Aufstieg des Ewigen Dao-Clans · Band 1 · Arc 03
Kapitel 031Als sein Lebenszeichen erlosch

Xingchens verborgene Rettung

3.150 Wörter · Band 1 — Nightfall über Shanghai

Gu Tian rannte, seit sein Herz zwölftausend Schläge gezählt hatte.

Er wusste inzwischen, dass Rennen in diesem Raum eine schlechte Idee war — nicht weil es anstrengte, sondern weil der Raumkörper das Oben desjenigen annahm, der sich in ihm bewegte, und ein rennender Mensch ändert sein Oben mit jedem Schritt.

Also rannte er in Etappen.

Zweihundert Schritte. Stehenbleiben. Warten, bis die Ordnung sich beruhigt hatte. Zweihundert Schritte.

Es war die zermürbendste Fortbewegung seines Lebens.

Bei siebzehntausend Herzschlägen sagte das System: [Halt an.]

Er hielt an.

[Etwas ist eingetreten.]

„Wo?“

[Hinter dir. Ungefähr vierhundert Meter — soweit man das hier sagen kann.]

Gu Tian drehte sich um.

Er sah nichts. Das graue Licht ließ dreißig Meter zu und danach nichts.

Aber er spürte etwas, und es dauerte ungefähr vier Sekunden, bis er begriff, was: Die Ordnung des Raumes war unruhig geworden. Sein Oben zog leicht zur Seite, so wie ein Boot zieht, wenn ein zweites Boot vorbeifährt.

„Es hat ein eigenes Oben.“

[Ja. Und es ist stärker als deins.]

Gu Tian ließ die Zehntausend-Dao-Waffe kommen.

Und dann, während der Riss sich neben seiner Hüfte öffnete, kam die Bindung zurück.

Sie kam nicht langsam.

Sie kam wie eine Tür, die aufgeht: In einem Moment war da nichts, und im nächsten saß am Rand seiner Wahrnehmung ein warmer Punkt, den er seit dreizehn Tagen kannte und der seit gestern früh weg gewesen war.

Er war wütend.

Gu Tian hatte in dreizehn Tagen nicht gewusst, dass eine Bindung Stimmung überträgt. Sie tat es normalerweise nicht — sie war ein Faden, kein Telefon.

Aber es gibt Mengen, bei denen ein Faden zu schwingen anfängt.

„Ah“, sagte er.

Und dann, laut, in einen Raum ohne Richtung: „Hier!

Sie brauchte elf Sekunden.

Was aus dem grauen Nichts kam, war zuerst der Kopf, und der Kopf allein war größer als Gu Tian, und dahinter kam der Rest in drei langsamen Windungen, elf Meter schwarzer Chaos-Drache mit Sternenstaub in den Schuppen, in einem Raum, der kein Oben hatte und ihr trotzdem eines gab.

Sie hielt zwei Meter vor ihm an.

Die goldenen Augen sahen ihn an.

»Du.«

„Ja.“

»Du bist in ein Loch gegangen.«

„Ja.“

»In ein Loch in der Mitte eines Steinhaufens.«

„Ja.“

Xingchen zog den Kopf zurück und sah ihn drei Sekunden lang an, und dann stieß sie ihn mit der Schnauze so heftig gegen die Schulter, dass Gu Tian vier Meter weit flog und auf etwas landete, das Boden sein wollte.

»IDIOT.«

Er blieb einen Moment liegen und lachte.

Er konnte nichts dafür. Es kam einfach heraus, laut, in einem grauen Nichts, in dem er nach seiner Schätzung seit fünf Stunden allein gewesen war, und er lachte ungefähr zwanzig Sekunden lang, bis es wehtat.

»Warum lachst du.«

„Weil du hier bist.“

»Natürlich bin ich hier. Ich bin an dich gebunden. Was hast du erwartet?«

„Dass es nicht geht.“ Gu Tian setzte sich auf. „Das System hat gesagt, ein geschlossenes Volumen hat keine Richtung, in die man ziehen kann.“

»Das ist richtig.«

„Und wie —“

»Ich habe nicht gezogen. Ich bin gekommen.« Xingchen legte den Kopf schief. »Menschen und ihre Fragen. Wenn ein Raum keine Tür hat, macht man eine. Wenn er eine hat, benutzt man sie. Beides ist nicht schwierig; es ist nur laut.«

[Ich möchte hier etwas richtigstellen, weil ich es sonst mit mir herumtrage.]

„Sag.“

[Ich habe dir gesagt, dass sie nicht kommen kann. Das war meine ehrliche Einschätzung und sie war falsch.]

[Der Fehler war strukturell: Ich habe die Sperre eines C-Portals gegen ihre Kampfkraft gerechnet, und die liegt im mittleren B. Portalmembranen widerstehen aber keiner Kampfkraft. Sie widerstehen Autorität, und eine Chaos-Drachenblutlinie hat davon mehr, als die Skala dieser Welt abbildet.]

[Ich habe eine Kategorie verwechselt. Das wird wieder vorkommen, und ich werde es jedes Mal sagen.]

Xingchen hob den Kopf.

»Was sagt das Ding.«

„Es entschuldigt sich.“

»Wofür?«

„Dafür, dass es dich unterschätzt hat.“

Der Chaos-Drache betrachtete einen Punkt in der Luft, an dem sich nichts befand.

»…akzeptiert«, sagte sie großzügig.

„Wie lange bin ich hier?“, fragte Gu Tian.

»Achtundzwanzig Minuten.«

Er wurde vollkommen still.

„Sagst du das genau?“

»Die kleine Laute mit den Kästen hat es gesagt. Sie hat ein Ding am Handgelenk.«

Gu Tian sah auf seine Hände.

„Ich bin seit fünf Stunden hier drin.“

[Dann liegt der Faktor bei ungefähr elf zu eins.]

Das System sagte es sofort, ohne Zögern, und Gu Tian hörte, dass es dabei etwas berechnete.

[Das ist eine sehr gute Nachricht und ich sage dir gleich warum.]

„Warum?“

[Weil Luo Shuang draußen ausgerechnet hat, dass der Innenraum in elf Stunden aufgebraucht ist. Elf Stunden draußen sind hier drinnen ungefähr fünf Tage.]

[Du hast keine elf Stunden. Du hast einhundertzwanzig.]

Gu Tian stand auf.

„Dann haben wir Zeit.“

»Ich habe keine Zeit«, sagte Xingchen sofort. »Ich bin drei Stunden über einem Feld gekreist wie ein Vogel. Ich will das hier zerbrechen und dann schlafen.«

Sie gingen zusammen weiter, und es war eine völlig andere Reise.

Das lag nicht nur daran, dass Gu Tian nicht mehr allein war. Es lag daran, dass ein Chaos-Drache in einem Raumkörper etwas konnte, was ein Mensch nicht konnte.

Sie ordnete ihn.

„Was machst du da?“

»Ich gehe.«

„Der Boden bleibt stehen.“

»Natürlich bleibt er stehen. Ich bin schwerer als er.« Xingchen sah nicht einmal hin. »Dieser Raum nimmt an, was in ihm ist. Du bist ein kleines Ding mit einem großen Ursprung, also nimmt er dein Oben, aber wackelig, weil dein Ursprung nicht in deinen Füßen sitzt. Ich bin ein großes Ding mit einer alten Blutlinie. Er nimmt meins und behält es.«

Gu Tian ging drei Schritte und stellte fest, dass er zum ersten Mal seit fünf Stunden normal ging.

„Das ist eine erhebliche Verbesserung.“

»Ja. Sag das öfter.«

Sie kamen nach ungefähr zwanzig Minuten an die Stelle, an der Gu Tian aufgehört hatte zu schneiden.

Xingchen sah sich um.

Vor ihnen lag das Feld: reglose Tiere, Gangabschnitte, eine Steinpresse, und darüber und darunter und dazwischen die Stränge, neuntausend davon, blass, armdick, mit etwas Hellem, das in ihnen entlangwanderte.

»Was ist das.«

„Der Abzug. Alles Qi dieses Portals läuft dort entlang zum kranken Kern.“

»Und du hast das mit einem Schwert geschnitten.«

„Und mit Chaos-Feuer.“

»Wie viele?«

Gu Tian sah zurück auf den Korridor, den er in fünf Stunden freigeschnitten hatte: vier Meter breit, mehrere hundert Meter lang.

„Ungefähr zweitausend.“

Der Chaos-Drache sah ihn an.

»Von neuntausend.«

„Ja.“

»In fünf Stunden.«

„Ja.“

»Mensch«, sagte Xingchen, »das ist der traurigste Satz, den ich seit sechshundert Jahren gehört habe.«

Sie hob den Kopf.

»Geh zwanzig Schritte zurück.«

Chaos-Drachenatem, aus zwei Metern Entfernung, war das Beeindruckendste, was Gu Tian in zwei Leben gesehen hatte.

Es war kein Feuer.

Das war die Sache, die ihn am meisten überraschte: Er hatte Chaos-Feuer selbst benutzt, er kannte den grau-schwarzen Kern mit dem orangefarbenen Rand.

Was aus Xingchens Rachen kam, hatte überhaupt keinen Rand.

Es war ein Strom aus reinem Grau, ungefähr drei Meter im Durchmesser, und er machte kein Geräusch. Er lief in das Feld hinein, und über eine Länge von sechzig Metern und eine Breite von zwölf hörten die Stränge auf zu existieren.

Nicht verbrannt. Nicht zerschnitten.

Zurückgeführt.

Und die reglosen Tiere, die dazwischen lagen, blieben unversehrt.

Gu Tian ging hinterher und sah sich einen Steinnager an, um den herum vier Stränge verschwunden waren und dessen Fell nicht einmal versengt war.

„Wie machst du das?“

»Was?«

„Du hast neben ihm etwas aufgelöst und ihn nicht.“

»Weil ich es nicht wollte.« Xingchen klang ehrlich verwirrt. »Ich atme Ursprung. Ursprung nimmt zurück, was aus ihm gekommen ist. Was ich zurückhaben will, kommt zurück. Was ich nicht will, bleibt.«

„Das ist —“

Gu Tian hielt an.

„Das ist Gesetzeskontrolle.“

[Ja.]

Das System sagte es sehr trocken.

[Sie beherrscht das Chaos nicht besser als du. Sie beherrscht es bewusster, weil ihre Linie seit dreißigtausend Jahren nichts anderes tut.]

[Du wirst das in ungefähr vierzig Jahren können.]

„Vierzig.“

[Wenn du dich anstrengst.]

Sie brauchten für den Rest des Weges vier Stunden.

Es waren vier gute Stunden, und Gu Tian erinnerte sich später an sie als die Zeit, in der er zum ersten Mal verstand, dass Xingchen kein Werkzeug war und auch kein Verbündeter, sondern etwas Drittes, für das er noch kein Wort hatte.

Sie stritten dreimal.

Beim ersten Mal, weil Xingchen den ganzen Rest des Feldes in einem Zug niederatmen wollte.

„Nein.“

»Warum nicht?«

„Weil dann alles, was da liegt, ungeschützt in einem Raumkörper hängt, der zusammenbricht, sobald der Kern fällt. Wenn ich die Stränge in einer Linie schneide, bleibt der Rest zusammen. Wenn du sie flächig auflöst, verliert die Beute ihren Halt.“

Xingchen sah ihn ungefähr acht Sekunden lang an.

»Es sind Steinratten.«

„Es sind ungefähr vierhundert Lebewesen.“

»Es sind STEINRATTEN.«

„Sie haben sich gewehrt“, sagte Gu Tian. „Lu Chen hat die Kratzspuren gefunden. Zwei Monate lang hat sich hier alles gewehrt, was Beine hatte, und keiner von ihnen hat verstanden, warum.“

Der Chaos-Drache schwieg lange.

»Du bist sehr anstrengend.«

„Ja.“

»…in einer Linie also.«

„Danke.“

»Sag nicht danke. Es ist widerlich.«

Beim zweiten Mal stritten sie über den Plan.

„Wenn wir den Kern zerstören, kollabiert der Raumkörper“, sagte Gu Tian. „Alles, was hier drin ist, fällt zurück in den Innenraum.“

»Gut.«

„Und der Innenraum kollabiert vermutlich mit, weil der kranke Kern seit zwei Monaten die Hälfte seiner Struktur trägt.“

Xingchen hielt an.

»…ah.«

„Ja.“

»Also müssen deine Menschen draußen sein.«

„Ja.“

»Und die Tür ist zu.«

„Ja.“

»Ich habe sie aufgemacht.«

„Du hast eine Naht aufgerissen, um hier hereinzukommen.“ Gu Tian sah sie an. „Xingchen, wie lange hält so ein Riss?“

Der Chaos-Drache dachte nach.

»Bei einer Wand dieser Art? Bis sie sich langweilt. Ein paar Stunden.«

„Draußen oder hier?“

»…draußen.«

„Also ist er zu.“

Der dritte Streit war der wichtigste.

Er begann, als Gu Tian sagte: „Du gehst nicht zurück.“

»Ich gehe sehr wohl zurück. Ich reiße die Wand ein zweites Mal auf, ich hole deine Menschen raus, und dann komme ich wieder und wir zerbrechen dieses Ding.«

„Und wenn du auf halbem Weg bist, wenn der Kern fällt?“

»Er fällt nicht, solange du ihn nicht trittst.«

„Und wenn ich nicht der bin, der ihn tritt?“ Gu Tian sah in die Richtung des Hellen, das jetzt keine dreißig Meter mehr entfernt war. „Xingchen, dieses Ding hat vor sechs Stunden eine Menge Lebensenergie geschluckt, die Song ausgekippt hat. Es verdaut gerade. Deswegen hat der Wächter aufgehört zu arbeiten.“

„Und wenn es fertig ist?“

Der Chaos-Drache schwieg.

„Dann fängt es wieder an“, sagte Gu Tian. „Und wenn es dann größer ist als vorher, geht es schneller. Ich weiß nicht, wie viel Zeit wir haben. Ich weiß nur, dass wir sie nicht zweimal ausgeben können.“

»Also lassen wir sie drin.«

„Nein. Also machen wir es andersherum.“

Der Plan war einfach genug, dass Gu Tian ihn in vier Sätzen sagen konnte, und darauf war er unangemessen stolz.

„Wir zerstören den kranken Kern nicht. Wir trennen ihn.“

»Was ist der Unterschied?«

„Wenn ich ihn zerstöre, fällt sofort alles zusammen, was an ihm hängt — der Raumkörper, der Wächter, vermutlich die halbe Struktur des Innenraums. Alles auf einmal, ohne Vorwarnung, während vier Menschen und eine Sperrmembran im Weg sind.“

„Wenn ich ihn trenne, hängt er nur noch an sich selbst. Der Raumkörper bleibt stehen — ein Raum braucht keinen Antrieb, er braucht nur eine Ordnung. Der Wächter bekommt seine ursprüngliche Liste zurück, weil der Kern, der sie verfälscht hat, nicht mehr im Kreislauf hängt.“

„Und dann räumt er auf.“

Xingchen legte den Kopf schief.

»Er räumt WAS auf?«

„Sich selbst.“ Gu Tian sah in das graue Nichts. „Ein Wächter entfernt, was der Kern als Fehler markiert. Der echte Kern hat den kranken nie markiert, weil er ihn als Untermenge geführt hat. Wenn ich die Verbindung trenne, ist der kranke Kern von einer Sekunde auf die andere das, was er immer war: ein Fremdkörper ohne Kernbindung.“

„Kategorie eins auf jeder Wächterliste.“

Es blieb ungefähr sechs Sekunden still.

»Du willst, dass das Immunsystem sich selbst die Geschwulst herausschneidet.«

„Ja.“

»Das ist widerlich.«

„Ja.“

»Es gefällt mir sehr.«

Sie fanden es um — nach Gu Tians Zählung — zweiundzwanzigtausend Herzschlägen.

Es lag in einer Lichtung.

Das war das Wort, das ihm dafür einfiel, und es war falsch und trotzdem das einzig richtige: Das Feld aus Beute und Strängen hörte in einem Kreis von ungefähr vierzig Metern einfach auf, und in der Mitte dieses Kreises hing etwas in der Luft.

Es war faustgroß.

Es war, wie jeder Kern, den Gu Tian gesehen hatte, im Grunde ein Loch in der Luft, das man nur an dem erkannte, was um es herum passierte.

Aber es war nicht farblos.

Es war weiß, und es leuchtete, und das Weiße bewegte sich — es zog in langsamen Spiralen nach innen, und es kam von überall, und es kam vor allem aus einer Richtung: von neuntausend Strängen, die überall im Feld hingen und alle hierherliefen.

Und darin, sehr deutlich, wanderte etwas, das Gu Tian sofort erkannte.

„Das ist ihres.“

[Ja.]

„Es ist noch nicht verarbeitet.“

[Nein. Sie hat in vierzehn Sekunden mehr abgegeben, als dieser Kern in zwei Monaten aufgenommen hat. Er kommt nicht hinterher. Das ist der Grund, warum ihr noch lebt.]

Gu Tian ging bis auf zehn Meter heran und öffnete die Dao-Sicht.

Der goldene Ring an seinen tiefschwarzen Augen wurde hell — heller als je zuvor, weil er zum ersten Mal versuchte, an einem Ding etwas zu finden, das absichtlich versteckt worden war.

Und er sah es.

Er brauchte lange. Zwei Minuten, in denen Xingchen ungeduldig wurde und einmal fragte, ob er eingeschlafen sei.

Aber er sah es.

„Es ist nicht angewachsen“, sagte er.

[Was?]

„Frau Luo hat gesagt, sie kann es nicht abstoßen, weil es eingewachsen ist. Ich kann einem Baum keinen Ast wegnehmen, der inzwischen Stamm ist.

Er zeigte.

„Das stimmt vom echten Kern aus gesehen. Von hier aus nicht.“

Er sah es sehr deutlich, jetzt, wo er die richtige Seite hatte.

Der kranke Kern hing nicht an einer Verbindung. Er hing an vierzehn.

Vierzehn feine, dunkle Linien liefen aus ihm heraus und verschwanden in einer Richtung, die es hier nicht gab — das war der Weg zum echten Kern, drei Ebenen und einen Raum entfernt.

Dreizehn davon waren eingewachsen. Sie waren dick, verwachsen, mit Rinde bedeckt wie alte Wurzeln, und Luo Shuang hatte vollkommen recht: Man bekam sie von außen nicht mehr ab.

Die vierzehnte war anders.

Sie war dünner. Sie war sauber. Sie sah aus wie etwas, das jemand mit der Hand gemacht hatte, und an ihrer Ansatzstelle am Kern lag ein winziger, sorgfältig gearbeiteter Knoten.

„Das ist ein Griff“, sagte Gu Tian.

[…erkläre.]

„Es ist eine Wartungsleitung.“ Gu Tian sah sie an, und in seinem Gesicht veränderte sich etwas. „Jemand hat dieses Ding über drei bis fünf Jahre gebaut und dann hier eingesetzt. Und ein Mensch, der über Jahre etwas baut, das in einem fremden Kern sitzt, lässt sich eine Möglichkeit, wieder ranzukommen.“

„Das ist keine Schwachstelle, die er übersehen hat. Das ist die Tür, die er sich selbst eingebaut hat.“

Es blieb eine Weile still.

[Ich möchte etwas festhalten.]

[Wenn du diese Leitung trennst, trennst du nicht nur den Kern vom Kreislauf. Du trennst auch den Zugang.]

[Wer immer das gebaut hat, wird in dem Moment merken, dass sein Werkzeug nicht mehr antwortet.]

Gu Tian sah auf den kleinen sauberen Knoten.

„Gut.“

[Es ist nicht gut. Es bedeutet, dass er ab heute weiß, dass jemand es gefunden hat.]

„Ich weiß, was es bedeutet.“ Gu Tian ließ die Zehntausend-Dao-Waffe kommen. „System, ich habe vor vierzehn Tagen in einem Saal vor zweihundert Leuten gestanden und alles gesagt, was ich wusste. Es hat mein Leben schwieriger gemacht und ich würde es wieder tun.“

„Menschen, die im Verborgenen an fremden Weltkernen arbeiten, sollen ruhig merken, dass jemand hinsieht.“

»Endlich«, sagte Xingchen.

„Eins noch“, sagte Gu Tian.

»Was jetzt.«

„Wenn ich diese Leitung trenne, wird der kranke Kern zu einem Fremdkörper. Und der Wächter fängt an, ihn zu entfernen.“

»Ja. Das war dein widerlicher Plan.«

„Und wir stehen zehn Meter daneben. In seinem Raumkörper.“

Xingchen wurde still.

»…ah.«

„Ja.“

»Wie schnell räumt er?«

„Sechsundsechzig Meter Radius, alle vierzig Sekunden. Außen. Hier drinnen weiß ich es nicht.“

»Und du bist ein Fremdkörper ohne Kernbindung.«

„Und der einzige weitere Fremdkörper ohne Kernbindung in diesem Raum ist elf Meter lang und hat mir eben in die Schulter gestoßen.“

Der Chaos-Drache sah ihn ungefähr fünf Sekunden lang an.

Dann öffnete sie das Maul, und im Rachen sammelte sich Grau.

»Dann mach schnell.«

Er machte schnell.

Er benutzte den Leerenversatz — zwei Meter, direkt an den Kern heran, näher, als jeder vernünftige Mensch an ein Ding gegangen wäre, das die Hälfte eines Portals fraß.

Er setzte das Jian nicht an den Kern.

Er setzte es quer an die vierzehnte Leitung, drei Zentimeter vor dem sauberen kleinen Knoten, den ein Mensch mit der Hand gemacht hatte.

„Ursprungstrennung.“

Es gab kein Licht und kein Geräusch.

Die vierzehnte Leitung hörte an einer Stelle auf, und der Knoten, der jemandem als Zugang gedient hatte, hing danach an nichts mehr.

Und der kranke Kern —

— tat drei Sekunden lang gar nichts.

Dann hörte das Weiße auf, nach innen zu ziehen.

Neuntausend Stränge im ganzen Raumkörper wurden schlaff, alle gleichzeitig, wie Seile, an denen niemand mehr zieht.

Und irgendwo, in einer Halle auf Ebene zwei, drei Ebenen und einen Raum entfernt, hörte ein sechs Meter hoher Haufen aus Stein und Metall auf, stillzustehen, und drehte eine Öffnung von anderthalb Metern Durchmesser in eine Richtung, die es dort nicht gab.

[Er hat es markiert.]

„Wie schnell?“

[Sofort.]

Gu Tian setzte den Leerenversatz zurück und rannte, und hinter ihm hörte das graue Licht auf, gleichmäßig zu sein.

»MENSCH!«

„Ich komme!“

»SCHNELLER!«

Draußen, in der Halle auf Ebene zwei, sah Chen Ruolan als Erste hin.

Der Wächter, der seit sechs Stunden reglos gestanden hatte, bewegte sich.

„Alle wach“, sagte sie. „Sofort.“

Lu Chen war in zwei Sekunden auf den Beinen. Luo Shuang griff nach einem Gerät, das seit Stunden nichts mehr angezeigt hatte, und starrte darauf.

„Frau Chen —“

„Was?“

„Der Abfluss ist weg.“

Sie sah auf.

„Was?“

„Der Abzug. Die Sache, die seit vierzehn Monaten alles Qi aus diesem Tor gesaugt hat.“ Luo Shuang drehte das Gerät herum, und ihre Hände zitterten. „Er ist seit elf Sekunden nicht mehr da. Das Qi steht nicht mehr. Es fließt.“

Song Meifeng, die seit sechs Stunden mit dem Rücken an einer weißen Wurzel saß und nicht geschlafen hatte, hob den Kopf.

„Er lebt“, sagte sie.

„Frau Song —“

„Frau Chen.“ Song stand auf. „Ich habe vorhin gesagt, dass eine Abwesenheit von Beweis kein Beweis ist. Ich stehe dazu.“

Sie sah zu dem Wächter, der sich zum ersten Mal seit sechs Stunden bewegte und sich dabei nicht zu ihnen drehte, sondern von ihnen weg.

„Aber das da ist kein fehlender Beweis. Das ist einer.“

Und in einem grauen Nichts, das kein Oben hatte, rannten ein Mensch und ein elf Meter langer Chaos-Drache vor einem Raum davon, der von hinten aufhörte zu existieren.

Xingchen  Rettung im richtungslosen Raum
Xingchen Rettung im richtungslosen Raum

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