, und sie sagte ihn zu niemandem Bestimmten.
„Und dann esse ich morgen Mittag eben das, was heute übrig geblieben wäre."
Niemand sprach beim Essen über den Himmel.
Das war keine Anweisung.
Es lag daran, dass zweiundzwanzig Leute an einem Tisch sitzen und jeder von ihnen wartete, dass ein anderer anfängt, und dass niemand anfing.
Irgendwann fragte Han Da nach der Regenrinne, und danach war das Thema die Regenrinne.
Gu Lian saß an diesem Abend neben einem leeren Platz.
Und sie stellte irgendwann eine Schale darauf, die niemand bestellt hatte, und sie sagte dazu einen Satz, den sie seit dem siebten Juli sagte.
„Und sie kommt, wenn sie fertig ist."
Gu Zixuan kam um 21:20.
Und sie kam aus dem Archiv, und sie hatte zwei Bücher dabei, und sie legte diesmal beide auf den Tisch und schlug beide auf.
„Bruder."
„Zixuan."
„Ich habe vier Uhrzeiten."
„Und?"
Und sie drehte die Seite so, dass er sie lesen konnte, und auf der Seite standen vier Zeilen untereinander.
17:41 und elf Sekunden.
17:41 und vierzehn Sekunden.
17:41 und siebzehn Sekunden.
17:41 und zweiundzwanzig Sekunden.
„Zixuan."
„Ja?"
„Wie weit liegen die vier Stellen auseinander?"
Sie hatte es ausgerechnet, bevor sie hergekommen war.
„Und die weiteste ist zweitausendvierhundert Kilometer von der nächsten entfernt", sagte sie.
Es blieb einen Moment still am Tisch.
„Wie viele Töne?"
„Fünf."
„Im September?"
„Und im September zwei", sagte sie.
„Bei allen vieren fünf?"
„Ja."
„In derselben Reihenfolge?"
Zixuan sah auf ihre eigene Seite, und sie sah darauf länger, als sie musste.
„Bruder, in derselben Reihenfolge und mit denselben Abständen", sagte sie.
„Was heißt das?"
Und Zixuan antwortete darauf so, wie sie seit dem fünften September antwortete, wenn sie etwas nicht wusste.
„Und das weiß ich nicht."
„Was vermutest du?"
„Ich vermute gar nichts, und das ist neu für mich", sagte sie.
Sie schlug danach das zweite Buch auf.
Und es war das mit dem Umschlag aus dunklem Leinen, und darin stand nichts, was ein Bericht war.
„Bruder."
„Ja?"
„Fräulein Shen war um 17:41 an der Messstation in Fujian."
„Und?"
„Und sie hat den Himmel nicht gesehen."
„Die Stelle der Shen?"
„Die ist eine von den vieren", sagte Zixuan.
„Was hat sie geschrieben?"
Zixuan las es vor, und sie las es vor, ohne die Stimme zu ändern.
Ich habe um 17:41 nichts gemessen. Ich habe um 17:41 die Hand von meinem Papier genommen.
Es blieb einen Moment still am Tisch.
„Zixuan."
„Bruder?"
„Mehr steht da nicht?"
„Doch."
„Und?"
Sie drehte das Blatt um.
Und ich habe zwei Stunden gebraucht, bis ich sie wieder hingelegt habe.
Zixuan klappte danach beide Bücher zu.
„Bruder."
„Zixuan?"
„Und in vier Stunden haben sechs Stellen bei uns angerufen."
„Was wollen sie?"
Sie legte die Hand auf den dunklen Leinenumschlag.
„Sie suchen einen Ort", sagte sie.
„Finden sie einen?"
„Nein."
„Warum nicht?"
„Und weil sie ihn am Himmel suchen", sagte sie.
Gu Zhong trug an diesem Abend nichts in seine Spalte ein.
Und in der Spalte stand seit dem zwölften Juni dieselbe Zahl, und die Zahl war dreihundertsechsundzwanzig, und sechsundzwanzig von diesen dreihundertsechsundzwanzig hatten um 17:41 im inneren Hof gestanden.
Und keiner von ihnen hatte an diesem Abend gefragt, was das gewesen war.
Gu Tian ging um 22:00 noch einmal in den Hof.
Und der Hof war leer, und im Westflügel brannten sieben Fenster, und am Gestell an der Südmauer lagen drei Fächer voll und eins leer.
Und er setzte sich wieder auf dieselbe Stufe.
„System."
[Ich bin hier.]
„War das hundert?"
Es blieb etwa vier Sekunden still.
[Ja.]
„Und die Bezugsgröße?"
[Du.]
„Und was hast du gemessen?"
[Ich habe innerhalb der Versiegelung gemessen. Weiter komme ich nicht, und das weißt du.]
„Und?"
Es blieb etwa vier Sekunden still.
[Und innerhalb der Versiegelung habe ich um 17:41 nichts gefunden, was aufgegangen wäre.]
„Und was hast du gefunden?"
[Eine Stelle, die es seit dem zweiundzwanzigsten Juni gab und die es seit 17:41 nicht mehr gibt.]
„Ist das ein Reich?"
[Nein.]
„Ist das ein Rang?"
[Nein.]
„Und eine Technik?"
[Nein.]
„Und was ist es dann?"
Es blieb länger still als vier Sekunden.
[Und das ist die erste Frage seit deiner Rückkehr, auf die ich eine Antwort habe und sie trotzdem nicht schön sagen kann], sagte das System.
„Sag sie unschön."
[Du hältst jeden Tag etwas zurück, und du gibst jeden Tag etwas frei. Seit dem zweiundzwanzigsten Juni hat dich beides an derselben Stelle etwas gekostet. Seit 17:41 kostet es dort nichts mehr.]
Es blieb einen Moment still im Hof.
„System."
[Ja?]
„Und hast du damit gerechnet?"
Und das System antwortete darauf so, wie es selten antwortete.
[Nein], sagte es.
Er blieb danach eine Weile sitzen.
Und über ihm war ein gewöhnlicher Nachthimmel über einer Stadt, in der die Sterne selten zu sehen sind, und im Norden lag das rötliche Licht, das dort seit Jahrzehnten lag.
Und Xingchen lag zwischen der Stufe und der Südmauer und war nicht zurück aufs Süddach gegangen.
Meifeng kam um 22:40 heraus.
Und sie brachte nichts mit, und sie setzte sich neben ihn, und sie legte ihre Hände nebeneinander auf die Knie, so wie um 17:16.
„Ah Tian."
„Meifeng."
„Meine Hände sind immer noch warm."
„Ja."
„Und sie sind seit fünf Stunden warm, und das ist noch nie vorgekommen", sagte sie.
„Ist das gut?"
Meifeng dachte etwa vier Sekunden nach.
„Ich weiß es nicht, und ich sage es Frau Han morgen früh."
„Was schreibt sie hinein?"
„Sie schreibt hinein, was ich ihr sage, und daneben schreibt sie, dass sie es nicht erklären kann", sagte sie.
Sie sagte danach eine Weile nichts.
„Ah Tian."
„Ja?"
„Und ich habe heute Nachmittag etwas gedacht, das ich dir sagen muss."
„Sag es."
Und Meifeng sah auf den leeren Hof.
„Und ich habe um 17:41 zuerst nach unserem Sohn gesehen und nicht nach dir", sagte sie.
Es blieb einen Moment still auf der Stufe.
„Meifeng."
„Ja?"
„Und ich auch."
Tang Shu kam um 23:10 nicht in den Hof.
Und das war Absicht, denn sie hatte am vierzehnten September aufgeschrieben, wann sie schläft, und sie hielt sich seitdem an zwei von drei Zeilen und an diese eine seit achtzehn Tagen ganz.
Und sie lag im Dunkeln wach und hörte auf ihren Umlauf und zählte nichts.
Sie merkte dabei etwas, das sie sich später aufhob.
Denn ein Wechsel, der länger dauert, ist entweder ein Wechsel, der länger dauert, oder er ist etwas anderes.
Und sie legte diese Möglichkeit zur Seite und nahm sich vor, sie nicht zu vergessen.
Und sie machte an diesem Abend keinen Strich.
In Fujian stand um 23:40 ein Wert auf einem Blatt.
Und Luo Shuang war nicht dort, und Ye Zhiheng hatte um 20:00 gemessen und um 22:00 wieder, und beide Male war es das Zwei-Komma-Vier-Fache gewesen, so wie seit dem einundzwanzigsten August.
Und um 23:40 maß er es ein drittes Mal, weil er müde war und weil er sich vertan zu haben glaubte.
Er maß es danach noch zweimal.
Gu Tian ging um 23:50 durchs Haus.
Und er ging an der Küche vorbei, in der Fang Xiuying schon für den nächsten Morgen etwas eingeweicht hatte, und an der Verwaltung vorbei, in der Gu Zhongs Buch mit der Mitgliederspalte auf dem Tisch lag und in der seit Juni dieselbe Zahl stand.
Und er ging an einer Tür vorbei, hinter der ein Junge seit dem Frühjahr durchschlief.
Er machte sie auf.
Der Junge schlief.
Gu Tian stand ungefähr vier Sekunden in der Tür und machte sie wieder zu, und er machte sie leise zu, und danach ging er weiter.
In ihm war seit 17:41 an einer Stelle nichts mehr, wo seit dem zweiundzwanzigsten Juni etwas gewesen war.
Er merkte es beim Gehen nicht.
Das war der Punkt.
Über Shanghai hatten an diesem Abend zwischen 17:41 und 17:45 und zwanzig Sekunden mehrere Millionen Menschen nach oben gesehen.
Und dreiundvierzig Messstellen in acht Provinzen hatten in dieser Zeit eine Spitze aufgezeichnet, die nach der geltenden Skala oberhalb von SS-9 lag.
Und keine einzige davon hatte einen Ort.
In einem Hof in Songjiang stand ein schiefes Gestell mit vier Fächern an einer Südmauer, und in dreien lagen Steine, und eins war leer.