Aufstieg des Ewigen Dao-Clans · Band 4 · Arc 02
Kapitel 453Hundert Prozent

Der letzte fehlende Teil

4.797 Wörter · Band 4 — Vorhänge vor dem Himmel

Der innere Trainingshof hatte an der Ostmauer einen Kampferbaum.

Und der Baum stand dort länger als der Clan, und er war im September voll, und sein unterster Ast hing so tief, dass ein erwachsener Mann ihn im Vorbeigehen mit der Schulter streifte.

Gu Tian streifte ihn seit vier Jahren jeden Morgen und hatte ihn in vier Jahren nicht ein einziges Mal schneiden lassen.

Am zwanzigsten September 2136 war seine Reserve voll.

Und sie war es seit ungefähr dem siebzehnten, und er hatte es niemandem gesagt, weil es dafür keine Zahl gab, die er hätte nennen wollen, und weil Fräulein Luo aus jeder Zahl zwei Kurven machte.

Er wusste es trotzdem, so wie man weiß, dass ein Krug voll ist, bevor er überläuft.

Etwas anderes war nicht voll.

Es war nicht Menge, und es war nicht Dichte, und es war auch nicht Verständnis, und es hatte in der ganzen Sprache, die er seit vier Jahren benutzte, keinen eigenen Namen.

Wenn er ehrlich war, dann hatte es in seinem Kopf die Form eines Riegels, der neben seiner Nut liegt.

Er begann die Morgenform um 05:40.

Und er begann sie um 05:40, weil er sie seit vierzehn Monaten um 05:40 begann, und sie dauerte zweiundzwanzig Minuten, und die Verschleierung stand dabei eine Handbreit offen.

Um 06:02 machte er zu.

Der unterste Ast bewegte sich danach weiter.

Er bewegte sich nicht stark, und ein Gärtner hätte Wind gesagt, und es war seit dem Morgengrauen kein Wind gegangen.

Gu Tian zählte mit.

Elf.

Am zweiundzwanzigsten Juni waren es drei gewesen.

Und am sechsten August sieben, und am ersten September neun, und Fräulein Luo hatte diese vier Zahlen in einer Zeile stehen und nannte sie nicht Schließzeit, sondern Nachlauf, weil Schließzeit nach einem Fehler klang.

Gu Tian hielt sie für keinen Fehler.

Er hielt sie für die Lücke.

Er machte es um 06:09 noch einmal.

Und es waren wieder elf.

Er machte es um 06:16 und um 06:23 und um 06:31.

Die Zahl blieb, und sie blieb so genau, dass ein Mann, der einmal Systeme gebaut hatte, darin eine Konstante erkannte und keinen Zufall.

Um 06:47 machte er es zum elften Mal.

Beim elften Mal waren es dreizehn.

Er hörte auf.

Und er hörte nicht auf, weil ihn jemand gebeten hatte aufzuhören, und im Hof stand niemand, und Fräulein Shen war seit dem zweiten September in Fujian.

Er setzte sich auf die Kante des Steinbeckens und sah einem Ast dabei zu, wie er langsamer wurde.

Er sah um 06:52 hin.

Und dabei lief das Violett am äußeren Rand seiner goldenen Augen schneller, so wie es das seit dem zweiten August 2134 tat, und es lief nicht schneller als das.

Er sah, was er seit dem ersten September jedes Mal sah.

Es war nichts Kaputtes.

Es war keine Rissstelle, keine Verengung, kein blockierter Kanal, und es war auch nicht das, was ein Heiler eine Wunde nennen würde, und es war überhaupt kein Ort.

Es war ein Übergang, an dem eine Bewegung nicht ganz zu Ende ging.

Dao-Sicht half dabei genau so weit, wie ein Auge einem Mann hilft, der einen Namen vergessen hat.

Er ließ es wieder los.

Er wusste, wie man daran arbeitet.

Und das war der eigentliche Punkt an diesem Morgen, und es hätte ihn früher getröstet und tröstete ihn seit ungefähr drei Wochen nicht mehr: Er wusste es genau.

Man geht in den abgeschirmten Raum, den Han Da im April 2135 gebaut hat.

Man nimmt Fräulein Luo mit ihren zwei Spalten, und Fräulein Shen, die seit dem ersten September das Wort Abbruch besitzt, und seine Schwester, die aufschreibt, was passiert, und man geht in kleinen Schritten an den Übergang heran, bis er einrastet oder bis jemand Halt sagt.

Und es hätte funktioniert.

Das war das Schlimmste daran.

Han Da stand um 07:10 an der Rückwand der Heilhalle.

Und er stand dort mit einem Stemmeisen, und neben ihm lehnte ein Türblatt an der Mauer, und die Öffnung war seit dem August angezeichnet und seit dem elften September ausgebrochen.

„Junger Herr."

„Herr Han."

„Sie geht nach außen auf", sagte er.

„Und?"

„Und das habe ich mir nicht ausgedacht."

Gu Tian sah sich das Türblatt an.

„Herr Han, wer denn?"

Und Han Da klopfte das Stemmeisen am Absatz ab.

„Frau Tang", sagte er.

Gu Zhong kam um 07:20 mit einem Umschlag.

Und er kam nicht schnell, und er hielt ihn nicht wie etwas Dringendes, und er hatte ihn seit 06:55, was er ungefragt sagte, weil er es immer sagte.

„Junger Herr."

„Herr Gu Zhong."

„Aus Fujian", sagte er.

Es war Fräulein Shens Handschrift.

Und der Brief war kurz, und er war auf den neunzehnten September datiert, und er enthielt keine einzige Zahl, was bei ihr seit dem ersten September Absicht war.

Der abgeschirmte Raum ist ab dem vierundzwanzigsten frei.

Ich bin am dreiundzwanzigsten zurück. Fräulein Luo auch. Ihre Schwester ist ohnehin da.

Drei Leute. Sie entscheiden.

Und darunter stand ein Satz mehr.

Und wenn Sie nein schreiben, schreiben Sie mir bitte nicht, warum.

Es blieb einen Moment still im Hof.

„Junger Herr, soll ich antworten?"

„Noch nicht."

„Wann?"

Gu Zhong hatte den Umschlag schon losgelassen und stand trotzdem noch da.

„Herr Gu Zhong, ich weiß es nicht", sagte Gu Tian.

Und Gu Zhong nickte und ging.

Er ging drei Schritte und blieb stehen und drehte sich nicht ganz um, so wie ein Mann, der etwas sagt, ohne es zu einem Gespräch zu machen.

„Junger Herr, ich lege ihn auf den Tisch im Nebenraum."

„Ja."

„Und ich lege nichts darauf", sagte er.

Lu Chen meldete um 08:00.

Und er meldete seit dem vierundzwanzigsten Juni um 08:00 und um 20:00, und er hatte in dieser Zeit keinen Termin verschoben, und er brauchte an diesem Morgen elf Sekunden.

„Zwei Komma vier."

„Gestern?"

„Auch."

„Die Woche?"

Im Funk raschelte etwas, weil Lu Chen beim Sprechen immer irgendetwas in der Hand hatte.

„Die ganze Woche zwei Komma vier", sagte er.

„Lu Chen."

„Ja?"

„Wie ist es dort?"

Es dauerte einen Moment, weil das keine Frage war, für die er ein Formular hatte.

„Ruhig", sagte er.

„Und?"

„Und die Leute in den drei Dörfern haben angefangen, uns Tee zu bringen."

„Ist das gut?"

Lu Chen lachte kurz und ohne besonderen Grund.

„Junger Herr, das ist das Schlechteste von allem, weil sie sich an uns gewöhnen", sagte er.

Er ging um 15:00 noch einmal in den Hof.

Und er hatte den ganzen Vormittag nichts anderes getan als das, was ein Clanoberhaupt tut, und er hatte vier Anträge von Chen Ruolan abgezeichnet, und keiner davon hatte länger als sechs Minuten gebraucht.

Um 15:00 stand er wieder unter dem Kampferbaum.

Es waren wieder elf.

Beim vierten Mal waren es zwölf.

Beim sechsten Mal hörte er, dass jemand im Tor stand.

Meifeng stand im Tor.

Und sie sagte nichts, und sie kam nicht näher, und sie hatte ein Tuch über dem Arm, mit dem sie unterwegs gewesen war, bevor sie stehen geblieben war.

Sie sah ihm ungefähr eine Minute zu.

Danach ging sie weiter.

Das war das Erste an diesem Tag, das wehtat.

Am Abend saß sein Sohn vor dem Gestell.

Und das Gestell stand seit dem zweiten Juli neben dem langen Tisch, und es war schief, und es hatte vier Fächer, und niemand hatte es in zweieinhalb Monaten gerade gerückt.

Und der Junge war seit dem zweiten September achtzehn Monate alt und räumte um.

Das kleinste Fach war nicht mehr leer.

Und es war seit dem neunten August das Fach für alles, was ausgefranst war: ein Stück Seil, ein Zipfel von einem alten Lappen, drei Halme, ein Bastring von einem Korb.

Und der Junge legte etwas dazu und sagte dabei, was es war.

„Hua."

„Ja", sagte Gu Tian.

Und er sah es sich an, und es war ein Stück Rinde vom Kampferbaum, dessen eine Kante aufgeplatzt war.

„Hua", sagte sein Sohn noch einmal.

Meifeng führte eine Liste.

Und sie führte sie auf der Rückseite eines Blatts, auf dessen Vorderseite vier Zeilen standen, die sie am ersten Juli geschrieben hatte, und sie hatte kein neues Blatt genommen, weil sie fand, dass diese beiden Sachen zusammengehörten.

Und auf der Rückseite standen fünfzehn Wörter.

„Ah Tian."

„Meifeng?"

„Es sind fünfzehn."

Und Gu Tian saß auf dem Boden neben dem Gestell, weil er seit dem zweiten Juli neben diesem Gestell auf dem Boden saß.

„Sechzehn", sagte er.

„Nein."

„Meifeng, er hat heute Morgen etwas gesagt, als Herr Han die Tür angehoben hat."

„Ja."

„Und?"

Und Meifeng setzte sich neben ihn auf die Stufe und legte das Blatt auf ihr Knie.

„Und das war ein Geräusch", sagte sie.

„Woran erkennst du den Unterschied?"

„Daran, dass er es nur einmal gesagt hat."

„Und?"

Und sie hielt ihm das Blatt hin und zeigte auf das dreizehnte Wort.

„Und dieses hier hat er im Juli neun Tage lang jeden Tag gesagt, bevor ich es aufgeschrieben habe", sagte sie.

Es blieb einen Moment still am Tisch.

„Meifeng, das ist streng."

„Ja."

„Und?"

Und sie legte das Blatt wieder um, sodass die vier Zeilen oben lagen.

„Und ich will nichts aufschreiben, das er noch nicht hat", sagte sie.

Sie fragte ihn um 22:40 im Bett.

Und sie fragte es ohne Anlauf, so wie sie am zweiten Juli ohne Anlauf gefragt hatte.

„Ah Tian."

„Meifeng?"

„Wie war der Hof?"

„Wie immer."

Und es blieb ungefähr vier Sekunden still.

„Ja", sagte sie.

Und sie fragte nicht nach.

Und Gu Tian lag danach noch eine Weile wach und stellte fest, dass er lieber gehabt hätte, wenn sie nachgefragt hätte, und dass er das nicht sagen würde.

Er stellte außerdem fest, dass er die Antwort gewusst und trotzdem wie immer gesagt hatte.

Tang Shu ging am einundzwanzigsten September um 10:00 zu Han Meiyu.

Und der Termin stand seit dem fünfundzwanzigsten August, und er stand in Han Meiyus Buch und nicht in seinem, und sie ging allein hinüber, durch die neue Tür, die seit dem zwanzigsten hing.

Und Gu Tian war um 10:00 im Trainingshof.

Er war dort mit Absicht.

Die Absicht war nicht, zu trainieren, sondern nicht in der Nähe der Heilhalle zu sein, wo ein Mann steht, der wartet, und wo alle sehen, dass er wartet.

Er trainierte trotzdem, weil er dort stand.

Sie kam um 11:20 zurück.

Und sie kam über den Hof und nicht um ihn herum, und sie war im vierten Monat, und man sah es inzwischen, wenn man wusste, wohin man sieht, und Gu Tian wusste es seit ungefähr zwei Wochen.

„Frau Tang."

„Herr Gu."

„Wie war es?"

„Gut."

„Und?"

Und Tang Shu blieb stehen und zog sich einen Halm aus dem Ärmel, den sie irgendwo aufgelesen hatte.

„Und sie hat gefragt, wie ich schlafe", sagte sie.

„Und?"

„Und ich habe es ihr gesagt."

Es blieb einen Moment still im Hof.

„Frau Tang, gut."

Und er fragte nicht weiter.

Und das war seit dem vierzehnten September die Abmachung, und die Abmachung hatte nicht er gemacht, und sie hatte in dem Raum, in dem sie gemacht worden war, ungefähr acht Sekunden gedauert.

Sie kostete ihn an diesem Vormittag ungefähr genauso viel wie der Umschlag im Nebenraum.

Tang Shu ging drei Schritte weiter und drehte sich um.

„Herr Gu."

„Ja?"

„Sie haben nicht gefragt."

Und Gu Tian nahm das Tuch vom Beckenrand.

„Nein", sagte er.

„Und?"

„Und ich habe es gemerkt."

Tang Shu sah ihn ungefähr vier Sekunden an, so wie sie Leute ansah, deren Puls sie gerade nicht in der Hand hatte.

„Ja", sagte sie.

Er fragte das System um 13:40.

Und er fragte es nicht heimlich, und er fragte es im Hof, im Stehen, mit dem Rücken an der Ostmauer.

„System."

[Ja?]

„Was fehlt?"

[Nichts.]

„Und?"

Es blieb etwa vier Sekunden still.

[Und deshalb kannst du es nicht holen], sagte es.

„System, das ist keine Antwort."

[Nein.]

„Hast du eine?"

Und diesmal dauerte es länger.

[Ich habe eine Beobachtung], sagte es.

„Welche?"

[In vier Jahren hast du dreimal etwas gelernt, das du an dem Tag nicht gebraucht hast.]

„Wann?"

Und es antwortete, ohne die Daten zu suchen, weil es sie nie suchen musste.

[Zuletzt am zweiten Juli 2136], sagte es.

Es blieb einen Moment still im Hof.

„System, das war ein Tag, an dem ich nichts getan habe."

[Ja], sagte es.

Er schrieb am Nachmittag die Antwort an Fräulein Shen.

Und er schrieb sie in vier Wörtern, und er brauchte dafür ungefähr eine Stunde, und danach legte er das Blatt neben den Umschlag und ging hinaus.

Und er gab es nicht Gu Zhong.

Um 17:00 war er wieder im Hof.

Das war der ganze einundzwanzigste September: ein Mann, der am Vormittag nicht gefragt hatte und am Nachmittag ein Blatt nicht abgegeben hatte und dazwischen elf Mal etwas geschlossen hatte, das sich elf Mal zu langsam schloss.

Tang Shu saß um 20:20 auf der untersten Stufe.

Und sie saß dort, weil man von dort aus den ganzen Hof sah, und weil sie seit dem Juli abends draußen saß, wenn es noch warm war, und weil ein Umlauf um 20:00 geendet hatte.

„Frau Tang."

„Herr Gu."

„Darf ich?"

Und sie rückte eine Handbreit nach links.

Er sagte es ihr.

Und er sagte es ihr nicht als Clanoberhaupt und nicht als Ehemann, sondern so, wie man einer Ärztin sagt, was man in der Nacht denkt.

„Frau Tang, ich bin nicht fertig."

„Ja."

„Und in Fujian steht seit einem Monat dieselbe Zahl."

„Ja."

„Und wenn sie sich bewegt, bevor ich fertig bin, dann stehe ich mit dem Übergang da, den ich habe."

Und Tang Shu sah in den Hof und nicht auf ihn.

„Und dann sterben Leute, die nicht sterben müssten", sagte sie.

Es blieb einen Moment still auf der Stufe.

„Frau Tang."

„Herr Gu?"

„Das sollten Sie nicht so sagen."

Und Tang Shu zog die Beine an und legte die Arme darauf.

„Wie soll ich es sagen?", sagte sie.

„Milder."

„Nein."

„Warum nicht?"

Und sie sah ihn zum ersten Mal an diesem Abend an.

„Weil Sie es nicht milder denken", sagte sie.

Er sagte danach eine Weile nichts.

„Frau Tang, und wenn es am vierten Oktober kommt?"

„Dann kommt es am vierten Oktober."

„Und?"

Und sie zuckte nicht mit den Schultern, weil sie mit den Schultern nie zuckte.

„Und dann sind Sie nicht fertig", sagte sie.

„Das ist keine Antwort."

„Nein."

Und Gu Tian lachte kurz, und es klang nicht gut, und Tang Shu ließ es stehen.

„Herr Gu."

„Ja?"

„Ich habe neunzehn Jahre lang Leute gezählt."

„Ja."

„Und ich habe in neunzehn Jahren keinen einzigen gefunden, der schneller geworden ist, weil jemand daneben gestanden und geschoben hat", sagte sie.

„Frau Tang, ich bin kein Kreislauf."

„Nein."

„Und?"

Und sie stand auf, weil um 20:40 der nächste Umlauf begann und sie ihn im Gehen lieber mochte.

„Und ich habe auch nicht gesagt, dass Sie einer sind", sagte sie.

Er stand in der Nacht um 02:38 auf.

Und er stand nicht auf, weil eine Meldung gekommen war, und es war keine gekommen, und Fräulein Luo hätte ihn geholt.

Und er stand auf und ging in den inneren Trainingshof.

Er machte die Verschleierung auf.

Er machte sie eine Handbreit auf, so wie jeden Morgen, und danach machte er sie nicht zu.

Er ging weiter.

Das war der Punkt, an dem seit dem ersten September niemand mehr allein sein sollte.

Es stand nicht in einer Anweisung, und niemand hatte es verboten, und Fräulein Shen hatte am ersten September gesagt, dass der Übergang die Sache ist, und dann hatte sie Abbruch gesagt und er hatte sofort gehorcht.

Am zweiundzwanzigsten September um 02:41 gehorchte niemand irgendwem, weil im Hof niemand stand.

Der Kampferbaum bewegte sich auf ganzer Länge.

Und nicht nur der unterste Ast, und nicht nur die Blätter, und der Stamm gab an einer Stelle ein Geräusch, das Holz gibt, wenn es zwanzig Jahre lang nichts gesagt hat.

Und im Westflügel ging ein Fenster hell.

Gu Tian hörte auf.

Er hörte nicht auf, weil er es sich vorgenommen hatte.

Er hörte auf, weil im zweiten Stock des Westflügels um 02:41 Licht anging, und weil dort ein Umlauf endete, und weil eine Frau im vierten Monat bei jedem Umlauf wach wurde, ob sie wollte oder nicht.

Das Schließen dauerte an diesem Morgen neunzehn Sekunden.

Er zählte sie.

Und danach stand er noch ungefähr zwölf Minuten unter dem Baum und sah zu, wie oben im Westflügel das Licht wieder ausging.

Und es ging um 02:53 aus.

Niemand kam herunter.

Xingchen sagte es ihm am Morgen.

Und sie lag auf dem Süddach, in kleiner Form, ungefähr armlang, und sie hatte den Kopf über die Kante gelegt, und sie sagte es, bevor er unter ihr durchging.

„Gu Tian."

„Xingchen?"

„Ich habe zugesehen", sagte sie.

„Ja."

„Und?"

Und der Drache hob den Kopf nicht.

„Und ich habe gewartet, ob du bis zur zweiten Handbreit gehst", sagte sie.

Es blieb einen Moment still unter dem Dach.

„Wenn ich gegangen wäre?"

„Dann wäre ich zu Song Meifeng geflogen."

„Nicht zu Fräulein Shen?"

Und Xingchen legte den Kopf schief.

„Gu Tian, Fräulein Shen war in Fujian, und deine Frau war dreißig Meter weit weg", sagte sie.

„Xingchen."

„Ja?"

„Warum hast du es nicht sofort gesagt?"

Und der Drache sah in den Hof hinunter, in dem an diesem Morgen niemand stand.

„Weil du aufgehört hast", sagte sie.

„Wenn ich nicht aufgehört hätte?"

„Dann wäre es nicht mehr deins gewesen."

„Im Juni?"

Und Xingchen antwortete darauf nicht schnell, und es war das einzige Mal an diesem Morgen, dass sie nicht schnell antwortete.

„Und im Juni war es nicht meins", sagte sie.

Er gab das Blatt um 07:40 ab.

Und er gab es Gu Zhong, und Gu Zhong sah es sich nicht an, und darauf standen vier Wörter und ein Datum.

Nein. Nicht in diesem Monat.

„Junger Herr."

„Herr Gu Zhong."

„Das ist kurz."

Und Gu Tian sah ihn an.

„Herr Gu Zhong, sie hat darum gebeten."

Und Gu Zhong steckte das Blatt in den Umschlag, in dem der andere Brief gekommen war, weil er Umschläge zweimal benutzte.

„Und ich habe nur gesagt, dass es kurz ist", sagte er.

Der Nachmittag des zweiundzwanzigsten September war warm.

Und er war der letzte warme Nachmittag dieses Jahres, was an diesem Tag niemand wusste, und die Sonne stand über der Westmauer, und im inneren Hof lag Schatten bis zur Mitte.

Und Gu Tian ging um 14:30 nicht in den Trainingshof.

Er ging in den inneren Hof und setzte sich auf den Boden.

Und das dauerte ungefähr eine Sekunde, und danach saß ein Mann, der amtlich als SS-9 geführt wurde, wieder im Staub, und sein Sohn hielt ihm einen Stein hin, den er schon dreimal gehalten hatte.

„Da."

„Ja", sagte er.

Tang Shu kam um 14:50 und setzte sich auf die Stufe.

Und Meifeng kam um 15:05 mit einem Krug und stellte ihn in den Schatten und setzte sich nicht hin, sondern ging um das Gestell herum und rückte nichts daran zurecht.

Und dann setzte sie sich doch.

Sie sortierten Steine.

Und sie sortierten sie nicht, sondern der Junge sortierte sie, und Gu Tian reichte ihm an, was er zeigte, und Tang Shu sagte bei jedem dritten, dass er in ein anderes Fach gehöre, und der Junge legte ihn dann trotzdem dahin, wo er ihn hinlegen wollte.

Und das ging ungefähr eine Stunde so.

Um 15:20 machte Meifeng nichts.

Sie saß nur da, und sie hatte die Hände im Schoß, und sie sah ihren Mann an, der einem achtzehn Monate alten Kind einen Stein anreichte.

Niemand im Hof merkte etwas davon.

Um 16:00 war das kleinste Fach voll.

Und es war das Fach für alles Ausgefranste, und es enthielt inzwischen elf Sachen, und die elfte war ein Stück von einem Wollfaden, den der Junge aus Tang Shus Ärmel gezogen hatte, während sie ihm etwas erklärte.

Und Tang Shu hatte es gemerkt und nichts gesagt.

Meifeng nahm den Krug um 17:10 wieder mit hinein.

Und Gu Tian ging hinter ihr her, und in der Küche nahm er ihr den Krug ab, und dabei berührte er ihre Hand.

Und ihre Hand war kalt.

Es blieb einen Moment still in der Küche.

„Meifeng."

„Ah Tian?"

„Du hast hingesehen."

Und sie nahm den Krug wieder an sich, weil sie ihn abstellen wollte, wo sie ihn immer abstellte.

„Ja", sagte sie.

„Wann?"

„Um 15:20."

„Und?"

Und sie stellte ihn ab und drehte sich um und lehnte sich mit dem Rücken an das Bord.

„Und du hast dabei einen Stein sortiert", sagte sie.

„Meifeng."

„Ah Tian?"

„Das ist nicht das, was ich gefragt habe."

Und sie sah ihn an, so wie sie ihn im Juli angesehen hatte, als er drei Tage lang nicht gefragt hatte, ob sie müde sei.

„Doch", sagte sie.

„Was hast du gesehen?"

„Dass es weitergeht."

„Meifeng."

„Es geht weiter, während du auf dem Boden sitzt", sagte sie.

Es blieb einen Moment still in der Küche.

„Und gestern?"

„Gestern habe ich nicht hingesehen."

„Und vorgestern im Trainingshof?"

Und Meifeng verschränkte die Arme, was sie tat, wenn ihr kalt war, und was sie so tat, dass es nach etwas anderem aussah.

„Da bin ich im Tor stehen geblieben und wieder gegangen", sagte sie.

„Und warum?"

„Weil dort nichts weiterging."

Und Gu Tian sagte darauf ungefähr vier Sekunden lang nichts.

„Meifeng, das ist eine harte Sache."

„Ja", sagte sie.

Er fragte sie trotzdem.

Und er fragte es, weil er ein Mann war, der aus einer Beobachtung ein Verfahren macht, und weil er das seit vier Jahren tat, und weil es in vier Jahren fast immer funktioniert hatte.

„Meifeng, sieh morgen wieder hin."

„Nein."

„Um dieselbe Zeit."

„Nein."

„Und warum nicht?"

Und Meifeng hielt ihm beide Hände hin, mit den Innenflächen nach oben, so wie sie im Juli auf der Decke gelegen hatten.

„Weil sie zwei Stunden brauchen", sagte sie.

Er nahm sie.

Und er nahm sie in seine, und sie waren kalt, und sie waren an den Fingerspitzen kälter als am Handballen, und das war seit dem Frühjahr so, und Han Meiyu führte darüber ein zweites Buch, in das Meifeng nicht hineinsah.

Und Gu Tian hielt sie ungefähr eine Minute.

„Meifeng, seit wann sind es zwei Stunden?"

„Seit dem Frühjahr."

„Und im letzten Jahr?"

Und sie ließ die Hände liegen, wo sie lagen.

„Eine", sagte sie.

Es blieb einen Moment still in der Küche.

„Und das steht in Han Meiyus Buch."

„Ja."

„Und in deinem?"

Und Meifeng zog eine Hand heraus und schob ihm die Haare aus der Stirn, was sie tat, wenn sie ein Thema beenden wollte, und was er ihr seit vier Jahren durchgehen ließ.

„Ah Tian, ich habe kein Buch", sagte sie.

„Meifeng."

„Ja?"

„Ich nehme es zurück."

„Was?"

Und er ließ auch die zweite Hand los.

„Dass du morgen hinsehen sollst", sagte er.

Und Meifeng sah ihn ungefähr vier Sekunden an.

Und dann lachte sie kurz, und danach nahm sie den Krug wieder und stellte ihn woandershin, weil er die ganze Zeit falsch gestanden hatte.

„Ah Tian, das hat vierzig Minuten gedauert."

„Ja."

„Und im Februar hätte es zwei Tage gedauert", sagte sie.

Er wachte am dreiundzwanzigsten September um 05:34 auf.

Und er wachte auf, weil er seit vier Jahren um diese Zeit aufwachte, und weil kein Nachlauf und keine Zahl und kein Brief daran etwas ändern.

Und er blieb liegen.

Neben ihm lag Meifeng und atmete langsam.

Ihre Hände lagen unter der Decke, weil sie sie seit dem Abend unter der Decke hatte, und er sah es und stellte fest, dass er es sah, und er schob die Decke nicht weg.

Um 06:20 stand er auf und ging nicht in den Trainingshof.

Am langen Tisch saßen an diesem Morgen zwölf Leute.

Und Fang Xiuying kochte seit dem sechsundzwanzigsten August für zweiundzwanzig, was bedeutete, dass morgens immer zu viel dastand, und niemand hatte sie darauf angesprochen.

„Junger Herr."

„Frau Fang."

„Sie sind früh", sagte sie.

„Und?"

„Und Sie sind zum ersten Mal seit dem Juni vor Ihrer Frau hier."

Gu Tian sah auf.

„Frau Fang, führen Sie darüber Buch?"

Und Fang Xiuying stellte eine Schale hin.

„Nein", sagte sie.

„Und?"

„Und ich koche seit vier Jahren, und ich sehe, welche Schale kalt wird", sagte sie.

Meifeng und Tang Shu saßen um 09:00 im Westflügel-Garten.

Und der Garten war seit dem Juli teilweise überdacht, und unter der Überdachung standen zwei Stühle und ein Hocker, und Gu Tian kam mit dem Jungen an der Hand am Durchgang vorbei und blieb stehen, weil er hörte, worüber sie sprachen.

Und er blieb im Durchgang stehen und ging nicht hinein.

„Frau Tang, es ist der vierte Monat."

„Ja."

„Und?"

Und Tang Shu hatte die Hände um eine Schale gelegt, aus der sie nicht trank.

„Und ich weiß, was das bei Ihrem Volk heißt", sagte sie.

„Wer hat es Ihnen gesagt?"

„Ihre Mutter."

„Wann?"

Und Tang Shu drehte die Schale einmal in den Händen.

„Am ersten September, und sie hat vier Sätze dafür gebraucht und keinen davon zu Ende gesagt", sagte sie.

Es blieb einen Moment still im Garten.

„Frau Tang, Sie müssen nichts."

„Ich weiß."

„Und?"

Und Tang Shu sah in die Schale.

„Und ich entscheide es nicht in einem Garten, in dem ich sitze, weil man mir gesagt hat, ich soll sitzen", sagte sie.

Meifeng lachte.

Sie lachte kurz und laut, und der Junge im Durchgang sah auf, und Gu Tian ging weiter, bevor eine von beiden ihn bemerkte.

Er ging um 17:00 in den Trainingshof.

Und er ging nicht am Morgen und nicht um 15:00, sondern um 17:00, und das war seit vier Jahren das erste Mal, dass er die Form am Nachmittag machte.

Und er machte sie in zweiundzwanzig Minuten.

Um 17:22 machte er zu.

Der unterste Ast des Kampferbaums bewegte sich danach weiter.

Gu Tian ging.

Er ging, bevor der Ast stehen blieb.

Er ging nicht schnell, und er drehte sich am Tor nicht um, und er hörte hinter sich, dass es noch nicht vorbei war, und er ging trotzdem.

Das war das Zweite an diesen vier Tagen, das wehtat.

Meifeng fragte um 21:40.

„Ah Tian."

„Meifeng?"

„Wie lange war es heute?"

Und Gu Tian lag auf dem Rücken und sah an die Decke.

„Das weiß ich nicht", sagte er.

„Und?"

„Und ich habe nicht gezählt."

Es blieb einen Moment still im Zimmer.

„Ah Tian, und wann hast du aufgehört zu zählen?"

Und er dachte nach, und es dauerte länger als vier Sekunden.

„Heute", sagte er.

„Und gestern?"

„Gestern habe ich neunzehn gezählt."

Und Meifeng drehte den Kopf.

„Ah Tian."

„Ja?"

„Neunzehn wovon?", sagte sie.

Und er sagte es ihr.

Und er sagte ihr die Uhrzeit und den Baum und das Fenster im Westflügel und dass Xingchen zugesehen und gewartet hatte, und er sagte es in ungefähr vier Sätzen und ließ nichts weg.

Meifeng hörte zu und unterbrach ihn nicht.

„Ah Tian."

„Ja?"

„Warum hast du aufgehört?"

Und er sah weiter an die Decke.

„Weil oben Licht angegangen ist", sagte er.

Es blieb sehr still im Zimmer.

„Und wenn es nicht angegangen wäre?"

„Meifeng, das weiß ich nicht."

„Und?"

Und sie legte den Kopf auf seine Brust, und ihre Hände waren an diesem Abend nicht kalt, weil sie an diesem Tag nicht hingesehen hatte.

„Und das ist die ehrlichste Antwort, die du mir dieses Jahr gegeben hast", sagte sie.

Er fragte das System um 23:10.

„System."

[Ja?]

„Ist es eingerastet?"

Und es antwortete sofort, weil es bei dieser Frage nie vier Sekunden brauchte.

[Nein.]

„Und?"

[Und du hast heute zum ersten Mal seit dem siebzehnten September nicht danach gesucht.]

„System, ist das viel?"

Es blieb einen Moment still.

[Es ist nicht viel], sagte es.

„Und?"

[Und es ist der einzige Unterschied zwischen dem zwanzigsten und dem dreiundzwanzigsten September], sagte das System.

Er stand um 23:30 noch einmal auf.

Und er stand nicht auf, weil eine Meldung gekommen war, und um 20:00 hatte Lu Chen zwei Komma vier gemeldet, und danach war nichts mehr gekommen.

Und er stand auf, weil er das Fenster zumachen wollte.

Im inneren Hof stand ein Gestell.

Es war schief, und es hatte vier Fächer, und drei davon waren voll mit Steinen, die keinen Wert hatten, und das kleinste war voll mit elf Sachen, die ausgefranst waren.

Gu Tian sah es sich ungefähr vier Minuten lang an.

Im Trainingshof stand ein Baum.

Niemand stand darunter, und niemand hatte an diesem Abend gezählt, wie lange sein unterster Ast noch gegangen war, nachdem der Mann durch das Tor gegangen war.

Darum wusste es an diesem Abend niemand.

In Songjiang war der dreiundzwanzigste September 2136 zu Ende.

In einem Zimmer im Westflügel schlief eine Frau im vierten Monat, deren nächster Umlauf um 01:00 enden würde.

In Fujian stand seit einem Monat dieselbe Zahl.

In einem Mann, der voll war und nicht fertig, lag ein Riegel neben seiner Nut und rastete nicht ein.

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