Aufstieg des Ewigen Dao-Clans · Band 4 · Arc 01
Kapitel 444Der lange Tisch

Namen im Sommerregen

4.998 Wörter · Band 4 — Vorhänge vor dem Himmel

Das Dach über dem kleinen Garten war am achten Juli angeordnet worden.

Und Gu Tian hatte es angeordnet, und er hatte es am Morgen nach dem Abend getan, an dem eine zusätzliche Schale auf den langen Tisch gestellt worden war, und er hatte dafür vier Sätze gebraucht.

„Herr Han."

„Junger Herr?"

„Der Garten hinter dem Westflügel braucht ein Dach", sagte er.

Han Da war an diesem Morgen mit einem Winkel in der Hand vor der Mauer gestanden.

Und er hatte nach oben gesehen, und dann in den Garten, und dann wieder nach oben.

„Junger Herr, das ist ein Dach über vier Metern Gras."

„Ja."

„Und?"

Er klopfte mit dem Winkel gegen die Mauer.

„Und ich sage es nur, damit später niemand behauptet, ich hätte es nicht gesagt", sagte er.

Er baute es trotzdem, und er baute es in vier Tagen.

Und er fluchte am zweiten Tag so laut, dass zwei Frauen aus der Küche kamen und wieder gingen, und am dritten Tag fluchte er gar nicht mehr, was schlimmer war.

Am zwölften Juli um 17:00 stand er unter dem fertigen Dach und sah nach oben.

Dann sagte er einen Satz, den er niemandem erklärte.

„Junger Herr."

„Herr Han?"

„Ich habe im November 2133 einen Tisch gebaut."

Gu Tian sah ebenfalls nach oben.

„Ja", sagte er.

„Und ich habe ihn zweimal aufgesägt."

„Ja."

„Und?"

Han Da nahm seinen Winkel vom Boden auf.

„Und das hier ist das Erste, was ich für dieses Haus gebaut habe, ohne dass jemand vorher etwas kaputtgemacht hat", sagte er.

Am einunddreißigsten Juli 2136 fing es um 16:10 an zu regnen.

Und es regnete zuerst so, wie es im Juli in Songjiang immer regnete, gerade und warm und ohne Wind, und um 18:12 kam der erste Donner.

Der erste Donner war weit weg.

Der zweite war es nicht.

Tang Shu ging um 18:50 hinaus.

Und sie nahm einen Becher mit, und eine Decke, die sie nicht brauchte, und sie nahm kein Papier mit, und sie nahm auch keinen Pinsel mit, und das war seit dem neunundzwanzigsten Juni so.

Sie setzte sich auf die steinerne Bank, die jetzt trocken war, weil vier Meter über ihr Bretter lagen, die ein Mann in vier Tagen verlegt hatte.

Ihre Uhr brauchte weiterhin zwei Stunden und vierzig Minuten für einen Umlauf.

Und der Wechsel dauerte weiterhin etwa vier Herzschläge, und er war seit dem sechsten Juli bei jedem einzelnen Umlauf nicht leer gewesen, und sie hatte aufgehört, das bemerkenswert zu finden.

Das war das Merkwürdigste daran.

Meifeng hatte ihr am siebten Juli vier Sachen aufgeschrieben.

Und drei davon waren langweilig, und die vierte war: Nicht länger als vier Stunden am Stück sitzen und dabei zählen.

Tang Shu hatte gefragt, ob das eine Anweisung sei.

„Frau Tang, das ist eine Beobachtung", hatte Meifeng gesagt.

Gu Tian kam um 19:00 in den Garten.

Und er kam mit zwei Schalen, und beide waren voll, und die eine war voller als die andere, und Tang Shu wusste inzwischen, welche für sie war, weil Frau Fang seit dem achten Juli abmaß und dabei nicht mehr fragte.

Er stellte die Schalen auf die Bank und setzte sich an das andere Ende.

„Shu."

„Tian."

„Du sitzt seit vierzig Minuten hier."

Tang Shu nahm die Schale.

„Neunundzwanzig", sagte sie.

„Und?"

„Und du hast wieder von der Tür aus gezählt."

Gu Tian sah in den Regen.

„Ja", sagte er.

Sie aßen zuerst und redeten dabei über nichts.

Und sie redeten darüber, dass von Frau Chens vier Anträgen drei erledigt waren und der vierte seit dem einundzwanzigsten Juni lag, und dass Frau Chen ihn seitdem viermal erwähnt hatte, jedes Mal ohne ihn zu erwähnen.

Und dass die Schale mit dem Sprung seit dem elften Juli verschwunden war.

„Tian, wer hat sie weggeräumt?"

„Meine Schwester."

„Welche?"

Und Gu Tian aß weiter.

„Beide", sagte er.

Es blieb einen Moment still im Garten.

Und dann kam ein Donner, der näher war als der vorige, und das Wasser lief in einer geraden Linie vom Rand des Daches herunter, weil Han Da keine Rinne gebaut hatte.

Und Tang Shu sah dieser Linie eine Weile zu.

„Tian."

„Ja?"

„Wir müssen über einen Namen reden."

Und Gu Tian stellte seine Schale ab.

„Jetzt?", sagte er.

„Nein."

„Und?"

Tang Shu sah weiter auf das Wasser.

„Und deshalb jetzt", sagte sie.

Er verstand es nicht sofort, und sie erklärte es ihm.

„Tian, wenn wir es machen, wenn es dringend ist, dann suchen wir einen Namen, der etwas kann."

„Ja."

„Und heute ist nichts dringend", sagte sie.

Es blieb einen Moment still im Garten.

„Shu, es ist der einunddreißigste Juli."

„Ich weiß."

„Und?"

Und Tang Shu sah ihn an.

„Und es regnet, und niemand ist tot, und ich habe seit vier Wochen nichts festgehalten, was jemand hätte loslassen müssen", sagte sie.

Sie stellte danach zuerst eine Regel auf.

Und sie stellte sie auf, bevor irgendein Name gefallen war, und das war Absicht, und Gu Tian merkte, dass sie darüber nachgedacht hatte, weil sie sich nicht verhaspelte.

„Kein Name, der etwas verlangt."

„Shu."

„Kein Name, der Macht bedeutet, und keiner, der eine Erwartung ist, und keiner, den man später wie eine Vorhersage lesen kann", sagte sie.

„Was bleibt dann?"

Und Tang Shu dachte etwa vier Sekunden nach.

„Aufbruch."

„Ja."

„Und Lebensfreude", sagte sie.

„Das sind zwei große Wörter."

„Tian, das sind zwei kleine Wörter."

„Und?"

Sie hielt den Becher mit beiden Händen.

„Und ich habe neunzehn Jahre lang neben Leuten gesessen, die keins von beiden mehr hatten", sagte sie.

Es blieb sehr still im Garten.

„Shu, dann fangen wir bei Aelir an."

„Warum dort?"

„Weil du seit vier Wochen nicht darüber redest", sagte er.

Und sie redete dann darüber.

„Tian, sein Name ist schön."

„Ja."

„Und er hat eine Richtung", sagte sie.

„Erklär mir die Richtung."

Und Tang Shu erklärte sie.

„Aelir heißt das Licht, das kommt, bevor es hell wird."

„Ja."

„Und das ist ein Licht, das etwas ankündigt", sagte sie.

Es blieb einen Moment still im Garten.

„Shu, das ist der schönste Vorwurf, den ich seit dem Frühjahr gehört habe."

„Es ist kein Vorwurf."

„Nein?"

Tang Shu stellte den Becher ab.

„Nein. Es ist der Name deines Sohnes und ich hätte ihn selbst genommen", sagte sie.

„Und?"

„Und ich will keinen zweiten davon."

Gu Tian sah in den Regen.

„Das ist ein Vorwurf", sagte er.

Und Tang Shu lachte, und sie lachte kurz, und es blieb danach eine Weile leichter unter dem Dach.

„Tian, wer hat ihn ausgesucht?"

Und Gu Tian antwortete darauf genau.

„Frau Sheilan hat das Wort gesagt, und zwar einmal und ohne Vorschlag."

„Das Zeichen?"

„Meifeng. Wald", sagte er.

„Du?"

Und Gu Tian brauchte für die Antwort etwa vier Sekunden.

„Shu, ich habe vier Tage nichts dazu gesagt."

„Warum nicht?"

„Weil ich nichts Besseres hatte", sagte er.

„Was hattest du?"

Und er sagte es ihr, und er sagte es, ohne sich dabei besonders wohl zu fühlen.

„Ich hatte einen Namen mit Grenze darin."

„Grenze."

„Und einen mit Berg", sagte er.

Tang Shu sah ihn ungefähr vier Sekunden lang an.

„Tian, das sind Schwertnamen."

„Ja."

„Und?"

Und Gu Tian nickte einmal.

„Und deshalb habe ich vier Tage nichts gesagt", sagte er.

Sie fingen danach richtig an, und sie fingen mit einem Boot an.

„Zhou."

„Sag es noch mal."

„Zhou. Das Zeichen für ein Boot", sagte sie.

„Warum ein Boot?"

Und Tang Shu erklärte es, und sie erklärte es nicht feierlich.

„Weil ein Boot nirgends festgemacht ist."

„Ja."

„Und weil das kein Auftrag ist, sondern eine Möglichkeit", sagte sie.

Gu Tian dachte darüber nach, und er dachte etwa vier Sekunden darüber nach, und dann sagte er das Naheliegende.

„Shu, ein Boot fährt weg."

„Ein Boot fährt auch zurück."

„Ja."

„Und?"

Er sah in den Regen.

„Und ich habe zwei Jahre lang Leute weggeschickt und darauf gewartet, dass sie zurückkommen", sagte er.

„Tian, das ist deine Sache und nicht seine."

„Ich weiß", sagte er.

Und Tang Shu legte ihn selbst weg.

Und sie legte ihn nicht wegen Gu Tian weg, und sie sagte das auch.

„Tian, er ist zu still."

„Zhou?"

„Ich habe ihn jetzt viermal gesagt und er macht kein Geräusch", sagte sie.

Der Regen wurde um 19:20 stärker.

Und die Linie am Rand des Daches wurde breiter, und im Gras stand inzwischen Wasser, und die vier Töpfe, die seit dem neunzehnten Juni wieder gegossen wurden, brauchten heute niemanden.

Und der Donner kam um 19:24, und Tang Shu zählte zwischen dem Blitz und dem Donner, und sie kam auf sechs.

„Tian, sechs."

„Was heißt sechs?"

„Ungefähr zwei Kilometer", sagte sie.

Gu Tian machte den nächsten Vorschlag um 19:26.

Und er machte ihn, während er nach oben in den Regen sah, und er machte ihn halb im Scherz und meinte ihn zu einem Viertel ernst.

„Qing."

„Qing?"

„Wenn es aufklart. Nach Regen", sagte er.

Und Tang Shu sah ihn an, als hätte er etwas über Salz gesagt.

„Tian."

„Ja?"

„Man nennt kein Kind nach dem Wetter, bei dem man darüber geredet hat", sagte sie.

„Wenn es morgen aufklart?"

„Dann erst recht nicht."

„Warum?"

Sie nahm den Becher wieder auf.

„Weil er dann sein Leben lang eine Geschichte erzählen muss, in der es geregnet hat", sagte sie.

„Ist das schlimm?"

Und Tang Shu dachte etwa vier Sekunden nach.

„Nein."

„Und?"

„Und ich will nicht, dass er eine Geschichte erzählen muss", sagte sie.

Gu Tian machte den zweiten Vorschlag um 19:31.

Und er machte ihn nicht im Scherz, und er machte ihn langsamer, und Tang Shu hörte den Unterschied sofort.

„An."

„An."

„Frieden. Ruhe", sagte er.

Es blieb einen Moment still im Garten.

Und Tang Shu antwortete nicht sofort, und als sie antwortete, machte sie es leiser als vorher, und das war schlimmer, als wenn sie gelacht hätte.

„Tian, das ist ein Name, den Eltern geben, die Angst haben."

Er sagte darauf ungefähr vier Sekunden nichts.

„Ja", sagte er dann.

„Und?"

„Und ich habe ihn trotzdem gesagt."

Tang Shu sah ihn an.

„Warum?", sagte sie.

Und Gu Tian antwortete darauf ehrlich, und das war das Schwierigste an diesem Abend, und es dauerte nur zwei Sätze.

„Shu, weil ich seit dem dreizehnten Juni jeden Morgen eine Zahl aus Fujian bekomme."

„Ja."

„Und weil ich um 06:00 an ein Kind denke, das es noch nicht gibt, und dann an eine Kurve", sagte er.

Es blieb sehr still im Garten.

„Tian."

„Shu."

„Danke."

Und Gu Tian sah auf.

„Wofür?", sagte er.

„Dass du zuerst das eine gesagt hast."

„Und?"

Tang Shu legte die Hand flach auf die Bank zwischen ihnen.

„Und dass du ihn zurücknimmst, bevor ich es verlange", sagte sie.

Sie legte danach selbst einen weg, und zwar einen, den sie seit dem zehnten Juli mit sich herumgetragen hatte.

„Xi."

„Freude."

„Ja", sagte sie.

„Was ist damit?"

Und Tang Shu erklärte es, und sie klang dabei ein bisschen ärgerlich, und der Ärger galt ihr selbst.

„Tian, ein Kind, das Freude heißt, darf nie traurig sein."

„Das stimmt nicht."

„Doch. Vier Wochen nach der Geburt sagt die erste Tante, dass er seinem Namen alle Ehre macht", sagte sie.

„Dann?"

„Und dann sagt sie es beim vierten Mal, wenn er weint."

Gu Tian sah sie an.

„Shu, das ist derselbe Einwand wie bei Aelir", sagte er.

„Ja."

„Und?"

Und Tang Shu nickte einmal.

„Und ich habe ihn diesmal gegen meinen eigenen Namen erhoben und das ist anstrengender", sagte sie.

Sie hatte zwei Bedingungen, und sie nannte sie beide erst um 19:44.

Und beide waren praktisch, und keine von beiden hatte mit Bedeutung zu tun, und Gu Tian schrieb sich keine davon auf und vergaß sie trotzdem nicht.

„Erstens: Man muss ihn über einen Hof rufen können."

„Über welchen Hof?"

„Über jeden. Wenn jemand von einer Mauer fällt", sagte sie.

„Und zweitens?"

Und Tang Shu sagte die zweite Bedingung leiser.

„Man muss ihn auch sagen können, wenn man sehr leise ist."

„Shu."

„Ich habe vierzig Namen an Betten gesagt und die meisten davon zweimal", sagte sie.

Sie probierte danach zwei laut aus.

Und sie sagte sie beide in den Regen hinein, und zwar so laut, wie man etwas über einen Hof ruft, und sie ließ dabei einen Abstand von etwa vier Sekunden zwischen beiden.

Und beim ersten hörte sie selbst, dass es nicht ging.

Beim zweiten hörte es Gu Tian.

„Der geht nicht."

„Warum nicht?"

„Weil du beim zweiten Teil leiser geworden bist", sagte er.

„Das ist keine Eigenschaft des Namens."

„Doch."

„Und?"

Gu Tian sah in den Regen.

„Und du wirst in vier Jahren nicht jedes Mal Luft holen wollen, bevor du ihn zu Ende sagst", sagte er.

Es kam ein Problem dazwischen, und es war ein praktisches, und Tang Shu brachte es um 19:52 auf.

„Tian, wir wissen nicht, was es wird."

„Nein."

„Und?"

Sie sah auf ihre eigenen Hände.

„Und wir brauchen entweder zwei Namen oder einen, der für beide geht", sagte sie.

„Was willst du?"

„Einen, der für beide geht."

„Warum?"

Und Tang Shu antwortete darauf sofort.

„Weil ich nicht sieben Monate lang zwei Namen nebeneinander liegen haben will, von denen einer wegkommt", sagte sie.

Es blieb einen Moment still im Garten.

„Shu, Meifeng könnte es feststellen."

„Ich weiß."

„Und?"

Tang Shu sah ihn an.

„Und Frau Song hat es am siebten Juli nicht gesagt, und sie hat auch nicht gesagt, dass sie es nicht sagt", sagte sie.

„Und ich könnte hinsehen."

„Ja."

„Und?"

Und Gu Tian sah nicht hin.

„Und dann wäre es wieder meine Sache, bevor es deine ist", sagte er.

Das System meldete sich um 19:58, und es meldete sich von selbst, und das kam selten vor.

[Ich melde eine Möglichkeit.]

„System."

[Und sie ist keine Messung], sagte es.

„Melde sie."

[Ich kann feststellen, was es wird.]

Und Gu Tian sah in den Regen.

„Ich weiß", sagte er.

[Ja.]

„Und warum meldest du es dann?"

Es blieb etwa vier Sekunden still.

[Damit du weißt, dass ich es kann und trotzdem nicht gemessen habe], sagte das System.

„System."

[Ja?]

„Danke."

[Gu Tian.]

„Ja?"

[Frau Tang hat heute Abend viermal zur Tür gesehen, und das habe ich bemerkt, ohne zu messen], sagte es.

Die Tür ging um 20:04 auf.

Und Meifeng machte sie auf, und sie kam nicht heraus, und das war eine Entscheidung, und Tang Shu sah es und sagte nichts dazu.

Und heraus kam ein Kind, das sechzehn Monate alt war und in zwei Tagen siebzehn.

Er hatte keine Schuhe an.

Und das war nicht Nachlässigkeit, sondern seit dem achtundzwanzigsten Juni ein wiederkehrender Zustand, und im Haus hatte sich inzwischen die Ansicht durchgesetzt, dass es bei Regen ohnehin egal war.

Und er blieb im Türrahmen stehen und sah in den Garten.

Er konnte am einunddreißigsten Juli ungefähr zwölf Wörter.

Und drei davon waren im Juli dazugekommen, und keins davon war ein Name, und „da" war weiterhin das, was er für alles benutzte, was er jemandem hinlegen wollte.

Und beim ersten Donner, den er hörte, erschrak er nicht.

Beim zweiten schon.

Und der zweite kam um 20:06, und er kam nach einem Blitz, bei dem Tang Shu auf drei gekommen war, und danach war es kurz sehr hell und dann sehr laut.

Und der Junge lief los.

Er lief nicht zu seiner Mutter, die vier Schritte hinter ihm stand.

Er lief auch nicht zu Gu Tian.

Er lief über nasses Gras zu einer Frau auf einer steinernen Bank und stellte sich zwischen ihre Knie und hielt sich an ihrem Ärmel fest.

Es blieb einen Moment still im Garten.

Meifeng blieb in der Tür stehen.

Und sie stand dort ungefähr vier Sekunden, und dann drehte sie sich um und ging wieder hinein, und sie machte die Tür nicht ganz zu.

Tang Shu hob ihn nicht hoch.

Und sie legte nur eine Hand auf seinen Rücken, und der Rücken war warm und ging schnell, und nach etwa vier Atemzügen ging er langsamer.

Und ihre Uhr tat dabei gar nichts.

Im Wechsel war weiterhin die kleine Sache.

Sie war da, während Tang Shu ein anderes Kind festhielt, und die beiden hatten nichts miteinander zu tun, und Tang Shu stellte fest, dass sie das vor vier Wochen nicht geglaubt hätte.

Der Junge sah eine Weile in den Regen.

Und dann zeigte er mit der ganzen Hand nach draußen, so wie er alles zeigte.

„Da."

„Ja", sagte Tang Shu.

Und dann kam der nächste Blitz, und er zeigte wieder.

„Da."

Und diesmal erschrak er nicht.

Sie hatte den Stein seit dem achtundzwanzigsten Juni in der Tasche.

Und es war der zweite Stein, der mit der weißen Kante, und sie hatte ihn viermal in eine Schublade gelegt und viermal wieder herausgenommen, und sie hatte niemandem davon erzählt.

Und jetzt nahm sie ihn heraus und legte ihn auf ihr Knie.

Er sah ihn sich an.

Und er nahm ihn und drehte ihn zweimal und legte ihn zurück auf ihr Knie.

„Da", sagte er.

„Deiner", sagte Tang Shu.

Und er nahm ihn wieder und behielt ihn diesmal.

Meifeng holte ihn um 20:14 ab.

Und sie kam dafür zwei Schritte in den Garten und blieb dann stehen, und der Junge ging von selbst, weil er den Stein hatte und ihn jemandem zeigen wollte.

„Frau Tang."

„Frau Song?"

„Ich habe ihn nicht hergebracht", sagte sie.

„Und?"

„Und ich habe die Tür aufgemacht."

Tang Shu sah ihr nach.

„Frau Song, das ist dasselbe", sagte sie.

„Nein."

„Und was ist der Unterschied?"

Meifeng nahm die Hand ihres Sohnes.

„Frau Tang, der Unterschied ist, dass er hätte woanders hinlaufen können", sagte sie.

Die Meldung kam um 20:51.

Und Lu Chen meldete seit dem vierundzwanzigsten Juni um 08:00 und um 20:00, und zwar jeden Tag, und er hatte in achtunddreißig Tagen keinen dieser Termine verschoben.

Und Gu Tian sah auf die Uhrzeit, bevor er auf das Papier sah.

Der Mann, der es brachte, war jung.

Und er trug seit dem Frühjahr Meldungen aus dem Lagezentrum in den Westflügel, und er hatte das bisher immer an einer Tür getan, und heute stand er im Regen am Rand des Gartens und kam nicht näher, weil auf der Bank Frau Tang saß.

Und Gu Tian sah ihn und stand nicht auf.

„Kommen Sie unter das Dach."

„Herr Gu, ich bin nass."

„Ja", sagte er.

Der Mann kam vier Schritte unter das Dach.

Und dort gab er das Papier ab, und Gu Tian nahm es, und Tang Shu bemerkte, dass er in diesem Augenblick etwas anderes sagte als vorher.

„Frau Tang, entschuldigen Sie", sagte Gu Tian.

Er las die Meldung einmal.

Und dann las er sie noch einmal, und das war der Unterschied zum zehnten Juni, und Tang Shu wusste vom zehnten Juni nur, was Meifeng ihr im Juni erzählt hatte, und sie erkannte den Unterschied trotzdem.

Denn er las beim zweiten Mal langsamer.

Auf dem Papier standen vier Zeilen.

20:20 Uhr, Messpunkt eins: Dämonen-Qi am Tor beim Zwei-Komma-Vier-Fachen des Dreijahresmittels.

20:35 Uhr, Messpunkt drei, unabhängig bestätigt: Zwei-Komma-Vier.

Bisheriger Höchstwert an diesem Tor seit Beginn der Messung: Zwei-Komma-Eins, am vierzehnten Oktober 2134.

Fräulein Luo sagt, dass es damit oberhalb aller bisherigen Normalwerte liegt.

Und darunter stand ein fünfter Satz, und er war von Lu Chen selbst geschrieben.

Herr Gu, die Bereitschaft läuft heute um 24:00 aus.

Gu Tian stellte dem Mann drei Fragen.

Und der Mann konnte keine davon beantworten, und er sagte das dreimal, und beim dritten Mal sagte er es leiser.

„Herr Gu, das weiß ich nicht."

„Danke."

„Und?"

Gu Tian faltete das Papier einmal.

„Und Sie sollen es auch nicht wissen. Gehen Sie hinein und ziehen Sie sich etwas Trockenes an", sagte er.

Er stand nicht sofort auf.

Und er saß nach dem Weggehen des Mannes noch etwa drei Minuten auf der steinernen Bank, und in diesen drei Minuten sagte niemand etwas, und der Regen wurde in dieser Zeit weder stärker noch schwächer.

Und Tang Shu sah ihn dabei nicht an.

Um 20:54 stand er auf.

„Shu."

„Tian."

„Ich stehe auf."

Und Tang Shu sah zu ihm hoch.

„Ich sehe es", sagte sie.

„Und?"

„Und du hast es angesagt."

„Ja."

„Warum?"

Er hielt das gefaltete Papier in der Hand.

„Damit du weißt, dass es nicht dieselbe Sache ist wie am zehnten Juni", sagte er.

Es blieb einen Moment still im Garten.

„Tian."

„Ja?"

„Gehst du weg?"

Und Gu Tian sah nicht zur Tür, sondern zum Rand des Daches.

„Nein", sagte er.

Und er ging tatsächlich nicht weg.

Und er ging vier Meter, bis an das andere Ende des Daches, dorthin, wo die Wasserlinie herunterkam, und dort rief er das Lagezentrum, und Tang Shu blieb sitzen und hörte ungefähr die Hälfte.

Sie ging nicht hinein.

„Herr Lu."

„Herr Gu."

„Zwei-Komma-Vier an zwei Messpunkten."

„Ja."

„Und wie weit auseinander liegen die beiden?"

Es blieb kurz still.

„Herr Gu, elf Kilometer", sagte Lu Chen.

„Und Fräulein Luo?"

„Sie ist seit 20:20 im zweiten Ring."

„Und was sagt sie?"

„Herr Gu, sie sagt, dass sie es nicht erklären kann, und sie sagt es zum ersten Mal ohne den Zusatz, dass sie mehr Messpunkte will", sagte Lu Chen.

Es blieb einen Moment still auf beiden Seiten.

„Herr Lu, das ist der schlechteste Satz des heutigen Abends."

„Ja."

„Und?"

„Und ich habe ihn deshalb aufgeschrieben", sagte er.

„Die Bereitschaft."

„Herr Gu, sie läuft um 24:00 aus."

„Sie läuft nicht aus."

„Bis wann?"

Und Gu Tian sah in den Regen.

„Herr Lu, unbefristet, und ich sehe sie am achten August wieder an", sagte er.

„Und die drei Dörfer?"

„Vierhundertdreißig Einwohner."

„Ja."

„Und der Plan liegt seit dem vierundzwanzigsten Juni in einer Mappe", sagte Gu Tian.

„Jetzt?"

„Und jetzt geht Frau Chen morgen früh hin und übt ihn."

„Herr Gu, das merken die Leute."

„Ja", sagte er.

„Und?"

Und Gu Tian antwortete darauf sofort.

„Herr Lu, im Juni war meine Sorge, dass wir vier Jahre Angst produzieren."

„Ja."

„Und heute ist meine Sorge, dass vierhundertdreißig Leute eine Straße nach draußen zum ersten Mal in der Nacht suchen", sagte er.

„Herr Wei?"

„Der Herr Wei von der Provinzstelle wird heute um 22:00 informiert."

„Herr Gu, er hat am fünfzehnten Juli berichtet."

„Ich weiß."

„Und?"

Gu Tian sah auf das gefaltete Papier.

„Und er soll es von uns hören und nicht am ersten August aus einer Zeitung", sagte er.

Es blieb einen Moment still auf beiden Seiten.

„Herr Gu."

„Herr Lu?"

„Kommen Sie?"

Und Gu Tian brauchte für diese Antwort länger als für alle vorherigen.

Und er brauchte etwa vier Sekunden, und Tang Shu, die vier Meter entfernt saß und die andere Hälfte nicht hörte, hörte diese vier Sekunden sehr deutlich.

„Heute Nacht nicht", sagte er.

„Und warum nicht?"

Und Gu Tian sagte den Grund, und er sagte ihn vollständig, weil Lu Chen ihn verdient hatte.

„Herr Lu, wenn ich heute Nacht komme, bin ich um 03:00 dort und stehe im Regen neben einem Tor, das ich nicht anfassen darf."

„Ja."

„Und dann sind zweihundert Leute in Fujian ab 03:00 damit beschäftigt, dass ich da bin", sagte er.

„Morgen?"

„Herr Lu, Fräulein Luo misst um 06:00."

„Ja."

„Und wenn der Wert um 06:00 noch oberhalb liegt, komme ich", sagte er.

„Wenn er fällt?"

Gu Tian sah in den Regen.

„Dann komme ich am achten August", sagte er.

Es blieb einen Moment still auf beiden Seiten.

„Herr Gu."

„Herr Lu?"

„Ich hätte am vierundzwanzigsten Juni gesagt, dass Sie sofort kommen sollen."

„Ja."

„Und?"

„Heute?", sagte Gu Tian.

„Und heute sage ich, dass 06:00 richtig ist."

„Herr Lu."

„Und ich sage es und halte es weiterhin für zu spät", sagte Lu Chen.

„Das schreiben Sie dazu."

„Herr Gu?"

„Ihren Widerspruch. So wie am fünften Juni."

Es blieb kurz still.

„Herr Gu, das habe ich schon", sagte er.

Xingchen kam um 21:06 vom Süddach.

Und sie kam in kleiner Form, und sie kam durch den Regen, und sie setzte sich auf den Rand des Daches, wo das Wasser herunterlief, und ihr war das offensichtlich gleichgültig.

Und sie fragte nichts, weil sie es schon wusste.

„Ich fliege vor."

„Nein."

„Und?"

Und Gu Tian sah zu ihr hinauf.

„Und dann kreist ein Chaos-Drache über einem Tor, dessen Rhythmus sich seit sieben Wochen ändert, und wir erfahren, wie es darauf reagiert", sagte er.

„Das wäre eine Messung."

„Ja."

„Und?"

Er sah wieder in den Garten.

„Und es wäre die einzige, die wir nicht zurücknehmen können", sagte er.

Xingchen sagte darauf etwa vier Sekunden nichts.

„Ich schlafe heute Nacht nicht."

„Xingchen."

„Und das ist keine Frage", sagte sie.

Er fragte das System um 21:14, und er fragte es einmal.

„System, Fujian."

[Ich messe innerhalb der Versiegelung. Das Tor liegt innerhalb.]

„Und?"

[Und der Wert steigt seit dem dreizehnten Juni und ich kann dir nicht sagen, warum], sagte es.

„System, ist es dasselbe wie draußen?"

[Nein.]

„Wie sicher?"

Es blieb etwa vier Sekunden still.

[Ich sehe draußen nichts. Also sage ich nur: In Fujian sehe ich ein Tor aus deiner eigenen Liste], sagte das System.

Er kam um 21:20 zurück und setzte sich wieder.

Und Tang Shu hatte in dieser Zeit die beiden Schalen aufeinandergestellt und den Becher neu gefüllt, und sie war nicht hineingegangen, und sie hatte auch nicht gefragt.

Und sie fragte auch jetzt nicht nach Zahlen.

„Tian."

„Shu."

„Wie lange?"

Und Gu Tian legte das gefaltete Papier neben sich auf die Bank.

„Bis 06:00", sagte er.

„Und dann?"

„Und dann entweder gar nichts oder ich bin morgen Abend in Fujian."

Tang Shu nickte einmal.

„Und heute Nacht?", sagte sie.

„Heute Nacht sitze ich hier."

„Tian."

„Ja?"

Sie sah ihn an.

„Und ist das eine Entscheidung oder stehst du nur nicht auf?", sagte sie.

Und Gu Tian dachte etwa vier Sekunden darüber nach, und dann antwortete er ehrlich.

„Shu, heute war es eine Entscheidung."

„Ja."

„Und?"

Er sah auf das Papier neben sich.

„Und im Juni war es keine mehr, und das war leichter", sagte er.

Sie versuchten es danach noch einmal mit den Namen.

Und sie versuchten es um 21:34, und Tang Shu fing an, und sie kam bis zum zweiten Vorschlag, und dann hörte sie selbst auf.

„Tian."

„Ja?"

„Es geht nicht mehr", sagte sie.

„Warum nicht?"

Und Tang Shu erklärte es genau, weil sie es sich selbst gerade erst erklärt hatte.

„Weil sie jetzt alle wie Schilde klingen."

„Shu."

„Ich habe vorhin an einen gedacht, der bedeutet, dass etwas hält, und ich habe ihn schön gefunden, und vor zwei Stunden hätte ich ihn hässlich gefunden", sagte sie.

Es blieb einen Moment still im Garten.

„Und das ist genau der Name, den ich nicht will."

„Ja."

„Und?"

Sie stellte den Becher ab.

„Und deshalb machen wir es heute nicht fertig", sagte sie.

„Wann?"

Tang Shu antwortete darauf sofort.

„Wenn wir einen aussuchen, weil er schön ist, und nicht, weil er hält."

„Shu, und wann ist das?"

„Das weiß ich nicht", sagte sie.

„Und was weißt du?"

Und Tang Shu legte die Hand flach auf sich selbst, so wie sie es am achtundzwanzigsten Juni getan hatte.

„Dass wir Zeit haben", sagte sie.

„Wie viel?"

„Frau Song sagt März."

Gu Tian sah auf.

„März", sagte er.

„Ja."

„Und?"

Und Tang Shu sah in den Regen.

„Und dann haben wir zwei im März", sagte sie.

Gu Tian lachte, und das war an diesem Abend das einzige Mal.

Sie schrieben nichts auf.

Und das hatte Tang Shu um 19:10 verlangt, und sie hatte es damit begründet, dass geschriebene Namen anfangen, richtig auszusehen, und Gu Tian hatte darauf nichts erwidert, weil er es sofort verstanden hatte.

Und deshalb lagen am Ende dieses Abends unter dem Dach keine Blätter.

In der untersten Schublade im Westflügel lagen elf.

Er ging um 22:00 hinein und telefonierte mit der Provinzstelle in Fujian.

Und es dauerte einundzwanzig Minuten, und Herr Wei Dianchen sagte darin viermal das Wort Zuständigkeit und zweimal das Wort Präzedenzfall, und am Ende etwas anderes.

„Herr Gu, ich habe am fünfzehnten Juli berichtet, dass es keine Veranlassung gibt."

„Ja."

„Und?"

Es blieb kurz still.

„Und ich werde am ersten August berichten, dass es eine gibt", sagte er.

Er kam um 22:26 wieder in den Garten.

Und Tang Shu saß noch dort, und sie hatte die Decke inzwischen doch genommen, und sie hatte die Beine auf die Bank gezogen.

Und er setzte sich an das andere Ende und sagte etwa vier Minuten lang nichts.

„Tian."

„Shu."

„Du hast vorhin ‚Frau Tang' gesagt."

Und Gu Tian sah in den Regen.

„Der Mann war da", sagte er.

„Ich weiß."

„Und?"

Sie zog die Decke höher.

„Und in vier Jahren wird jemand, der klein ist, das auch merken", sagte sie.

Um 23:00 waren im Westflügel noch drei Fenster hell.

Und das eine gehörte der Küche, in der jemand für den nächsten Morgen etwas vorbereitete, und das zweite dem Archiv, in dem Zixuan zu Fujian eine Mappe führte, deren letzter Eintrag heute die Zahl Zwei-Komma-Vier war.

Und im dritten schlief ein Kind, das sechzehn Monate alt war.

Es hatte einen Stein mit einer weißen Kante in der Hand, den ihm niemand hatte abnehmen können.

In Fujian war um 23:00 kein Fenster hell.

In den drei Dörfern des zweiten Rings schliefen vierhundertdreißig Menschen, die am nächsten Morgen erfahren würden, dass jemand mit ihnen eine Straße abgehen wollte.

Elf Kilometer voneinander entfernt saßen zwei Leute an zwei Messpunkten.

Keiner von beiden hatte an diesem Abend etwas gesehen, das man hätte fotografieren können.

Der Regen hörte um 02:40 auf.

Und in Songjiang endete in diesem Augenblick ein Umlauf.

Und Tang Shu lag wach und hatte nichts neben sich liegen, und der Wechsel war nicht leer, und es blieb ungefähr vier Herzschläge und war danach nicht mehr da.

Sie zählte die vier Herzschläge und schrieb sie nicht auf.

In Fujian schrieb in diesem Augenblick ein Mann, der seit vierzehn Stunden wach war, eine Zahl in eine Spalte.

Die Zahl war höher als die um 20:35.

Unter einem Dach, das ein Zimmermann in vier Tagen über vier Meter Gras gebaut hatte, war es still.

Die eine Linie war ungefähr sieben Wochen alt und hatte keinen Namen.

Die andere hatte seit dem dreizehnten Juni jeden Tag eine Zahl.

Beide liefen weiter.

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