Aufstieg des Ewigen Dao-Clans · Band 4 · Arc 04
Kapitel 471Der erste Vorhang

Drei Schichten

3.977 Wörter · Band 4 — Vorhänge vor dem Himmel

Das mobile Labor stand an der dritten Kehre der Straße, die ins Tal führt.

Und es waren zwei Anhänger, und der eine war grau und der andere grün, und der grüne hatte am vierten Oktober eine Delle bekommen, die niemand mehr ausbeulte.

Von der dritten Kehre bis zur Senke am Talkopf waren es eintausendvierhundert Meter.

Luo Shuang kam am vierzehnten November 2136 um 05:30 herauf.

Und sie kam zu Fuß von der Kreisstadt aus, weil der Wagen erst um sieben fuhr und weil sie um sieben schon Zahlen haben wollte.

In der Senke lag eine Steinplatte, und auf der Steinplatte lag nichts.

Und was übrig geblieben war, lag darunter, und es war kein Tor und keine Öffnung, sondern eine Stelle, an der der Raum eine Narbe hatte.

Sie verlor seit dem sechsten Oktober Energie, und sie hatte nicht ein einziges Mal aufgehört damit.

Deng Ruozhi saß seit 04:50 im grauen Anhänger.

Und er war ungefähr fünfzig, er war Formationstechniker der Provinzstelle Fujian, und er war seit dem achten Oktober hier, und in diesen sechsunddreißig Tagen hatte er einmal drei Tage frei gehabt.

„Fräulein Luo."

„Herr Deng."

Hu Jinglan kam zehn Minuten später mit zwei Kannen.

Und sie war jünger, sie war seit demselben achten Oktober da, und sie hatte den Nachtdienst am Bandschreiber gemacht und wollte nicht schlafen gehen, bevor sie wusste, was heute gemessen wurde.

Ye Zhiheng brachte um 06:12 die Rollen vom Umspannwerk.

Und er brachte sie in derselben Papptrommel wie im Oktober, und er hatte die Zahl schon mit dem Lineal abgelesen, ohne abzuschneiden.

„Fräulein Luo, der Berg heute Nacht war null Komma neun."

„Das Tal?"

„Null Komma drei."

Luo Shuang schrieb beide Zahlen auf und rechnete den Abstand rückwärts nach.

Und zwölf Stunden fünfundzwanzig Minuten, wie seit 2133.

Das Tor war weg, und der Takt war noch da, und das war die unangenehmste Auskunft der letzten sechs Wochen.

Um 06:30 stellte sie die Frage, wegen der sie heraufgekommen war.

„Was sieht jemand, der nicht in diesem Tal steht?"

Deng Ruozhi wischte sich die Hände an einem Lappen ab.

„Fräulein Luo, das ist eine Frage für einen Ausschuss."

„Ja", sagte sie. „Und ich will sie heute in Zahlen haben."

Und sie legte drei leere Blätter nebeneinander, und das machte sie immer, wenn sie eine Sache nicht aushielt, die sie noch nicht auseinandergenommen hatte.

Auf das erste schrieb sie Takt.

Auf das zweite wer.

Und auf das dritte Licht.

„Das ist eine Behauptung", sagte Ye Zhiheng.

„Ja."

„Was behauptet sie?"

Luo Shuang tippte auf die drei Blätter, eins nach dem anderen.

„Dass es nicht eine Sache ist, die man von drei Seiten sieht", sagte sie. „Sondern drei Sachen, die zufällig dieselbe Quelle haben."

„Wenn es doch eine ist?"

„Dann verhalten sie sich gleich, wenn ich etwas ändere", sagte sie. „Und dann streiche ich zwei Blätter."

Der erste Trennversuch lief um 08:40.

Deng Ruozhi und Hu Jinglan spannten eine Plane über die Senke, sechs mal sechs Meter, auf vier Stangen, eine Handbreit über der Platte.

Und es war grobes Zeltmaterial aus dem Bestand der Straßenmeisterei und hatte mit Formationen nichts zu tun, und das war der Punkt.

Um 08:52 stand fest, was die Plane getan hatte.

Und der Schimmer über der Platte war weg, weil er unter der Plane war.

Am Bandschreiber am Umspannwerk änderte sich nichts.

Und die Signatur bei vierhundert Metern lag bei sechs Komma eins, und sie hatte um 08:20 bei sechs Komma eins gelegen.

„Herr Ye, was heißt das?"

„Dass eine Plane Licht aufhält."

„Und?"

Ye Zhiheng sah auf das dritte Blatt.

„Und dass sie sonst nichts aufhält", sagte er.

Um 09:40 nahmen sie die Plane wieder ab.

Und der Schimmer stand nach ungefähr zwanzig Sekunden wieder da, und er stand ein wenig höher als vorher, und nach vier Minuten stand er wieder auf der alten Höhe.

Luo Shuang schrieb auch das auf, in eine eigene Zeile, und sie unterstrich es nicht.

Der zweite Trennversuch war eine Fahrt.

Und sie fuhren um 13:12 mit dem Wagen die elf Kilometer zum Umspannwerk, und sie nahmen den kleinen Feldmesser mit, und sie hielten viermal an: bei vierhundert Metern, bei tausendzweihundert, bei zweitausenddreihundert und am Werk.

Bei vierhundert Metern stand die Signatur auf sechs Komma eins.

Bei tausendzweihundert auf ein Komma vier.

Und bei zweitausenddreihundert auf null Komma drei, und die Fehlergrenze des Geräts lag bei null Komma sechs.

„Fräulein Luo, das ist unter der Fehlergrenze."

„Ja."

„Dann steht da nichts."

„Dann steht da nichts, was ich beweisen kann", sagte sie. „Das ist ein anderer Satz."

Am Umspannwerk stand der Bandschreiber und schrieb weiter.

Und der Takt war dort ungeschmälert. Nach elf Kilometern durch Fels, durch eine Kreisstraße, durch zwei Bergrücken, und der Stift ging hoch und ging herunter wie in der Senke.

Ye Zhiheng hielt die Rolle mit dem Daumen fest.

„Fräulein Luo, das Ding ist von 1994."

„Ich weiß."

„Und?"

„Und ein Uhrwerk von 1994 kennt keine Vorschrift", sagte Luo Shuang, „und es misst hier dasselbe wie eintausendvierhundert Meter von der Platte entfernt."

Der dritte Trennversuch kostete nichts als Warten.

Um 19:55 lag der Grundrhythmus in seinem Tal, und im Tal war er bei null Komma drei statt bei null Komma neun.

Und der Schimmer über der Platte stand um 19:55 genauso hoch wie um 08:00.

Die Signatur bei vierhundert Metern stand auf sechs Komma null, und das war innerhalb der Ablesegenauigkeit dasselbe wie sechs Komma eins.

Hu Jinglan las es zweimal ab.

„Fräulein Luo, der Takt ist unten und die anderen beiden merken es nicht."

„Nein."

„Und das ist merkwürdig."

„Das ist das Ergebnis", sagte Luo Shuang.

Um 20:30 schrieb sie die drei Sätze untereinander, und sie schrieb sie kurz, weil sie sie nachmittags im Kopf zu lang gehabt hatte.

Der Takt läuft im Gestein und geht elf Kilometer weit.

Die Signatur läuft nicht im Gestein und ist nach zwei Kilometern nicht mehr zu belegen.

Der Austritt läuft in der Luft und liegt eine Handbreit über dem Stein.

„Ist das ein Befund oder sind das drei?"

„Drei", sagte Luo Shuang.

Und Ye Zhiheng schrieb drei Nummern an den Rand, und er schrieb sie mit Abstand, weil sie nicht zusammengehörten.

Es war Deng Ruozhi, der um 21:10 den Satz sagte, den sie nicht gesagt hätte.

Und er sagte ihn beiläufig, während er die Kanne ausgoss, und er sagte ihn nicht, weil er ihn für wichtig hielt.

„Fräulein Luo, Sie messen das Tor."

„Ja."

„Und ich sitze seit dem achten Oktober im Tal."

„Herr Deng?"

Und er stellte die Kanne hin und zog ein Heft aus der Rückentasche, und das Heft war nicht dienstlich, und es war seit dem achten Oktober jeden Tag beschrieben worden.

„Und das Tal war nie still", sagte er.

Luo Shuang nahm das Heft nicht sofort.

„Sagen Sie es mit einer Zahl."

„Zwischen null Komma zwei und null Komma vier", sagte Deng Ruozhi. „Und zwar unten, unter allem. Auch am dritten Oktober. Auch am siebten, als hier nichts mehr war. Und im Nachbartal ebenso, ich habe es im Juni zweimal nachgemessen, weil ich dachte, mein Gerät ist kaputt."

„Woher kommt es?"

„Fels", sagte er. „Wasser. Das Umspannwerk. Wahrscheinlich zu einem Teil auch die Straße. Und ich weiß es nicht, und es steht seit sechsunddreißig Tagen jeden Tag da."

Luo Shuang trug die Spanne in ihre eigene Spalte ein.

Und sie trug sie ein, weil sie in sechs Wochen Fujian nie nach dem Boden gefragt hatte, unter dem sie maß, und weil ein Wert, der nie null ist, keine Feinheit ist, sondern eine Bezugsgröße.

„Herr Deng, warum steht das nicht im Bericht?"

„Weil niemand danach gefragt hat", sagte er.

Shen Zhaoxi kam am fünfzehnten November um 06:00 die Straße herauf.

Und sie kam mit einem Rucksack und einer Mappe, und auf dem Rücken der Mappe standen zwei Wörter, und ein drittes stand dort seit dem zwanzigsten Oktober nicht.

„Fräulein Luo."

„Fräulein Shen."

„Und Sie haben mir drei Blätter geschickt."

„Ja."

„Und ich habe sie in Songjiang zweimal gelesen und im Zug ein drittes Mal."

Und Zhaoxi legte ein einziges Blatt auf den Tisch, und auf dem Blatt lagen drei Rechtecke übereinander, und sie waren nicht gleich groß.

„Drei Spuren, drei Schichten", sagte sie. „Und keine Schicht kann zwei davon."

Die unterste lag im Gestein und nicht darüber.

Und sie nahm den Grundrhythmus nicht weg, sondern gab ihm mehr Wege: statt eines Takts, der durch den Fels läuft, sieben Pfade mit verschiedenen Laufzeiten, die außen zu verschiedenen Zeiten ankommen.

„Und was elf Kilometer weiter ankommt, ist dann kein Takt mehr, sondern Rauschen", sagte Zhaoxi.

„Warum unten?"

„Weil er im Stein läuft", sagte sie. „Eine Schicht über dem Boden berührt ihn gar nicht. Ich könnte sie zehn Meter hoch bauen und sie würde nichts tun."

Die mittlere lag zwischen Stein und Luft.

Und sie brach die Signatur an einer wandernden Kante auf, sodass draußen kein Kernbild mehr ankam, sondern ein Gemisch, das zu keiner Adresse gehört.

„Warum liegt die nicht unten?"

Und Zhaoxi legte den Finger auf das untere Rechteck und ließ ihn dort.

„Die Signatur reitet auf dem Takt", sagte sie. „Wenn ich sie unter der Taktschicht breche, verschiebe ich beide zusammen. Dann kommen sie draußen zusammen an, nur an einer anderen Stelle. Zuerst den Träger aufteilen, dann das, was er trägt."

„Wenn ich es umdrehe?"

„Dann hätte ich eine sehr aufwendige Formation gebaut, die einen Messpunkt um vierzig Meter verschiebt", sagte Zhaoxi.

Die oberste lag in der Luft, eine Handbreit über dem Stein.

Und sie hielt den Austritt nicht auf, sondern führte ihn an der Kante entlang und ließ ihn über eine große Fläche heraus statt über eine kleine, und aus dreißig mal dreißig Metern mit null Komma vier Kelvin wurden zweihundert mal zweihundert mit einem Wert, der im Tagesgang untergeht.

„Warum ganz oben?"

„Weil sie die Einzige ist, die man sehen kann", sagte Zhaoxi. „Sie deckt die anderen beiden. Umgekehrt geht es nicht, denn die unteren beiden liegen im Boden, und der Boden verdeckt nichts, was in der Luft steht."

Hu Jinglan schrieb die Reihenfolge an die Tafel im grünen Anhänger.

Unten: Takt aufteilen. Mitte: Signatur brechen. Oben: Austritt verteilen.

Und sie schrieb darunter in dieser Reihenfolge und zog einen Strich.

„Fräulein Shen, wovon lebt das?"

„Von Kristallen", sagte Zhaoxi. „Vierzehn Stück, und sie halten ungefähr zwei Tage."

„Und danach?"

„Und danach ist es kein Vorhang, sondern ein Versuchsaufbau", sagte sie. „Ich schreibe das auf die erste Seite, damit es niemand später entdecken muss."

Luo Shuang stellte die Frage trotzdem.

„Der Narbenraum verliert seit dem sechsten Oktober. Warum nicht daraus?"

„Weil ich noch nicht weiß, wie viel gleichmäßig herauskommt", sagte Zhaoxi. „Und weil ich es nicht herausfinden kann, indem ich nachhelfe."

Am achten November hatte Gu Tian dazu einen Satz gesagt, und am zwölften stand er im Protokoll der Provinzstelle.

Der Narbenraum wird nicht künstlich nachgeöffnet, auch nicht kurz, auch nicht zur Prüfung.

Und niemand im Tal hatte seither vorgeschlagen, es doch zu tun.

Aus Fuzhou kamen am fünfzehnten November zwei weitere Techniker der Provinzstelle.

Und sie waren am Vortag angefordert worden, und sie legten Draht und trugen Anker und fragten am Vormittag zweimal, wer hier eigentlich entscheidet.

Beide Male zeigte Deng Ruozhi auf Shen Zhaoxi, und beide Male sagte er nichts dazu.

Sie bauten den ganzen fünfzehnten November.

Und Deng Ruozhi legte die untere Schicht, weil er der Einzige war, der wusste, wo unter der Senke der Fels durchgehend war und wo Geröll lag.

Und er brauchte dafür sieben Stunden und drei Bohrungen, und die dritte setzte er dreieinhalb Meter neben die Stelle, die auf der Karte richtig war.

„Herr Deng, die Karte sagt hier."

„Und die Karte ist von 2118", sagte er. „Und ich habe im Oktober dreimal danach gegraben."

Hu Jinglan zog die obere Kante.

Und sie zog sie auf zweihundertdreißig Metern Umfang, und sie zog sie zweimal, weil die erste an der Nordseite eine Ecke hatte und eine Ecke an einer Kante eine Stelle ist, an der etwas hängen bleibt.

Die mittlere legte Shen Zhaoxi selbst.

Und sie legte sie zwischen 16:00 und 22:40, und sie ließ sich dabei von niemandem helfen, und sie erklärte es auch nicht.

Um 22:55 liefen die drei Schichten einzeln an.

Und die untere allein: der Takt am Umspannwerk wurde flacher und breiter, von null Komma neun im Berg auf null Komma fünf, und der Abstand zwischen zwei Bergen wurde unsauber.

Die mittlere allein: die Signatur bei vierhundert Metern fiel von sechs Komma eins auf ein Komma sieben.

Und die obere allein: der Schimmer über der Platte war nicht mehr zu sehen, und thermisch verteilte sich der Austritt auf das Vierzigfache der Fläche.

„Fräulein Shen, alle drei tun, was sie sollen."

„Ja."

„Und?"

Luo Shuang klappte den Deckel des Feldmessers zu.

„Und drei Schichten einzeln sind nicht drei Schichten zusammen", sagte sie. „Ich weiß nicht, was sie miteinander machen. Niemand weiß das."

„Wann?"

„Morgen um vierzehn Uhr", sagte Zhaoxi. „Und bei Tag, weil ich sehen will, was ich abschalte."

Der sechzehnte November war kalt und windstill.

Und um 13:40 stand Deng Ruozhi am Umspannwerk an der Feldleitung, elf Kilometer weg, und Hu Jinglan stand an der Nordkante, und Ye Zhiheng saß bei den Anzeigen im grauen Anhänger.

Luo Shuang stand bei vierhundert Metern mit dem kleinen Feldmesser.

Shen Zhaoxi stand allein bei der Steinplatte.

Und sie stand dort, weil sie die mittlere Schicht gelegt hatte und weil ein Abbruch von innen schneller geht als von außen.

Um 14:00 ging die untere Schicht an.

Um 14:06 die mittlere.

Und um 14:11 die obere.

Die Werte fielen, und sie fielen ordentlich.

Signatur bei vierhundert Metern: von sechs Komma eins auf null Komma vier innerhalb von drei Minuten.

Schimmer: weg. Thermisch: im Tagesgang nicht mehr auffindbar.

„Fräulein Luo, das ist besser als gerechnet."

„Ja."

„Und?"

Luo Shuang sah nicht auf ihr Gerät, sondern auf die Uhr.

„Und wir sind seit acht Minuten an", sagte sie.

Um 14:19 kam Deng Ruozhi über die Leitung.

Und seine Stimme war ruhig, und sie war es auf eine Art, die man nur hat, wenn man vorher kurz nicht ruhig war.

„Fräulein Luo, der Stift steht."

„Am Rand?"

„Nein", sagte er. „In der Mitte. Und er zittert nicht."

Es blieb ungefähr vier Sekunden still auf der Leitung.

„Herr Deng, sagen Sie mir eine Zahl."

„Null", sagte er. „Und ich meine null, und nicht unter der Fehlergrenze."

Luo Shuang brauchte den Rest nicht.

Und ein Bandschreiber, der zwischen null Komma zwei und null Komma vier schreibt, seit sechsunddreißig Tagen, jeden Tag, an einer Stelle im Fels, in der Nähe eines Umspannwerks, an einer Straße – der schreibt nicht null, weil ein Portal geschlossen wurde.

Der schreibt null, weil etwas darüberliegt.

„Herr Ye."

„Fräulein Luo?"

„Was sieht ein fremder Messposten jetzt?"

Und Ye Zhiheng antwortete nicht sofort, und dann antwortete er richtig.

„Er sieht ein Tal, das leiser ist als der Berg daneben", sagte er. „Und er fährt hin."

Hu Jinglan fragte über die Kante, ob man das Gerät prüfen solle.

Und sie fragte weiter, ob man die Narbe für dreißig Sekunden ein wenig lauter machen könne, nur zum Vergleich, und sie fragte es ohne Hintergedanken.

„Nein", sagte Luo Shuang.

„Fräulein Luo, es wären dreißig Sekunden."

„Es wären dreißig Sekunden gegen einen Satz, den wir am achten November bekommen haben", sagte sie. „Herr Deng fährt ins Nachbartal und misst dort. Das Gerät prüft sich am Nachbartal und nicht an unserer Narbe."

Deng Ruozhi fuhr um 14:21 los.

Und er brauchte für die sieben Kilometer vierzehn Minuten, und er meldete um 14:35 null Komma drei, und das Gerät war in Ordnung, und da lief der Versuch schon sechs Minuten nicht mehr.

Zwischen 14:22 und 14:24 stand Shen Zhaoxi an der Steinplatte und maß den Rest von Hindurch.

Und sie maß ihn mit dem Handanker, den sie seit dem vierten Oktober benutzte, und sie maß ihn dreimal in neunzig Sekunden.

Der erste Wert war zwei Komma zwei.

Der zweite war null Komma eins.

Und der dritte war ein Komma sieben.

Und sie rief es nicht, sie sagte es in die Leitung, und sie sagte es in derselben Reihenfolge, in der sie es gemessen hatte.

„Fräulein Luo, der Zugang flackert."

„Flackert er, oder sehe ich ihn flackern?"

„Das ist heute dieselbe Frage", sagte Zhaoxi. „Und beides ist falsch."

Luo Shuang hatte seit dem zweiundzwanzigsten Juni die Angewohnheit, Drift von Schwankung zu trennen, und sie brauchte dafür sonst Stunden.

Und hier brauchte sie neunzig Sekunden, weil drei Werte, die um das Zwanzigfache auseinanderliegen, keine Schwankung sind und keine Drift, sondern ein Messgerät ohne Bezug.

Die drei Schichten dämpften nicht nur nach außen.

Und sie dämpften auch die Kontrolle, mit der man von innen feststellt, ob die Narbe ruhig liegt.

„Was macht eine Einsatzgruppe, die das sieht?", sagte Ye Zhiheng.

„Sie meldet ein instabiles Tor", sagte Luo Shuang.

„Und was macht die Provinzstelle mit so einer Meldung?"

„Sie räumt vierhundertdreißig Leute aus drei Dörfern", sagte sie. „Und zwar zum zweiten Mal in sechs Wochen."

Um 14:26 meldete sich Hu Jinglan von der Nordkante.

Und sie meldete sich mit dem Wert unter der obersten Schicht, und sie hatte ihn dreimal abgelesen, bevor sie ihn sagte.

„Null Komma vier um 14:22."

„Und jetzt?"

„Ein Komma neun", sagte sie.

„Fräulein Hu, sagen Sie den Verlauf."

„Null Komma vier, null Komma sieben, ein Komma eins, ein Komma neun. In vier Minuten. Und ich stehe hier mit dem Handrücken an der Kante, und die Kante ist warm."

Luo Shuang rechnete es im Kopf und dann rückwärts, und rückwärts kam dasselbe heraus.

Und der Austritt hatte nicht aufgehört. Er hatte nur aufgehört, wegzugehen.

Was seit dem sechsten Oktober jede Stunde aus der Narbe gegangen war, ging seit 14:11 nicht mehr fort, sondern stand unter der obersten Schicht und sammelte sich.

Und eine Schicht, die verteilt, verteilt nur, was sie durchlässt.

„Fräulein Shen."

„Ich habe es."

„Und?"

„Abbruch", sagte Shen Zhaoxi um 14:29.

Und sie schalteten in umgekehrter Reihenfolge ab, oben zuerst, weil unten zuerst bedeutet hätte, den Träger unter allem wegzuziehen.

Es dauerte einundfünfzig Sekunden.

In diesen einundfünfzig Sekunden ging über der Senke heraus, was nicht hatte herausgehen können.

Und es war nicht laut, und es war nicht heiß, und es sah aus wie das, was über einer Straße im August über dem Asphalt steht, nur weiß und ungefähr vier Meter hoch.

Und es stand achtzehn Sekunden lang, und dann war es wieder eine Handbreit hoch.

Von der dritten Kehre aus sah man es. Von der Kreisstraße aus sah man es. Vom dritten Dorf aus, sechs Kilometer entfernt, sah man es auch.

Ye Zhiheng rechnete es am Abend aus dem Wärmegang aus.

Und er rechnete zweimal, und beim zweiten Mal rechnete er es rückwärts, weil Luo Shuang danebenstand.

„Fräulein Luo, in einundfünfzig Sekunden ist das herausgegangen, was sonst in ungefähr elf Stunden herausgeht."

„Und wenn wir zwei Tage laufen lassen?"

„Dann weiß ich es nicht", sagte er.

„Und das ist die richtige Antwort", sagte Luo Shuang.

Um 17:40 rief die Kreisstadt an.

Und zwei Leute aus dem dritten Dorf hatten um 14:30 etwas Weißes über dem Talkopf gesehen, und einer von ihnen war im Oktober zu Fuß im Dunkeln aus dem Dorf gegangen, und er fragte nicht, was es war.

Er fragte, ob es wieder aufgeht.

Deng Ruozhi nahm das Gespräch an und beantwortete es in vier Sätzen.

Und er sagte, dass nichts aufgeht, dass es ein angekündigter technischer Versuch war, dass er beendet ist, und dass er selbst seit sechsunddreißig Tagen im Tal sitzt.

Der vierte Satz war der, nach dem der Mann auflegte.

Um 19:00 saßen sie zu fünft im grauen Anhänger.

Und auf dem Tisch lagen dieselben drei Blätter vom vierzehnten, und daneben lag Zhaoxis Blatt mit den drei Rechtecken, und beide Papiere waren richtig.

„Fräulein Shen, der Entwurf ist nicht falsch", sagte Luo Shuang.

„Nein."

„Und er hat funktioniert."

„Und zwar zu gut", sagte Zhaoxi.

Es blieb eine Weile still, und in der Stille schrieb Ye Zhiheng nichts, weil er nicht wusste, in welche Spalte.

„Ich habe die falsche Frage gestellt", sagte Luo Shuang.

„Welche?"

„Wie kriegen wir die drei Spuren weg."

Und sie drehte das erste Blatt um und schrieb auf die leere Rückseite einen einzigen Satz.

Wie viel von jeder Spur muss draußen ankommen, damit die Stelle aussieht wie eine Stelle?

„Fräulein Luo, das ist dieselbe Frage von hinten."

„Nein", sagte sie. „Die erste hat null als Ziel. Und null ist der einzige Wert, den ein Tal nicht haben kann."

Deng Ruozhi legte sein Heft auf den Tisch und schlug es nicht auf, weil er die Zahl auswendig konnte.

„Zwischen null Komma zwei und null Komma vier", sagte er.

Und Hu Jinglan sah von der Tafel auf.

„Und das gilt für den Takt. Für die Signatur habe ich keinen Boden."

„Doch", sagte Luo Shuang. „Ihr Boden ist die Fehlergrenze. Null Komma sechs am kleinen Gerät. Alles darunter ist für jeden Messposten der Welt dasselbe wie nichts, und es ist nicht null."

„Und der Austritt?"

„Der Austritt hat gar keinen Boden", sagte sie. „Der hat einen Durchsatz. Was hereinkommt, muss herausgehen, sonst steht es unter der Kante und wird warm."

Shen Zhaoxi hatte in diesen vier Minuten nichts gesagt.

Und sie zog dann ihr Blatt zu sich herüber, und sie nahm keinen neuen Bogen, sondern zeichnete in die drei Rechtecke hinein.

In die unterste Schicht setzte sie eine Unterbrechung.

In die mittlere setzte sie eine, und sie setzte sie nicht an dieselbe Stelle.

Und in die oberste setzte sie eine, und die war die größte von allen.

„Fräulein Shen, das sind dreimal ein Loch."

„Ja."

„Und Löcher in einer Tarnformation."

Zhaoxi legte den Stift hin.

„In Songjiang waren es zwei", sagte sie.

Luo Shuang sah auf die Zeichnung und rechnete nicht.

Sie hatte im Oktober elf Ulmenpfähle gesehen, die in einem Bogen standen, der sich an zwei Stellen nicht schloss, und sie hatte damals gefragt, was die zwei offenen Stellen hält.

Und die Antwort war gewesen, dass sie nichts hält und dass sie der Grund sind, warum es kein Käfig ist.

„Und Sie haben es damals gewusst."

„Ich habe es für einen Mann gewusst", sagte Zhaoxi. „Und ich habe nicht daran gedacht, dass ein Tal dasselbe braucht."

Ye Zhiheng zog das Deckblatt des Versuchsprotokolls heran.

Und es hatte ein Feld, das Sollwert außen hieß, und in dem Feld stand seit dem fünfzehnten November eine Null.

„Fräulein Luo, was schreibe ich hier hinein?"

Luo Shuang nahm ihm den Stift ab, weil sie es selbst schreiben wollte.

Und sie strich die Null durch und schrieb drei Zahlen nebeneinander, und zwischen die Zahlen setzte sie keine Kommas, sondern Striche, damit niemand sie später addierte.

Takt: null Komma drei bei elf Kilometern. Signatur: null Komma vier bei vierhundert Metern. Austritt: voller Durchsatz, verteilt.

„Und das ist kein Verstecken mehr."

„Nein", sagte sie. „Das ist ein Rest, den wir aussuchen."

Sie brauchten für die Umschrift des ganzen Entwurfs vier Tage, und die Umschrift begann nicht an diesem Abend.

Und an diesem Abend schrieb Luo Shuang nur noch eine Zeile in ihre eigene Spalte, und sie schrieb sie in der Sprache, in der sie mit sich selbst redete.

Zu still ist ein Befund.

Deng Ruozhi ging um 21:30 zum letzten Mal an diesem Tag hinaus.

Und er ging nicht bis zur Senke, sondern bis zur zweiten Kehre, und er stand dort ungefähr zwei Minuten und sah in das Tal hinunter.

Über der Steinplatte stand ein Schimmer, eine Handbreit hoch.

Im Fels lief ein Takt mit einer Periode von zwölf Stunden fünfundzwanzig Minuten.

Und bei vierhundert Metern hätte ein Gerät sechs Komma eins abgelesen, und ein Gerät bei zweitausenddreihundert Metern gar nichts.

Und alles davon war zu viel, und alles davon war unverdeckt, und alles davon würde in vier Tagen anders sein.

Deng Ruozhi ging zurück und trug in sein Heft die Zahl des Tages ein, und die Zahl war null Komma drei, und sie war es zum siebenunddreißigsten Mal.

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